Darum ist Antonelli besser als Russell: «Da ist eindeutig ein Unterschied»
George Russell wurde im Formel-1-Qualifying von Monaco nur Sechster, während sein Teamkollege die Pole holte. Der Brite ist ratlos, sucht Erklärungsansätze, warum derzeit alles gegen ihn läuft.
Was für ein bitteres Qualifying für George Russell. Am Trainingsfreitag waren beide Mercedes in Monaco nur dritte Kraft. Doch am Samstag schaffte Russells Teamkollege Kimi Antonelli dann die Wende: Der junge Italiener war im dritten freien Training Schnellster und sicherte sich mit einem starken Qualifying die Pole-Position. Doch George Russell gelang die Wiederauferstehung nicht: Während sein Teamkollege von Platz 1 startet, muss er als Sechster in den Grand Prix von Monaco gehen. Beste Voraussetzungen also für Antonelli, seinen Vorsprung in der WM-Wertung weiter auszubauen. Schon jetzt liegt Russell 43 Punkte hinter Antonelli – und versteht die Welt nicht mehr.
Russell ratlos
Russell: «Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was da los ist. Irgendetwas an meinem Fahrstil funktioniert derzeit mit dem Auto nicht. Wenn ich mir Melbourne und China anschaue, war ich in jeder einzelnen Session auf Platz 1. Und jede Runde, die ich gefahren bin, war gut. Die letzten drei Rennen waren einfach ein Reinfall. Selbst in Kanada war ich in beiden Sessions bis zur letzten Runde von Q3 völlig abwesend. Ich habe keine Antwort darauf.»
Der Brite sagte im Fahrerlager von Monaco merklich geknickt: «Als ich im dritten freien Training in meiner ersten Runde rausfuhr, lag ich vier Zehntel vor allen anderen. Dann veränderte sich alles. Solange ich keine Anpassungen oder Korrekturen vornehmen kann, wird es so weitergehen.»
Unterschied im Fahrstil?
Warum läuft’s bei Antonelli so gut und bei Russell so schlecht? Der Brite mutmaßt: «Da ist eindeutig ein Unterschied im Fahrstil zwischen uns beiden, der schon letztes Jahr da war. Letztes Jahr hat mir das sehr gut in die Karten gespielt, und dieses Jahr spielt es ihm ganz offensichtlich perfekt in die Karten. Aber das beantwortet immer noch nicht die Frage, warum ich zu Beginn des Jahres so gut und jetzt so schlecht war. Also müssen wir uns ansehen, woran das liegt. In den Daten ist es deutlich zu sehen. Der Unterschied darin, wie wir fahren, hat einen so großen Einfluss auf die Reifen. Er bringt die Reifen einfach in ein besseres Arbeitsfenster als ich, hat eine bessere Balance über die gesamte Runde hinweg. Und das Tempo fällt ihm einfach leichter. Ich weiß nicht, woran das liegt, habe aber einige Ideen.»
Der WM-Zweite Russell: «Ich fahre schon meine ganze Karriere lang auf diese Weise. Und jetzt, aus welchem Grund auch immer, funktioniert es mit diesem Auto nicht. Mit dem Auto vom letzten Jahr hat Kimi versucht, auf meine Art zu fahren, und es hat auch bei ihm nicht funktioniert. Es ist also keine Ausrede. Es ist einfach die Realität. Und ich muss entweder mit dem Team zusammenarbeiten, um meinen Fahrstil anzupassen und diese neuen Reifen und diese neuen Autos anzugleichen. Oder ich muss ein anderes Setup finden, das für mich funktioniert. Aber im Moment läuft es einfach nicht rund.»
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