Schlimme Befürchtung: Ken Roczen nie wieder der Alte?

Von Johannes Orasche
US-Motocross 450
Im freien Gelände hat Ken Roczen bereits wieder trainiert

Im freien Gelände hat Ken Roczen bereits wieder trainiert

Motocross-Experte und Manager Bob Moore spricht über den aufregenden Comeback-Plan des deutschen Jahrhundert-Fahrers Ken Roczen. «Mit Talent geht alles», ist der Amerikaner überzeugt.

Bob Moore war selbst Motocross-Weltmeister, 1994 in der 125er-Klasse, und fast zehn Jahre lang in Europa bei den besten Adressen im MX-Paddock unter Vertrag. Mittlerweile betreut der Amerikaner als Mitarbeiter der Wassermann Group Top-Sportler im Motorradbereich. Zu den Wassermann-Klienten zählen in Europa die MotoGP- und Moto2-Fahrer Jonas Folger, Bradley Smith, Brad Binder und Danny Kent. Zudem hat Moore sehr gute Einblicke in die Comeback-Bemühungen von Ken Roczen, nach dessen fürchterlichem Unfall beim Supercross in Anaheim Ende Januar 2017.

Der 23 Jahre alte Thüringer wird in den USA geschäftlich von eigens abgestellten Mitarbeitern der Wassermann Gruppe betreut. Zur Erinnerung: Roczen wäre nach dem Crash der völlig zertrümmerte linke Unterarm beinahe amputiert worden, sogar Transplantationen wurden im Bereich des Ellenbogen-Knorpels vorgenommen. «Ken hat die Schrauben jetzt aus seiner Hand», berichtete Moore. «Man darf nicht vergessen, dass er mehr als zehn Operationen im Unterarm hatte.»

Zuletzt tauchten mehrfach Videos von Trainingsfahrten des American-Honda-Stars im Internet auf. Moore: «Das waren nur Fahrten im offenen Gelände, von allem anderen ist Ken noch weit weg. Supercross ist noch viel zu heikel. Ken soll keinen Stress haben. Er erhält seine Honda-Gage, egal wie viele Rennen er fährt. Der Plan wäre, dass Kenny im Januar beim Supercross-Auftakt Anaheim I wieder dabei ist. Wir haben aber auch überlegt, ob er 2018 nur Motocross fahren soll.»

Viele zweifeln, ob Roczen nach den Komplikationen und dem Leidensweg je wieder auf sein altes Niveau kommt. «Mit Talent geht alles und Ken hat so unglaublich viel davon. Er kann Wege finden, mit denen er die vielleicht etwas eingeschränkte Funktion des Arms umfährt – mit neuen Techniken und neuen Moves.» Außerdem glaubt Moore: «Selbst wenn Ken Roczen mit 85 oder 90 Prozent seines vollen Vermögens fährt, ist er noch überall schnell genug.»

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