Mutiger Versuch: Celina Liebmann fährt Eisspeedway

Von Manuel Wüst
Eisspeedway-DM
Celina Liebmann

Celina Liebmann

Celina Liebmann wechselt für 2019 in die 500-ccm-Klasse. Dass die 17-Jährige einen Vertrag in der Bundesliga erhält, hat sie nicht erwartet. Dass ihr Name im Line-up der Eisspeedway-DM auftaucht, überrascht ebenso.

Celina Liebmann hat die 250-ccm-Klasse hinter sich gelassen, das Material ist verkauft und die Tochter des ehemaligen Eisspeedway-Piloten Jürgen Liebmann wird 2019 in die 500er-Klasse aufsteigen, was für die 17-Jährige eine neue Herausforderung darstellt. «Letztes Jahr bin ich schon ein paar Trainings gefahren. Dass ich mich so richtig wohlgefühlt habe, kann ich nicht sagen. Ich bin lieber noch 250er gefahren, da wusste ich, wie das Motorrad reagiert», äußerte sie sich zu den ersten Runden auf der 500er. «Ich werde Anfang der Saison versuchen rauszukriegen, wie das Motorrad reagiert.»

Ein erstes Training ist Anfang März in Ludwigslust geplant, wo die Vertrautheit mit dem stärkeren Motor kommen soll. «Vielleicht geht es am Wochenende in Ludwigslust und ich kann dann zwischen Berlin und Ludwigslust pendeln», erzählte Liebmann, die beim Speedwaytraining in Ludwigslust und dem am gleichen Wochenende stattfindenden Eisspeedway-Event in Berlin dabei sein will.

In Berlin wird die 17-Jährige nicht nur in der Zuschauerrolle sein. Vor den WM-Rennen findet die Deutsche Eisspeedway-Meisterschaft statt und die Amazone wird erstmals aufs Eis gehen. «Auf Eis bin ich nur mit der Speedwaymaschine mit den kleinen Spikes gefahren. So richtig Eisspeedway bin ich noch nie gefahren und bisher nur mal auf einem Bike gesessen», berichtete Celina von ihren Erfahrungen. Das wird sich ändern: «Für mich war klar, dass ich es irgendwann mal probiere. Mein Dad war erfolgreich in dem Sport und ich will schauen, was meinen Vater inspiriert hat. Für mich geht es rein ums Probieren, da steckt nicht mehr dahinter. Ich will nicht wie zum Beispiel Tobias Busch zweigleisig fahren.»

Liebmann wird derzeit im Fahrerfeld mit der Startnummer 17 als Reservefahrerin geführt. «Nach dem Training schauen wir dann», so Liebmann, die sich auch auf Eis der Unterstützung von Sponsor Christian Platzer von GE-Service und dem Inn-Isar-Racing-Team gewiss sein darf.

Eine weitere Herausforderung ergab sich für Celina Liebmann mit einem Anruf von Bernd Sagert, der sich um die Stralsunder Ligamannschaft in der Speedway-Bundesliga kümmert. Liebmann hat Startverträge in den Nachwuchsligen wie der Speedwayliga Nord und dem Speedway-Team-Cup unterschrieben. «Für mich war das sehr überraschend, als der Anruf kam», berichtete die Teenagerin. «Ich hatte die Bundesliga für 2019 nicht angestrebt, aber als der Anruf von Bernd Sagert kam, hat mich das total gefreut und ich nehme die Herausforderung an. Dadurch komm ich auch weiter und kann früh viel Erfahrung sammeln.»

Liebmann wird als Nachwuchsfahrerin auf der C-Position im Team starten und die derzeit einzige Dame in der Speedway-Bundesliga sein. Damit hat sie sich natürlich mit der üblichen Frage von Fans und Reportern zu beschäftigen, die sie bereits ihre gesamte Laufbahn begleitet: Wie ist es als Frau oder Mädchen in einer von Jungs und Männern dominierten Sportart? «Ich höre die Frage natürlich oft, das ist die Frage schlechthin. Für mich ist das okay, dass das gefragt wird. Wenn ich fahre, denke ich nicht dran, ob da Jungs oder Mädchen sind. Auf der Bahn werde ich auch wie die Jungs auf der Bahn behandelt. Sportliche Leistung zählt, egal ob ich ein Junge oder Mädchen bin.»

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