Giovanni Cuzari: «Alle Anklagen fallen gelassen»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Forward-Teamchef Giovanni Cuzari

Forward-Teamchef Giovanni Cuzari

Forward-Teamboss Giovanni Cuzari saß im Juli 30 Tage in Untersuchungshaft. «Die Ankläger kannten offenbar das Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Italien nicht», sagt er.

Forward Racing verliert seinen Platz in der MotoGP-Weltmeisterschaft, kümmert sich 2016 aber gemeinsam mit MV Agusta um deren Werksauftritt in der Supersport- und Superbike-WM.

SPEEDWEEK.com sprach im Fahrerlager von Sepang mit Forward-Besitzer Giovanni Cuzari über seine Probleme mit den Behörden.

Du bist im Juli 30 Tage in Untersuchungshaft gesessen. Es ging um den Verdacht der Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Korruption. Solche Vorwürfe stören bei MV Agusta und AMG Mercedes niemanden?

Nein, denn es ist bereits alles klar. Ich habe nie jemanden bestochen. Und ich habe kein Geld gewaschen.

Bisher heißt es, es seien nur die Korruptionsvorwürfe fallen gelassen worden.

Ich habe am 15. September einen Brief vom zuständigen Minister erhalten. (Er zeigt auf dem Handy ein Schreiben der Schweizer Steuerbehörde). Hier steht auf Italienisch: Für uns ist klar, dass sie nie jemanden bestochen haben. Die Vorwürfe gemäß Paragraph 322.04 werden fallen gelassen.

Ja, aber die anderen Anklagen sind weiter aufrecht?

Nein, es wurden alle Anklagen fallen gelassen. Die Ankläger kannten offenbar das entsprechende «accordo fiscale» zwischen der Schweiz und Italien nicht. Diesem Agreement zu Folge können wir den Sponsoren über eine Agentur Kommissionen bis zu 50 Prozent der Sponsoringsumme zurückzahlen. Das ist der Punkt.

Es gab den Vorwurf, Forward habe über die Firma Media Action Schwarzgeld in mehrfacher Millionenhöhe an die Sponsoren zurückgezahlt.

Wir haben nie Geld an die Sponsoren zurücküberwiesen. Wir haben nur für die Vermittlung der Geldgeber umfangreiche Kommissionen an Agenten bezahlt. Ob diese Agenten Geld an die Sponsoren zurück bezahlt haben, entzieht sich meiner Kenntnis. Das weiß ich nicht.

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