Souveräner Volkswagen-Doppelsieg in Polen

Von Toni Hoffmann
WRC
Volkswagen schreibt Erfolgsgeschichte in der Rallye-WM fort, Weltmeister Sébastien Ogier schlägt Youngster Andreas Mikkelsen, 30 Podestplätze bei 20 WM-Rallyes für den Polo R WRC.

Ein weiterer Meilenstein für Volkswagen in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC): Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F/F) haben bei der Rallye Polen den 17. Gesamtsieg des Polo R WRC bei 20 Rallyes gefeiert. Andreas Mikkelsen/Ola Fløene (N/N) komplettierten dank einer großartigen Leistung sowie Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (FIN/FIN) mit einer entschlossenen Aufholjagd das starke Teamergebnis mit den Rängen zwei und fünf. Volkswagen baute damit die Führung in der Hersteller-Wertung der Rallye-WM vor der Sommerpause auf 147 Zähler aus und kann frühestens bei der Rallye Frankreich im Oktober wieder von der Spitze verdrängt werden. Für Ogier/Ingrassia markierte der Erfolg in Polen den 21. Laufsieg, Mikkelsen stand nach Platz zwei in Schweden zum zweiten Mal in der Königsklasse des Rallye-Sports auf dem Podium. Für Volkswagen markierte die siebte Saisonrallye eine Premiere: Erstmals startete die Mannschaft mit dem Polo R WRC in Polen.

Vollgas in Polen: hohes Tempo, viele Sprünge

Highspeed satt bei der fünften Schotter-Rallye des Jahres – das Durchschnittstempo der Rallye Polen bildete das höchste der bisherigen Saison. Sieger Sébastien Ogier absolvierte die 304,21 ausgetragenen Kilometer mit 118,5 km/h. Mit seiner Bestzeit auf der neunten Wertungsprüfung ging die schnellste WP in der Geschichte des Polo R WRC in der Rallye-WM an Andreas Mikkelsen. Der Norweger wurde auf den 12,89 Kilometern von «Wieliczki 2» mit durchschnittlich 136,88 Kilometern pro Stunde gemessen. Der Vollgas-Anteil auf dieser Prüfung betrug 80,21 Prozent.

Energieleistungen: lange Rallye-Tage fordern Fahrer, Beifahrer und Mechaniker

Harte Arbeit, wenig Schlaf – die Rallye Polen führte Fahrer, Beifahrer, Mechaniker und Ingenieure bis an die Grenzen der Belastbarkeit. Die Tage begannen stets in den frühen Morgenstunden und endeten teilweise nach Mitternacht. Auch die Fahrer und Beifahrer waren auf langen Verbindungsetappen, die sie teils bis nach Litauen führten, gefordert, wo für die Mechaniker und Ingenieure zudem ein sogenannter Remote-Service auf der Agenda stand. Die Energieleistung schlechthin vollbrachten die Volkswagen Mechaniker am Rallye-Samstag. Beim Mittagsservice hatte die Crew von Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila eine Mammut-Jobliste abzuarbeiten.

Latvala beschädigte auf der 14. Wertungsprüfung der Rallye Polen die linke Vorderrad-Aufhängung seines Polo R WRC. In lediglich 28 Minuten wechselten Latvalas Mechaniker – unter der tatkräftigen Mithilfe der Schrauber von Sébastien Ogier: die vorderen Dämpfer, die komplette Vorderachse inklusive der Lenkung, den Radträger vorn links, den vorderen Unterbodenschutz, den Wischermotor, die Windschutzscheibe, die Motorhaube sowie den Kotflügel vorn links, Schmutzfänger inklusive. Und zu guter Letzt die Werkzeugtasche – deren Inhalt hatten Latvala/Anttila für die Notreparatur auf der Verbindungsetappe verwendet. Die Anstrengung wurde belohnt: Latvala/Anttila verbesserten sich anschließend von der siebten Position des Gesamtklassements auf Rang fünf und gewannen noch fünf Sonderprüfungen und lagen sonst stets unter den Top drei.

Zum zweiten Mal in Folge: alle Powerstage-Punkte für Ogier, Mikkelsen und Latvala

Die sogenannte Powerstage, bei der Zusatzzähler für die besten drei in Fahrer- und Beifahrerwertung vergeben werden, bleibt eine erfolgreiche Disziplin für Volkswagen. Seit dem Einstieg mit dem Polo R WRC im Januar 2013 wurden 19 Powerstages ausgetragen, 14 Mal lag ein Volkswagen Duo vorn. 35 Mal ernteten die Werksfahrer und -Beifahrer aus Wolfsburg Zusatzzähler – dank zehn zweiter und elf dritter Plätze. Für Sébastien Ogier war es der 15. Powerstage-Erfolg, der elfte mit Volkswagen.

Schönste Nebensache der Welt: Fußballfieber bei der Rallye Polen

Hoher Besuch vom polnischen Ex-Nationaltorhüter und Champions-League-Gewinner Jerzy Dudek, gemeinsames Mitfiebern bei den WM-Partien und viel Action rund um das runde Leder – in Polen war die Rallye-WM im Fußballfieber. Die Volkswagen Services an den drei Polo R WRC wurde auf stilisierten Spielfeldern absolviert. Der Zeitvertreib Nummer eins während der vielen langen Pausen im Zeitplan waren für Teammitglieder und Gäste die Spiele am Kicker-Tisch – unter anderem mit einem Match zwischen Volkswagen und M-Sport-Ford. Der Red-Bull-Freestyle-Weltmeister Szymon Skalski zeigte sein Fußfertigkeit am Ball. Die Volkswagen Mitarbeiter trugen im Servicepark zudem die Nationaltrikots ihrer Heimatländer. Ein Brasilianisches Trikot – unterzeichnet von Volkswagen Markenbotschafter Neymar jr. – wurde von Volkswagen Partner Castrol gemeinsam mit Sébastien Ogier verlost. Bei den Autogrammstunden schossen die Volkswagen Fahrer darüber hinaus von ihnen signierte Bälle ins Publikum.

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