Carlos Sainz: «Das ist natürlich frustrierend»

Von Otto Zuber
Formel 1
Carlos Sainz

Carlos Sainz

McLaren-Neuzugang Carlos Sainz zieht nach den ersten drei Rennen der Saison keine positive Zwischenbilanz. Der Spanier macht sich dennoch Mut: «Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir es in die Punkte schaffen.»

In dieser Saison bestreitet Carlos Sainz sein erstes GP-Jahr für den Traditionsrennstall McLaren. Bevor der 24-Jährige aus Madrid zu den Briten stiess, stand er als Red Bull-Leihgabe in Diensten des Renault-Teams, zuvor hatte er fast drei Jahre lang Zeit, sich in der Nachwuchsschmiede Toro Rosso an die Formel 1 zu gewöhnen.

Das neueste Kapitel mit dem zweitältesten GP-Team (nach Ferrari) begann aber nicht wie erhofft. In seinen bisherigen drei Einsätzen im Papaya-Renner konnte Sainz noch keine WM-Punkte sammeln. In seiner Kolumne auf der offiziellen Formel-1-Website lässt er die Grands Prix in Australien, Bahrain und China noch einmal Revue passieren und erklärt mit Blick auf den Saisonauftakt in Melbourne: «Ich fühlte mich im Qualifying wirklich gut im Auto und war entsprechend zuversichtlich. Doch ich blieb auf meiner letzten schnellen Runde hinter einem Williams stecken, der einen Plattfuss hatte, und das war’s dann, ich schied schon nach dem Q1 aus.»

«Im Rennen erwischte ich einen grossartigen Start, doch als ich versuchte, an Lance Stroll vorbeizuziehen, fiel die MGU-K aus. Stroll wurde Neunter, und ich bin mir sicher, dass ich vor ihm hätte ins Ziel kommen können. Wir haben da also schon einige Punkte liegen lassen», erinnert sich der 84-fache GP-Teilnehmer, der sich lieber an das zweite Kräftemessen in Bahrain erinnert.

Denn dort war sein Dienstwagen bisher am stärksten unterwegs, wie Sainz betont: «In Bahrain war unser Auto besser als in Australien oder China. Ich drehte im Qualifying eine grossartige Runde und schaffte damit den siebten Platz – am Ende fehlte weniger als eine Zehntel auf einen Red Bull Racing-Piloten und einen Haas-Fahrer. Das war ein grossartiger Tag für das Team, denn wir schafften es mit beiden Autos ins Q3.»

Im Bahrain-GP hatte der Sohn der gleichnamigen Rallye-Legende aber wieder kein Glück: «Ich fuhr bis auf die sechste Position vor und holte auf Max Verstappen auf. Ich hatte einen guten Schwung in die vierte Kurve und war noch vor der Bremszone vorne. Was dann passierte, konnte jeder sehen, aber ich hätte da niemals zurückgesteckt. Mich erwischte es schlimm, er hätte sich einen Plattfuss einhandeln können, aber er kam unversehrt davon. Wie auch immer, ein Getriebeproblem zwang mich schliesslich, das Auto in der Box abzustellen – das Ergebnis wäre also auch so enttäuschend ausgefallen. Das war schade, aber immerhin war mein Tempo vielversprechend.»

In Shanghai folgte dann die nächste Enttäuschung, wie Sainz berichtet: «Auch da lief es nicht so, wie wir es uns erhofft hatten. Wir wussten, dass es schwierig werden könnte, denn die langen Kurven gehören nicht so sehr zu unseren Stärken wie das Bremsen und die Traktion. Der Freitag verlief von vielversprechend. Aber im Qualifying verpassten wir den Q3-Einzug um wenige Zehntel. Und was dann im Rennen passiert ist, weiss jeder: Ich versuchte, einen Unfall zu vermeiden, aber es gab nichts, was ich dagegen hätte tun können. Daniil Kvyat verlor die Kontrolle über sein Auto, drückte mich ins Aus und geriet dann mit Lando zusammen.»

«Die ersten drei Rennen verliefen nicht wie gewünscht, und es ist natürlich frustrierend, wenn du weisst, dass du dich im Auto eigentlich wohl fühlst», fasst der McLaren-Hoffnungsträger zum Schluss zusammen, und fügt kämpferisch an: «Wir wissen aber, dass unser Tempo gut ist und deshalb ist es auch nur eine Frage der Zeit, bis wir es in die Punkte schaffen.»

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