KTM X-BOW GT-XR: Ein Auto, das seinesgleichen sucht

Von Felix Schmucker
Rendering des KTM X-BOW GT-XR

Rendering des KTM X-BOW GT-XR

KTM bringt mit dem X-BOW GT-XR einen ganz besonderen Supersportwagen auf den Markt. Vorstandsmitglied der KTM AG Hubert Trunkenpolz spricht im Interview über das Fahrzeug und seine Entstehungsgeschichte.

Ready to Race ist für KTM nicht einfach ein Slogan, es ist die DNA des österreichischen Herstellers. Es bestimmt die Herangehensweise an neue Projekte und die Motivation dahinter. Hier wird für Siege auf den Rennstrecken dieser Welt entwickelt, getestet und produziert. Zweite Plätze sind keine Option. So auch bei dem neuen Projekt der KTM Sportcar GmbH, dem KTM X-BOW GT-XR. Wir sprachen hierzu mit Hubert Trunkenpolz, Geschäftsführer der KTM Sportcar GmbH sowie Vorstandsmitglied der KTM AG.

Im Jahr 2008 brachte KTM den X-BOW und damit das erste Fahrzeug auf vier Rädern der Marke auf den Markt. Der X-BOW stieg sofort in die Spitzenkategorie der Leichtgewicht-Sportwagen auf. Damals den meisten als Motorradmarke bekannt, markierte er einen Meilenstein für das gesamte Unternehmen. Was waren die größten Herausforderungen beim X-BOW?

«Wir wollten von Anfang an ein Auto auf die Straße bringen, dass die KTM-Werte, wie kompromissloser Leichtbau, pure Performance und herausragendes Design widerspiegelt. Hierfür mussten besondere technische Lösungen gefunden werden, wie beispielsweise das außergewöhnliche Carbon-Monocoque. Außerdem mussten wir dafür eine komplett neue Fertigung aufbauen. Das waren hohe Hürden, die wir aber anständig gemeistert haben. Herausgekommen ist die KTM-eigene Manufaktur in Graz, mit der modernsten Kleinserienproduktion Europas. Als die Idee dann zur Realität wurde und der erste X-BOW aus der Werkhalle fuhr, konnten wir Autofans auf der ganzen Welt damit begeistern. Es hat sich also mehr als gelohnt.»

Seitdem ist einiges passiert, neue X-BOW-Modelle und -Evolutionsstufen sind erschienen. Wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung der X-BOW-Reihe?

«Ich glaube nicht zu übertreiben, wenn ich sage, dass uns die Entwicklung schon stolz macht. Seit dem Produktionsstart haben wir mehr als 1.400 X-BOWs an Menschen geliefert, die puren Fahrspaß erleben möchten. Damit sind wir zu einem der weltweit erfolgreichsten Kleinserienhersteller für Sportwagen aufgestiegen. Und wir haben mit der X-BOW BATTLE eine der erfolgreichsten Amateurrennserien Europas aus dem Boden gestampft, was uns auch dabei geholfen hat, den X-BOW weiterzuentwickeln. Außerdem haben wir viele Siege in verschiedenen Motorsportkategorien und noch mehr Erfahrungen gesammelt. Der KTM X-BOW GTX und GT2 markierten dann den nächsten großen Schritt. Sie bildeten die Basis für unseren Traum, den kompromisslosesten Supersportwagen für die Straße zu bauen.»

Nun wurde mit dem KTM X-BOW GT-XR ein neuer X-BOW aus dem Hause KTM angekündigt. Wofür steht XR im Namen?

«Das XR steht für Extreme Racer. Und es ist auch mit Abstand das extremste, straßenzugelassene Auto von KTM. Ausschlaggebend für uns ist dabei die Gesamtperformance. Wir möchten ein straßenzugelassenes Auto bauen, dass jederzeit in der Lage ist, Bestzeiten bei einem Trackday in den Asphalt zu brennen. Um das zu erreichen, ist ein geringes Gewicht in Verbindung mit hoher Leistung und ausgeklügelter Aerodynamik entscheidend. Deshalb wird bei der Fahrzeugentwicklung alles auf die sogenannte Power-to-Weight-Ratio, also dem Verhältnis von Leistung zum Gewicht, getrimmt.»

Wie hat der Motorsport bei der Entwicklung geholfen?

«Wenn es um pure Performance und Haltbarkeit geht, ist der Motorsport die härteste Schule, die es gibt. Jede Unzulänglichkeit kostet Zeit, jeder Fehler kann das Aus bedeuten. Nur Perfektion führt zu Siegen. Deshalb kam für uns auch zuerst der Motorsport, woraus die Entwicklung für ein Straßenauto entsprang. Hier haben wir die Stärken des Autos herausgestellt sowie die Schwachstellen finden und beseitigen können.»

Was können Auto-Enthusiasten erwarten?

«Wir führen momentan die Langstreckentests durch, bei denen auch ich bereits den einen oder anderen Kilometer abspulen konnte. Ich möchte noch nicht zu viel verraten, aber da kommt was sehr Außergewöhnliches und Extremes auf Autoliebhaber zu. Die beeindruckende Agilität in Verbindung mit der rohen Power und dem kernigen Sound sorgten für euphorische Momente und auch Gänsehaut bei mir. Das ist genau das Gefühl, was wir mit all unseren Produkten erzielen möchten. Dazu kommen die technischen Lösungen, die wir entwickelt haben, um das Rennfahrzeug auf die Straße zu bringen. Kenner werden viel Rennsporttechnik entdecken. Wir haben aber auch darauf Wert gelegt, dass das Fahrzeug alltagstauglich ist. Dazu gehört, dass man größere Distanzen ohne Zwischenstopp zurücklegen und auch Gepäck mitnehmen kann. Was wir da ermöglichen, wird einige überraschen. Und das alles kommt in einem angriffslustigen und spektakulären Design daher. Mit diesem Auto will man sich unbedingt sehen lassen. Deshalb ist es für uns auch einfach A car like no other.»

Wen soll der neue X-BOW GT-XR ansprechen?

«Er ist sicher kein Auto für jedermann. Menschen, die einen X-BOW GT-XR fahren sind aus einem eigenen Holz geschnitzt und leben einen individualistischen Lifestyle. Wer sich hier in das Cockpit setzt, liebt den Nervenkitzel, lotet immer wieder seine persönlichen Grenzen aus und weiß absolut, was er oder sie will – keine halben Sachen.»

Wann wird der neue KTM X-BOW GT-XR offiziell vorgestellt und wo bekommt man ihn?

«Wir können es kaum erwarten und arbeiten dafür, dass wir unseren neuen Supersportwagen im September vorstellen können. Für alle, die schon vorher einen Blick auf den GT-XR werfen möchten, haben wir digitale Renderings des Supersportwagens entworfen. Die Computergrafiken sind schon sehr nah am Original.»

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