Wie Triumph den Moto2-Motor auf Vordermann brachte

Von Ivo Schützbach
Moto2
Nach neun Jahren mit 600-ccm-Einheitsmotoren von Honda, werden die Teams in der Moto2-WM ab 2019 mit 765-ccm-Dreizylinder-Triebwerken von Triumph ausrücken. Die technischen Daten sind vielversprechend.

Am 10. März 2019 beginnt beim Katar-GP eine neue Ära in der Moto2-Weltmeisterschaft, dann werden erstmals die neuen Motoren von Triumph zum Einsatz kommen. Die ursprüngliche Basis der neuen Einheitstriebwerke für die Moto2-Klasse stammt aus der Triumph Daytona 675, die auch in der Supersport-WM zum Einsatz kommt. Aus ihr ging die Street Triple mit 765 ccm hervor, deren RS-Motor jetzt als Grundlage für die Moto2-Rennversion dient.

«Der Dreizylinder-765-ccm-Motor hat gegenüber dem ursprünglichen Aggregat mehr Leistung, Drehmoment und dreht höher», erklärte Triumph Chief Engineer Stuart Wood. «Die Motoren sind leichter und es werden über 80 nennenswerte neue Bauteile verbaut. Wir haben gegenüber dem 675-ccm-Motor Hub und Bohrung erhöht und verwenden eine neue Kurbel- und Ausgleichswelle sowie neue Pleuel und Kolben, auch das Getriebe wurde überarbeitet. Der Dreizylinder-Motor hat seither 765 ccm. Für die Rennversion modifizierten wir den Zylinderkopf sowie die Ein- und Auslasskanäle für ein optimiertes Strömungsverhalten. Wir erhöhten die Verdichtung, verbauen Titanventile mit härteren Ventilfedern und veränderten die Steuerzeiten. Es gibt eine leichtere Lichtmaschine sowie eine spezielle Anti-Hopping-Kupplung, welche die Teams selbst einstellen können. Um besseren Zugriff zur Kupplung zu haben, veränderten wir den Motor-Seitendeckel. Die geänderte Ölwanne erlaubt eine verbesserte Führung der Auspuffkrümmer. Die Übersetzung für den ersten und zweiten Gang wurde verändert, zudem verbauen wir eine elektronische Motorsteuerung von Magneti Marelli.»

Der Engländer weiter: «Wir haben zwei Jahre in die Entwicklung des Motors investiert und auf verschiedenen Rennstrecken über 2500 Runden in Rennpace absolviert. Hinzu kommen deutlich mehr Kilometer im Speed der Testfahrer. Dabei standen neben der Leistungssteigerung die Erhöhung der Lebensdauer im Vordergrund, welche wir im Laufe der Zeit verdoppeln konnten. Parallel arbeiteten wir an der elektronischen Motorsteuerung, was in erster Linie von Magneti Marelli erledigt wurde. Die Chassis-Hersteller sowie unser Partner ExternPro halfen uns dabei den Motor im Chassis bis zum heutigen Punkt zu bringen. Unser Motor ist standfest, läuft gleichmäßig und liefert 140 PS. Davon abgesehen haben die Fahrer jetzt über das gesamte Drehzahlband deutlich mehr Drehmoment als bislang zur Verfügung. Das ist der Charakter des Dreizylinders und von Triumph, das wird die Meisterschaft so aufregend wie möglich machen.»

Der Sound der Triumph-Motoren ist großartig, außerdem sind die Motoren deutlich moderner und technologisch deutlich fortschrittlicher als die abgetakelten CBR600RR-Motoren von Honda, bei denen besonders das Getriebe immer wieder Anlass zur Kritik gab. Und durch das Ride-by-wire-System beginnt für die Teams auch elektronisch ein neues Zeitalter: Die Fahrer werden durch die ECU von Magneti Marelli viel besser auf die Bedürfnisse der MotoGP-WM vorbereitet.

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