Marc Márquez schockiert: Will er weg von Honda?

Von Günther Wiesinger
Marc Márquez

Marc Márquez

Aus heiterem Himmel liess Marc Márquez am Freitag in Texas anklingen, dass er sich jetzt bei den anderen Herstellern über die Möglichkeiten für 2017 erkundigen werde. Will er nur Honda aus der Reserve locken?

Lin Jarvis, Managing Director von Yamaha Factory Racing, hätte am liebsten schon beim Katar-GP die Vertragsverlängerung mit Jorge Lorenzo verkündet.

Doch nur Rossi entschloss sich frühzeitig zum Verbleib im Movistar-Yamaha-Werksteam.

Weltmeister Jorge Lorenzo lässt sich bitten.

Niemand kann ernsthaft abschätzen, wie weit seine Verhandlungen mit Ducati wirklich gediehen sind. Es wird viel spekuliert. Belastbare Fakten existieren nicht. Am Donnerstag liess Rossi durchblicken, der Deal sei schon unter Dach und Fach. Am Freitag liess Valentino wieder etwas Spielraum, was die Zukunft seines Teamkollegen betrifft.

Jorge Lorenzo räumte am Freitag nach Platz 5 im zweiten freien MotoGP-Training in Texas ein, dass er sich am liebsten so rasch als möglich entscheiden möchte.

Ducati oder Yamaha, das sind die zwei Perspektiven für den MotoGP-Weltmeister von 2010, 2012 und 2015.

Vielleicht will Lorenzo endlich beweisen, dass er den Mut zum Wandel hat. Und vielleicht will er zeigen, dass er nicht nur auf Yamaha gewinnen kann.

Auch Rossi (sieben MotoGP-Titel, drei mit Honda, vier mit Yamaha) ist mit zwei unterschiedlichen Fabrikaten Weltmeister geworden. Und Casey Stoner war 2007 mit Ducati und 2011 mit Honda Weltmeister. Auch Eddie Lawson gewann drei Titel mit Yamaha, einen mit Honda.

Lorenzo will demnächst wieder Ruhe in seine Karriere und seinen Alltag bringen. Die ständigen Fragen wegen Ducati nerven ihn.

«Ich bin froh um jeden Tag, um den ich die Entscheidung verkürzen kann. Viel mehr kann ich zu diesem Thema momentan nicht erzählen», liess er nach dem FP2 in Texas verlauten.

Wäre Rossi froh, wenn Maverick Vinales 2017 bei Movistar-Yamaha sein Teamkollege würde, falls Lorenzo zu Ducati geht?

Rossi: «Ja, für mich wäre das kein Problem. Für mich macht es keinen grossen Unterschied, ob Lorenzo bleibt oder ob Vinales neu zu uns stösst. Ich könnte auch mit Iannone oder Pedrosa leben, mit wem auch immer. Es ist sicher wahr, dass ich mit Vinales ein sehr schweres Leben hätte, denn er ist sehr jung, er hat viel Talent. Er wird in kurzer Zeit einer der Topfahrer in der MotoGP-WM sein.»

Und dann liess Marc Márquez ganz unauffällig eine Bombe platzen.

Der Repsol-Honda-Star liess im Interview mit einem US-TV-Sender durchblicken, dass er im Transfergeschäft 2016 auch noch eine führende Rolle spielen möchte.

«Ich hatte in den letzten Wochen eine klare Priorität, ich wollte aus der Honda wieder ein Sieger-Motorrad machen», stellte Marc Márquez nach dem FP2 in Austin/Texas fest. «Ich hatte deshalb wenig Zeit, mir über meine Zukunft Gedanken zu machen. Deshalb ist mein Name bei den Teams in den Papierstapeln ein bisschen nach unten gerutscht. Ich bin beim Transferthema in Vergessenheit geraten. Jetzt sind wir wieder konkurrenzfähig. Also haben wir jetzt Zeit, um Gespräche für die Zukunft zu führen.»

Mit dieser Ansage katapultiert sich Márquez schwungvoll auf den MotoGP-Transfermarkt. Ducati hat Interesse. Suzuki wird ebenfalls mit ihm reden, falls Vinales zu Movistar-Yamaha geht. Ein Wechsel zu Movistar-Yamaha scheint momentan unvorstellbar. Aber den Begriff «unmöglich» habe ich schon vor 35 oder 40 Jahren aus meinem Wortschatz gestrichen, als Barry Sheene Ende 1979 freiwillig auf eine Werks-Suzuki verzichtete und sich eine Production-Yamaha kaufte, als Sheene dann Teamkollege seines Erzrivalen Kenny Roberts bei Yamaha wurde und als Honda eine Dreizylinder-Zweitaktmaschine für die 500er-WM baute.

Marc Márquez verschweigt aber nicht, dass er sich jederzeit zwei weitere Jahre mit HRC vorstellen könnte.

Aber vor einer Entscheidung möchte er gerne durch platzgreifende Verhandlungen seinen Marktwert ein bisschen in die Höhe treiben. Vielleicht auf 8, 10 oder 12 Millionen Euro.

Repsol-Honda-Teamprinzipal Livio Suppo bleibt gelassen. «Marc weiss, dass es unsere Priorität ist, ihn über die Saison 2016 hinaus bei Honda zu halten», erklärte der Italiener im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Und er sagt uns immer, es sei seine Priorität, mit Honda weiterzumachen. Es besteht also keine Eile, die Verhandlungen zu beginnen.»

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