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ADAC GT MastersKolumne

24 Stunden Rad an Rad

Christopher Mies berichtet in seiner neuen Kolumne über seine Höhen und Tiefen bei den 24 Stunden am Nürburgring.

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Mies im Audi R8 ultra am Brünnchen
Mies im Audi R8 ultra am Brünnchen
Foto: 24h-Rennen.de
Mies im Audi R8 ultra am Brünnchen
© 24h-Rennen.de

Liebe Freunde,

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das war es also schon wieder. Das berühmt-berüchtigte 24h-Rennen auf dem Nürburgring. Die geilsten Autos, die besten Fahrer, die engsten Duelle, die schönste Strecke und nicht zuletzt die verrücktesten Fans auf der ganzen Welt. 24h Nürburgring eben.

Für mich begann das Event bereits am Montag, da wir noch einen Rollout machten. Alle Systeme unserer "Rossvita" gecheckt und für gut befunden. Unser #2 Playstation Audi sah schon verdammt heiß aus. Den Namen, den jedes Werksauto bekommt, passte auch wie die Faust aufs Auge. Ich war happy. Danach die zwei Tage hießen nochmal regenerieren, bevor es dann am Mittwochmorgen erneut an die Strecke ging. Bei Schneeregen... im Mai, wo andere schon über 20 Grad geniessen, haben wir in der Eifel Schneeregen und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Willkommen in der Eifel :-)

Also schnell den ganzen Akkreditierungskram erledigt, um nicht einzufrieren, und schon war der Tag wieder rum. Viele alte Bekannte getroffen, viel unterhalten und gefachsimpelt. Ihr glaubt gar nicht, wer alles so der Favorit war... Jeder schiebt jedem diesen Schuh zu, keiner will sich selbst zu viel Druck machen. Mein Favorit war, neben unserer Mannschaft, BMW. Bei DEN Vorbereitungsrennen von den Jungs kommt man da glaube ich auch nicht drum herum ;-)

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Donnerstag dann das erste freie Training. Die meiste Zeit fuhr ich, da wir etwas mit dem Spritverbrauch kalkulieren mussten. Das Set-up passte ohnehin sehr gut, damit haben wir schließlich VLN 3 auf dem 2. Platz beendet. Zusätzlich beendeten wir das Training noch auf Platz 2, wobei man sagen muss, dass es wirklich ultraeng zu ging. Wahnsinn!

Freitagabends das Nachtqualifying war mehr zum Gewöhnen an die Nacht und kleine Set-up-Veränderungen gedacht. Genauso das morgendliche Qualifying am Freitag.

Erst beim Top-40 Qualifying hat es dann gezählt. Und der Frank hat auf unserem Auto wahrlich ein Feuerwerk abgebrannt. Wir hatten Lospech und standen fast ganz hinten. Also musste Frank in der Einführungsrunde pushen, um die langsameren vor uns einzuholen. Vielleicht macht man die Aufstellung nächstes Jahr anders, indem man das Ergebnis von den Qualifyings nimmt. Wie auch immer, P8 war das Resultat und das mit gerade mal knapp 2,5 Sekunden Rückstand. WOW!

Erstmal waren wir alle ganz zufrieden, dazu dieses wirklich schöne Wetter! Am Montag hiess es noch Dauerregen beim 24h-Rennen – und was war letztendlich? Ein Regenschauer von 1,5 h während des gesamten Wochenendes. Eifel mal wieder :-)

Frank fuhr den Start und konnte sich bis auf Platz 5 verbessern. Aber was in den ersten Runden abging, war schon der Hammer.

Unfälle über Unfälle, Reifenschäden am laufenden Band. Als dann Bleekemolen im SLS vor Frank bei Topspeed einen Reifenschaden hatte, ist uns allen der Atem gestoppt. Was für eine Szene, der Einschlag unvermeidbar und sehr ärgerlich für Fahrer und das Mercedes-Team. Sowas braucht keiner, gehört aber zur Rennerei dazu.

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Ich ging als zweiter ins Auto und konnte mich wieder um einen Platz verbessern. Danach war es mehr D-Zug fahren als richtiges Racing. Vor mir die beiden Hankook-Mercedes, dann ein Schubert Z4. Der BMW und ich konnten viel schneller, fanden aber keinen Weg vorbei.

Immer wieder musste ich mich bremsen, "hey noch 22 Stunden, keep it easy!" So fuhren wir unsere Runden und änderten die Strategie, irgendwann dann ab Mitternacht waren wir auf Platz 1.

Dabei waren wir mehr oder weniger zu dritt unterwegs, weil Frank der Springer war und hauptsächlich auf dem Bilstein-Auto fuhr.

Morgens gegen halb 6 übernahm ich nach einem Doppelstint um Mitternacht dann erneut das Steuer. Es lief alles nach Plan, bis ich am Ende meines Doppelstints im Bereich Pflanzgarten 2 einen Unfall hatte.

Ein langsameres Auto hatte mich schlichtweg übersehen und ist von rechts auf die Ideallinie zurück gezogen. Nur dass ich dort leider schon im 5. Gang mit über 200 war. Der Einschlag auch hier unvermeidbar und sehr hart. Wie ärgerlich!! Führendes Auto mit über 2 Minuten Vorsprung und dann ein Unfall.

Ich rettete mich zurück zur Box, wo die Jungs gleich mit Reparieren der Schäden begannen. Für die Stelle ist es gut ausgegangen, dennoch verloren wir über 50 Minuten.

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Ich war so sauer, so aufgebracht, so traurig und am Boden zerstört.

Das Interview direkt im Anschluss war mit Sicherheit keine Glanzleistung, und die Kleinen fahren auch ganz sicher nicht um die "goldene Ananas!" Ich selber habe auf einem Toyota Yaris mit 120 PS und danach einem Ford Fiesta mit 170 PS die schönste Strecke der Welt erlernt.

Diese Duelle, 24 Stunden Stossstange an Stossstange, Windschatten fahren und bis zur letzten Rille kämpfen werde ich niemals vergessen. Da weiß man, was echtes Racing ist. Keine Vignetten-Reifen, da wird beim Boxenstopp die Vorderachse nach hinten geschnallt und nur zwei neue Reifen montiert.

Wie gesagt, ein großes SORRY, wenn ich jemandem auf den Schlips getreten bin, ihr wisst, ich bin ein Fan der Kleinen. Aber bitte versteht auch die Wut, die man in sich trägt, wenn man als Führender einen solchen Unfall hat. Immerhin hat sich der Kollege entschuldigt und sich als Audi-Fan geoutet. Ihm tat es leid, und bei einem gemeinsamen Bier am Abend war das Ganze auch wieder schnell vom Tisch.

Ja, wie ging es weiter? Wir sind dann wieder raus, Platz 14 oder 15. Aber danach war nur noch pushen angesagt. Wir waren das absolut schnellste Auto im Feld und fuhren uns konstant nach vorne.

Die schnellste Audi-Zeit konnte ich dann auch für mich verbuchen, und wir schafften es tatsächlich mit vieeeeeeel Glück noch auf Platz 5.

Aber wie hätte es aussehen können? 1–3 für Audi! So ist es ein Doppelsieg für Audi geworden.

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Sogar ich hatte Tränen in den Augen beim Zieleinlauf, die Stimmung und die Gesichter der Jungs zu sehen, war ein Bild für die Götter.

Ganz besonders hat es mich für Werner Frowein gefreut. Er steht hinter dem ganzen Projekt, und er hatte es sich so sehr gewünscht. Er supportet das gesamte 24h Rennen, ohne solche Unterstützung wären die Kosten für alle Teams bereits längst gestiegen. Das ist nicht selbstverständlich, und ich hoffe, das weiß auch jeder zu schätzen. Werner ist ein toller Mensch, der immer zu den Fahrern steht. Das rechne ich ihm hoch an.

Meine Teamkollegen haben den Sieg verdient geholt! Glückwunsch!

Mein nächstes Rennen ist in 2 Wochen in Silverstone. Dann gibt es das nächste Rennen der Blancpain Endurance Series.

Bis dahin

Euer Chris

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