MotoGP

Casey Stoner als Petrucci-Ersatz? Eher nicht!

Von Günther Wiesinger - 19.03.2016 22:37

Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti versichert, man habe mit Casey Stoner bisher nicht über eine Rolle als Ersatz für den verletzten Pramac-Ducati-Fahrer Danilo Petrucci gesprochen.

Ein dunkler Winkel in der hintersten Ecke des Paddocks auf dem Losail International Circuit in Doha/Katar.

Es ist Samstagabend, 22.55 Uhr. Unweit des Michelin-Servicezelts sehe ich drei Personen in Ducati-Corse-Teambekleidung aufgeregt diskutieren.

Von hinten erkenne ich Gigi Dall'Igna, den General Manager von Ducati Corse, neben ihm sein Sportdirektor Paolo Ciabatti. Eine dritte Person ist verdeckt, bei näherer Betrachtung erkenne ich ihn: Es handelt sich um Casey Stoner, MotoGP-Weltmeister 2007 auf Ducati und 2011 auf Repsol-Honda.

Werden da vielleicht etwas abseits vom Schuss in aller Heimlichkeit Pläne über einen Casey-Stoner-Einsatz bei den nächsten drei WM-Rennen in Las Termas (3. April), Austin (10. April) und Jerez (24. April) geschmiedet?

Ein paar voreilige Medien haben ja bereits gemeldet, Casey Stoner werde den lädierten Danilo Petrucci (rechts drei Mittelhandknochen gebrochen) bei Pramac-Ducati auf der GP15 ersetzen.

Zehn Minuten später läuft mir in der Nähe des Ducati-Büros Paolo Ciabatti über den Weg.

Habt ihr besprochen, ob Casey bei den nächsten drei Rennen statt Petrucci fahren wird?

«Nein, darüber haben wir kein Wort verloren», versichert Ciabatti im Vieraugengespräch mit SPEEDWEEK.com. «Es ging um andere Themen. Wir wollten von Casey wissen, was ihm draussen auf der Strecke bei unseren Fahrern im Qualifying alles aufgefallen ist.»

Stoner wird im April bei den drei MotoGP-WM-Rennen wirklich auf keinen Fall auf die Pramac-Ducati steigen?

Ciabatti: «Casey wird jetzt hier den geplanten Test durchziehen. Er wird am Montag mit der GP15 beginnen, die er auch anfangs Februar in Sepang gesteuert hat. Dann wird er sich erstmals auf die 2016-Desmosedici setzen. Danach wird uns Casey mitteilen, wie er sich fühlt und wie er mit diesem Motorrad zurechtkommt. Wenn er uns nach diesem Test fragen sollte, ob wir ihm die Pramac-Ducati anbieten, werden wir darüber nachdenken. Dann könnte Casey beim Pramac-Team als Ersatzfahrer auftreten. Aber wir üben überhaupt keinen Druck aus; das wäre bei Casey auch nicht sinnvoll. Die Entscheidung und die Anfrage müssten von seiner Seite kommen. Wenn das passiert, werden wir gemeinsam mit Pramac-Chef Paolo Campinoti darüber beratschlagen. Wir würden das miteinander entscheiden. Warten wir also diese zwei Testtage ab. Dann werden wir sehen, ob Renneinsätze möglich sind. Wenn Casey kein Interesse hat, haben wir mit Michele Pirro einen sehr schnellen anderen Testfahrer, der das zweite Pramac-Motorrad fahren kann.»

Bei Ducati glaubt niemand so richtig daran, dass sich Stoner breitschlagen lassen wird, denn er müsste mit der letztjährigen GP15 fahren, die der neuen 2016-Desmosedici sicher unterlegen ist. Bei Pramac ist dieses Modell für die ganze Saison homologiert.

Und siebte Plätze nützen weder Casey Stoner noch Ducati.

Casey Stoner wird eher als Wildcard-Pilot als dritter Mann im Werksteam irgendwo um die Wette fahren, dann kann ihm Ducati eine 2016-Maschine anbieten.

Und das könnte bereits beim Jerez-GP in fünf Wochen der Fall sein.

Klandestines Meeting: Paolo Ciabatti, Casey Stoner und Gigi Dall'Igna © Gold & Goose Klandestines Meeting: Paolo Ciabatti, Casey Stoner und Gigi Dall'Igna
Passende Galerie:

Doha 2016, Freitag/Samstag

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