Estland: M-Sport mit Plätzen sechs bis acht

Von Toni Hoffmann
WRC

Teemu Suninen/Jarmo Lethinen setzten sich auf der vorletzten Wertungsprüfung mit dem Ford Fiesta WRC gegen ihre Teamkollegen Esapekka Lappi/Janne Ferm durch.

M-Sport Ford hat in Estland beim Restart der Rallye-Weltmeisterschaft nach der gut halbjährigen Corona-Pause die Plätze sechs, sieben und acht eingefahren. Teemu Suninen und Beifahrer Jarmo Lehtinen konnten sich mit ihrem über 385 PS starken Fiesta World Rally Car (WRC) auf den 17 Wertungsprüfungen (WP) rund um die Universitätsstadt Tartu knapp gegen ihre finnischen Teamkollegen Esapekka Lappi/Janne Ferm und die britische Nachwuchs-Crew Gus Greensmith/Elliott Edmondson durchsetzen. Mit einer WP-Gesamtlänge von gut 234 Kilometern und einem Zweitagesformat war die Rallye Estland einer der kürzesten WM-Läufe in der Geschichte des 1973 gegründeten Championats.

Dabei hatte die erste WM-Rallye in dem nordöstlichsten der drei Baltenstaaten für M-Sport vielversprechend begonnen: Lappi/Ferm setzten auf der ersten Prüfung am Freitagabend auf den Straßen von Tartu die Bestzeit, Suninen/Lehtinen belegten kaum 1,5 Sekunden langsamer Rang zehn. Mit dem Start in die Samstagsetappe büßten beide Fiesta WRC-Besatzungen auf den rasant schnellen Schotterpisten jedoch den Anschluss zur Spitzengruppe ein. Zur Mittagspause rangierte Lappi auf Platz acht, Wahl-Este Suninen lag mit 6,9 Sekunden Rückstand gleich dahinter auf der neunten Position. Am Nachmittag lief es für beide besser und sie konnten sich auf die Plätze sieben und acht verbessern. Gus Greensmith hatte zu diesem Zeitpunkt den Sprung in die Top 10 geschafft.

Am Sonntag musste Lappi eine Schrecksekunde meistern, als sich sein Turbo-Allradler in einer Spurrille verfing und zu einem Dreher ansetzte. Die ungewollte Einlage kostete den 29-Jährigen aus Pieksimäki rund zehn ekunden Zeit und die sechste Position, denn uninen konnte sich mit immer stärker zurückkehrendem Vertrauen peziell in den Highspeed-Passagen gegenüber dem Vortag deutlich verbessern. Auch Greensmith zeigte im Laufe der Veranstaltung eine deutliche Leistungssteigerung und stellte damit seine Lernfähigkeit einmal mehr unter Beweis.

n der WRC2-Kategorie fuhren Adrien Fourmaux und Copilot Renaud Jamoul mit ihrem Ford Fiesta Rally2 nach einer beeindruckenden Vorstellung gegen harte Konkurrenz auf Rang zwei vor. Auch dieser Turbo-Allradler wird von einem 1,6 Liter großen Ford EcoBoost-Motor angetrieben. Er leistet rund 300 PS.

Dass Esapekka Lappi am Freitagabend mit dem Fiesta WRC die Bestzeit geholt hat, darüber haben wir uns natürlich sehr gefreut», erklärt M-Sport-Teamchef Richard Millener. «Danach erwies sich die Rallye für uns aber zunehmend als schwierig. Sicher konnten wir nicht so viel Testen wie unsere Kontrahenten, aber dennoch hatten wir uns etwas mehr ausgerechnet. Unsere drei Fahrer waren froh, endlich wieder hinter dem Volant zu sitzen. Alles in allem sind wir aber froh, dass der Rallye-WM der Neustart gelungen ist. Die Veranstalter der Rallye Estland haben einen tollen Job gemacht. Wir blicken jetzt den bevorstehenden WM-Läufen entgegen, bei denen wir wieder besser abschneiden sollten.»

«Schön, dass wir endlich wieder WM-Rallyes fahren können - aber wir waren an diesem Wochenende noch nicht da, wo wir sein wollen. Nach der langen Pause hat es am Samstag etwas gedauert, wieder in den richtigen Rhythmus zu kommen. Am Sonntag lief es schon deutlich besser. Dennoch liegt noch viel Arbeit vor uns. Jetzt stehen die WM-Läufe in der Türkei und auf Sardinien vor uns, dort waren wir bislang immer stark.»

Das war sicher kein einfaches Wochenende für uns. Klar haben wir es genossen, am Freitag diesen neuen Rallye-WM-Lauf am Steuer unseres Ford Fiesta WRC mit der Bestzeit zu eröffnen, aber am Samstag konnten wir dieses Tempo leider nicht mehr aufrecht erhalten. Auf Schotter müssen wir noch zulegen, das sollte bereits in der Türkei und auf Sardinien so sein.»

Greensmith: «Jeder Tag am Steuer eines World Rally Car muss einfach ein guter sein. Doch ehrlich gesagt hatte ich mir speziell am Samstag etwas mehr ausgerechnet. Wir wussten, dass es für uns sehr hart werden würde und wir uns vor allem auf uns selbst konzentrieren müssen. Die Lernkurve sprach für sich. Fehlte uns zu Beginn noch gut eine Sekunde pro Kilometer auf unsere Teamkollegen, so konnten wir dies nach und nach auf nur noch zwei Zehntel reduzieren - und ich bin mir sicher, mit etwas mehr Übung finden wir noch mehr.»

Rallye Estland – Endstand nach 17 Prüfungen:

 

Pos

Team/Auto

Zeit/Diff

1

Tänak/Järveoja (EE), Hyundai

1:59:53,6

2

Breen/Nagle (IRL), Hyundai

+ 22,2

3

Ogier/Ingrassia /F), Toyota

+ 26,9

4

Evans/Martin (GB), Toyota

+ 41,9

5

Rovanperä/Halttunen (FIN), Toyota

+ 1:18,7

6

Suninen/Lehtinen (FIN), Ford

+ 2:39,6

7

Lappi/Ferm (FIN), Ford

+ 2:52,0

8

Greensmith/Edmondson (GB), Ford

+ 4:53,8

9

O. Solberg/Johnston (S), VW R5

+ 7:38,6

10

Östberg/Eriksen (N), Citroën R5

+ 8:17,3

 

WM-Fahrerwertung – Stand nach 4 von 7 Läufen:

Platz

Fahrer, Nation, Auto

Punkte

1.

Ogier/Ingrassia (F), Toyota

79

2.

Evans/Barritt (GB), Toyota

70

3.

Tänak/Järveoja (EE), Hyundai

66

4.

Rovanperä/Halttunen (FIN), Toyota

55

5.

Neuville/Gilsoul (B), Hyundai

42

6.

Suninen/Lehtinen (FIN), Ford

34

6.

Lappi/Ferm (FIN), Ford

30

8.

Breen/Nagle (IRL) Huyndai

25

9.

Katsuta/Barritt (J/GB), Toyota

8

9.

Loeb/Elena (F/MC), Hyundai

8

9.

Tidemand/Barth (S), Skoda R5

8

 

WM-Herstellerwertung – Stand nach 4 von 7 Läufen:

Platz

Hersteller, Auto

Punkte

1.

Toyota Gazoo Racing WRT/Yaris WRC

137

2.

Hyundai Shell Mobis WRT/i20 WRC

132

3.

M-Sport Ford WRT/ Ford Fiesta WRC

83

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