Formel-1-Fahrer: Weihnachten ist vergessen!

Von Mathias Brunner
Formel 1
Schon vor fast zwanzig Jahren fuhr Lewis Hamilton mit der 44

Schon vor fast zwanzig Jahren fuhr Lewis Hamilton mit der 44

Erstmals seit mehr als zwanzig Jahren werden wir keine 1 des Formel-1-Champions auf einem Wagen sehen – denn Lewis Hamilton will weiter mit seiner gewohnten Nummer 44 fahren.

Seit 1975 hat es in der Formel 1 Tradition: auf dem Wagen des Weltmeisters prangt die Nummer 1 für den Champion. 2015 werden die Formel-1-Fans die 1 vergeblich suchen: Weltmeister Lewis Hamilton macht von seinem Recht Gebrauch, die 1 oder seine bisherige Stammnummer zu verwenden, und Lewis will bei der 44 bleiben, wie er gegenüber der BBC bestätigt hat.

Damit werden wir erstmals seit 1994 keine 1 im Feld haben: Damals war der 1993er Champion Alain Prost nach seinem vierten Titel zurückgetreten, Williams ging mit der 0 für Damon Hill und der 2 für Ayrton Senna in die Saison 1994.

Noch wissen wir nicht, ob der Caterham-Rennstall die Kurve für 2015 bekommt. Daher ist auch unklar, wer die Autos steuern würde. Die anderen schnellen Herren stehen fest und ihre Startnummern auch. Hier eine Zusammenfassung, wie die 2015er Formel-1-Fahrer eigentlich auf ihre Zahlen gekommen sind.

Mercedes
44: Lewis Hamilton
6: Nico Rosberg

Mit der 44 gewann Lewis Hamilton 1995 die Juniorenklasse der Britischen Kartmeisterschaft. «Die 44 hat mir seither immer Glück gebracht», sagt der 33fache GP-Sieger. Nico Rosberg hat die 6 gewählt, «weil mein Vater Keke damit 1982 Formel-1-Champion wurde und weil die 6 auch die Glückszahl meiner Frau ist». Rosberg trägt die 6 als römische Zahl auf seinem Helm.

Red Bull Racing
3: Daniel Ricciardo
26: Daniil Kvyat

Daniel Ricciardo kam gleich aus zwei Gründen auf die 3: «Das war meine erste Startnummern im Kartsport», sagt der Australier, «zudem fand ich NASCAR-Star Dale Earnhardt immer toll, und der fuhr mit der 3.» Die Zahl passte: 2014 eroberte Ricciardo seine ersten GP-Siege, nämlich drei! Daniil Kvyat kam mühelos auf die 26., «weil ich an einem 26. April geboren worden bin. Zudem stand die 26 bei meinem allerersten Kartrennen in Russland auf dem Renner.»

Die 3 von Ricciardo ist übrigens die niedrigeste, 2015 verwendete Startnummer. Kein Wunder: Wer will schon mit der Zwei identifiziert werden?

Williams
19: Felipe Massa
77: Valtteri Bottas

Felipe Massa ist immer wieder über die 19 gestolpert: Sein Onkel trug diese Nummer während seiner Rennkarriere, Felipe verwendete sie selber schon auf dem Kart. Die 19 stand auch auf jenem Euro-F3000, mit dem Massa so viel Aufmerksamkeit erregte, dass ihn Sauber zu einem Formel-1-Test einlud. Valtteri Bottas fand es einfach cool, dass die 77 so gut zu seinem Namen passt und er sich auf diese Weise Val77eri und Bo77as nennen kann. Die 77 ist 2015 die höchste verwendete Startnummer. Witzig auch, dass die beiden Finnen im Feld (Bottas und Räikkönen) sich für die gleiche Zahl begeistern, denn Kimi trägt bekanntlich die 7.

Ferrari
5: Sebastian Vettel
7: Kimi Räikkönen

Bevor Sebastian Vettel vier Jahre lang mit der 1 des Weltmeisters ausrückte, stand bei Red Bull Racing die 5 auf seinem Renngefährt, so wie fast zehn Jahre zuvor auf dem Kart. Also kehrt der Heppenheimer zu dieser Nummer zurück. Kimi Räikkönen gefielt einfach die 7, mit welcher er 2013 bei Lotus ausrückte. Mit Coolness und allfälligen Wortspielen mit 007 hat die Wahl nichts zu tun, selbst wenn James Bond und «Iceman» eine gemeinsame Schwäche für Vodka nachgesagt wird.

McLaren
14: Fernando Alonso
22: Jenson Button

Noch ein Fahrer, der auf eine alte Kartnummer zurückgreift. Fernando Alonso sagt: «Wenn du an einem 14. Juli im Alter von 14 den Kart-WM-Titel holst, und auf dem Kart steht die 14, dann musst du nicht mehr lange nach einer Glückszahl suchen.» Will der bald 35jährige Jenson Button mit der 22 ewige Jugend beschwören? Nein: Der Engländer wählte die Nummer deshalb, weil er damit 2009 mit BrawnGP Formel-1-Weltmeister wurde.

Force India
11: Sergio Pérez
27: Nico Hülkenberg

Auch auf dem Kart von Sergio Pérez stand einst schon die Nummer, die er heute auf seinem Formel-1-Renner trägt, die 11, «und ich mag diese Zahl so sehr, dass ich sie sogar eine Weile in meiner Email-Adresse aufführte», erzählt der Mexikaner. Nico Hülkenberg findet: «Die 27 ist einfach eine cool.» Und ob – noch heute verbinden Ferraristi sie mit dem unvergessenen Gilles Villeneuve oder mit dem französischen Lenkradvirtuosen Jean Alesi. Ach ja, und Champions wie Senna, Prost, Mansell und Jones sind auch damit gefahren ...

Toro Rosso
33: Max Verstappen
55: Carlos Sainz

Der 17jährige Max Verstappen wird mit der Startnummer 33 in der Formel 1 antreten. «Schon als kleiner Junge war ich mit dieser Nummer unterwegs. Deshalb dachte ich, es wäre nett, sie auch in der Formel 1 zu behalten», begründet der Sohn des ehemaligen GP-Piloten Jos Verstappen seine Wahl. Als Beweisfotos gibt es Bilder von Verstappen im Kinderroller. Carlos Sainz hat ein wenig wie Valtteri Bottas gedacht: mit der 55 lässt es sich wunderbar spielen – Carlo55ainz lässt grüssen. Der Madrilene sagt: «Eigentlich wollte ich die 5, weil ich mit dieser Nummer immer viel Erfolg gehabt habe. Aber Sebastian Vettel hat sich diese Zahl bereits reservieren lassen. Also habe ich mich für die 55 entschieden.»

Lotus
8: Romain Grosjean
13: Pastor Maldonado

Romain Grosjean meint: «Meine Frau wurde an einem 8. geboren, wir gingen ab 2008 miteinander aus, mein Sohn ist für uns das Achte Weltwunder, und ich trug die 8 in meiner bislang besten Saison, 2013.» Die 13 gilt in vielen Ländern als Unglückszahl, nicht aber in der venezolanischen Heimat von Pastor Maldonado. Der Pastor fährt trotz der missglückten Saison 2014 weiter mit der 13.

Sauber
9: Marcus Ericsson
12: Felipe Nasr

Marcus Ericsson wählte die 9, weil ihm diese Zahl einfach gefällt. Felipe Nasr hat in der Formel 1 Grosses vor. Ob er deshalb die 12 gewählt hat? Mit der 12 rückten vor ihm schon Ayrton Senna aus, Niki Lauda, Jack Brabham oder Niki Lauda!

PS: Die Nummer 24 – für viele Menschen Sinnbild von Weihnachten – hat wie 2014 kein Fahrer gewählt. Frohe Weihnachten!

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Mathias Brunner
​Lewis Hamilton ist nach 2008, 2014, 2015, 2017, 2018 und 2019 zum siebten Mal Formel-1-Weltmeister. Doch sein Erbe besteht nicht aus Bestmarken, die er reihenweise niederreisst. Sein Erbe reicht erheblich weiter.
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