Jaroslav-Falta-Memorial in Kostelec: Ein Treffen der Motocross-Legenden
Beim 4. Falta Memorial auf der Dukla-Strecke in Kostelec trafen sich Cross-Legenden der 1970er- und 80er-Jahre, um Jaroslav Falta zu ehren. Ehrengast war der vierfache Weltmeister Harry Everts.
Mehr als vier Jahrzehnte nach ihren gemeinsamen WM-Duellen begegneten sich in Kostelec bei Prag zahlreiche Größen des internationalen Motocross-Sports wieder. Der vierfache Weltmeister Harry Everts war eigens aus Belgien angereist, um gemeinsam mit ehemaligen Weggefährten den 2022 verstorbenen Jaroslav Falta zu ehren.
Zu den emotionalsten Momenten der Veranstaltung gehörte das Wiedersehen von Everts mit Zdeněk Velký. Der frühere CZ-Werksfahrer gehörte Mitte der 1970er-Jahre zu den stärksten Fahrern der 250er-Weltmeisterschaft und beendete die Saison 1975 als bester CZ-Pilot auf Rang sechs. Im selben Jahr gewann Velký die Grands Prix von Deutschland in Beuern und Schweden in Barkarby jeweils mit einem 2-1-Ergebnis. Nach mehr als 40 Jahren standen sich die beiden Rivalen nun erstmals wieder gegenüber – die Freude war beiden deutlich anzusehen. Die bewegenden Bilder dieses Treffens zeigt das Video unter diesem Artikel.
Was Harry Everts mit Jaroslav Falta verbindet
Zwischen Harry Everts und Jaroslav Falta besteht eine besondere Verbindung. Beide waren Teil einer der umstrittensten Geschichten der Motocross-WM. Beim Saisonfinale 1974 in Wohlen gewann Everts beide Läufe, während Falta nach dem Rennen wegen eines angeblichen Frühstarts mit einer Zeitstrafe belegt wurde. Dadurch verlor der Tscheche seinen bereits sicher geglaubten Weltmeistertitel am Grünen Tisch. Harry Everts beendete die Saison als Dritter der 250er-Weltmeisterschaft. Auch Zdeněk Velký stand damals in Wohlen am Start und fuhr in die Top-10. Die ausführliche Geschichte des bis heute umstrittenen WM-Finales haben wir bereits in
Harry Everts: «Wir sind großartige Rennen gegeneinander gefahren»
Bis heute blickt Harry Everts mit großer Wertschätzung auf seine tschechischen Konkurrenten zurück. Bei der Gedenkzeremonie erinnerte sich der Belgier an die gemeinsamen Jahre in der Weltmeisterschaft:
«Wir sind zusammen sehr gute Rennen gefahren. Ich bin gegen Falta, Velký, Churavý, Baborovský und Halm angetreten. Jaroslav war ein ganz ruhiger Mensch. Wir konnten zwar nicht viel miteinander sprechen, aber sobald das Startgatter fiel, war er ein unglaublich harter Gegner – und genau das machte unseren Sport aus.»
Mehr als ein Classic-Rennen
Das Falta Memorial ist längst weit mehr als eine Veranstaltung für historische Motorräder. In Kostelec wurde deutlich, wie eng die Motocross-Familie bis heute miteinander verbunden ist. Alte Freundschaften wurden gepflegt, Erinnerungen ausgetauscht und gemeinsam einer großen Persönlichkeit des Sports gedacht.
SPEEDWEEK.com wird in den kommenden Tagen weitere Gespräche und Reportagen veröffentlichen – unter anderem mit Petr Kovář, Josef Chára, dem international geschätzten CZ-Experten und ehemaligen Dukla-Piloten Jiří Starec sowie mit Zdeněk Hazdra, der die herausragende Bedeutung des Orion-Teams für den tschechischen Motocross-Sport erläuterte.
Classic trifft Moderne
Natürlich standen in Kostelec auch die historischen Maschinen im Mittelpunkt. Gleichzeitig präsentierte sich die Veranstaltung als lebendiges Motocross-Festival. Neben den Nachwuchsfahrern der 85-cm³-Klasse gingen die Teilnehmer der tschechischen Open-Klasse an den Start. Für einen spektakulären Höhepunkt sorgte Freestyle-Star Petr Pilat mit seiner beeindruckenden Show.
Mit dabei waren auch Ludmila Falta, die Witwe von Jaroslav Falta, sowie die beiden Kinder Martina und Jaroslav jr., die das Memorial gemeinsam mit ihrem Team organisiert hatten.
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