Stefan Pierer (KTM): «Dakar-Erfolge wie ein Turbo»

Von Günther Wiesinger
Dakar Moto
Die Dakar-Mannschaft: Technical Director Stefan Huber, Teamchef Alex Doringer, Sunderland, Walkner und Pierer (hinten). Vorne: Beirer und Kinigadner

Die Dakar-Mannschaft: Technical Director Stefan Huber, Teamchef Alex Doringer, Sunderland, Walkner und Pierer (hinten). Vorne: Beirer und Kinigadner

KTM-Firmenchef Stefan Pierer hat sich vor 24 Jahren von Heinz Kinigadner zum Dakar-Einstieg überreden lassen. Nach 16 Siegen in Serie sagt er: «Diese Erfolge motivieren uns zusätzlich.»

«It’s a small world sometimes.»

Diese Feststellung machte Sam Sunderland, der nach der Heimkehr von der Dakar-Rallye 2017 in London kürzlich eine unerwartete Begegnung erlebte. Er traf zufällig auf KTM-Firmenchef Stefan Pierer!

«Ich war in London, ich habe etwas Sightseeing gemacht, dann gab es eine Fotosession. Ich wurde in Grossbritannien recht feierlich empfangen, es war nett, als erster britischer Dakar-Sieger gefeiert zu werden. Und dann habe ich unseren 'Big Boss' in London getroffen. Das war wirklich cool.»

Sunderland gab keine Einzelheiten über dieses Treffen preis, aber Stefan Pierer, Chief Executive Officer der KTM Group, gab schmunzelnd die Details preis. «Ich war für eine Roadshow in England von A nach B im Auto unterwegs. Plötzlich habe ich ein Fotoshooting an der Themse gesehen, es sah nach KTM aus... Also bin ich stehen geblieben und hinmarschiert. Und dann habe ich Sam Sunderland getroffen. Er konnte es zuerst gar nicht glauben, als ich plötzlich vor ihm stand...»

Sunderland weiter: «Ja, plötzlich parkte Mister Pierer am Straßenrand neben uns. Das war wirklich eine nette Überraschung.»

16 Jahre hintereinander hat KTM die Dakar-Rallye gewonnen, fünfmal wurde zuletzt das Honda-Werksteam in Schach gehalten.

2017 gab es sogar wieder einen Doppelsieg des Red Bull Werksteams mit dem Briten Sam Sunderland und dem Österreicher Matthias Walkner.

«Für mich ist es eine große Ehre, Teil dieses Teams und der KTM-Familie sein zu dürfen», sagt Sunderland. «Bei so einer langen Marathon-Rallye gehen alle Beteiligten am Zahnfleisch, du bist ständig übermüdet, am Schluss spielt die Leidenschaft eine große Rolle, diese brauchst du, um diese Aufgabe bewältigen zu können.»
Sunderland und Walkner teilten sich bei der Dakar-Rallye 2017 ein Motorhome – und sie trafen nach rund 8000 km auf den Plätzen 1 und 2 ein.

Bei den ersten zwei Dakar-Auftritten war der Salzburger Ex-MX3-Weltmeister nicht ins Ziel gekommen. «Das Ergebnis in diesem Jahr war wirklich gut für mich, denn die ersten zwei Rallyes in Südamerika sind nicht so gut für mich verlaufen», fasste «Hiasi» Walkner zusammen. «Nach dem Crash von 2016 musste ich ein halbes Jahr mit der Reha verbringen, erst im Juli konnte ich wieder Motorradfahren. Im ersten Halbjahr hatte ich viele Höhen und Tiefen erlebt. Das vorrangige Ziel für dieses Jahr war, erstmals ins Ziel zu kommen. Dass ich dann Zweiter geworden und auf dem Podest gestanden bin, war eine großartige Entschädigung für das, was 1016 vorgefallen ist. Sam und ich hatten eine ähnliche Ausgangslage. Wir waren beider vor diesem Jahr bei der Dakar nie ins Ziel gekommen...»

Wegen des strengen Winters kam Walkner nach der Rückkehr aus Südamerika daheim kaum zum Motorradfahren. Er trainiert am liebsten vor der Haustüre, im «Tal der Gesetzlosen», wie er das nennt. «Ich habe wegen der guten Schneelage die meiste Zeit im Januar und Februar in den Bergen verbracht, meistens mit den Tourenski.»

Stefan Pierer ist früh, dass er sich vor vielen Jahren von einem Zilletaler zum werkseitigen Mitwirken bei der Dakar-Rallye überreden ließ. «Es sind fast 24 Jahre vergangen, seit mich Heinz Kinigadner überzeugt hat, bei der Dakar ein KTM-Werksteam einzusetzen», schildert Stefan Pierer. «Heinz hatte nach seinen zwei Titelgewinnen in der 250-ccm-Motocross-WM den Stil der Dakar verändert, er war für den Speed verantwortlich. Die Navigation war allerdings nichts eine große Stärke... Das wissen wir alle. Aber er ist im Grunde der Vater der Dakar-Erfolge von KTM, er hat uns angetrieben, in die Rallye-Szene einzusteigen. Im siebten Jahr haben wir dann erstmals die Dakar gewonnen. Jetzt haben wir 15 weitere Male gewonnen, das ist eine herausragende Leistung. Die Dakar sorgt bei uns im Werk jedes Jahr gleich in den ersten Januar-Tagen für viel Spannung. Wir saugen alle Informationen aus dem Internet ein, wir bleiben über Satellitentelefon mit dem Team und Heinz in Kontakt. 2017 war ein besonderes Jahr bei der Dakar für uns. Denn erstens haben wir den ersten britischen Sieger hervorgebracht. Und zweitens sind wir sehr stolz auf Matthias Walkner, der sich 2016 bei der Dakar so schwer verletzt hat. Jetzt sind wir froh, dass wir einen österreichischen Teilnehmer aufs Podest gebracht haben.»

«Der Dakar-Rallye kommt im Hause KTM eine sehr große Bedeutung zu, denn es ist der erste Wettbewerb im Kalenderjahr», ergänzte Pierer. «Und wenn es dort gut läuft für uns, dann wirkt sich so das für alle bei uns aus wie ein Turbolader. Verkaufsvorstand Hubert Trunkenpolz pusht dann den Absatz mit noch mehr Enthusiasmus, auch in der Rennabteilung steigt die Motivation noch weiter. Pit Beirer weiß, wie wertvoll die Dakar-Erfolge für unser Unternehmen sind. Unsere Mannschaft hat in Südamerika erstklassige Arbeit geleistet.»

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