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Über-NineT mit zwei Litern Hubraum: Luftgekühlte BMW R20 geht in Serie

Zunächst wurde die BMW R20 im Jahr 2024 nur als Showbike am Comer See gezeigt, doch noch in diesem Jahr dürfte die luftgekühlte Boxer-Speerspitze der Bayern serienreif sein. Wir haben die Fotos!

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Etwas mehr als zwei Jahre ist es jetzt her: Markus Flasch, CEO von BMW Motorrad, fährt beim Concorso d'Eleganza Villa d'Este die «Concept R20» auf die Bühne. Der Zusatz «Concept» stellte klar, dass es sich beim gezeigten Motorrad nicht um ein Serienmotorrad handeln würde. Die Bayern wollten jedoch zeigen, was der Kunde sich vorstellen kann, wenn sie ihren «Big Boxer» in ein Motorrad verbauen, das typisch für BMW ist. Typischer zumindest als es die Cruiser-Familie «R18» ist. Das, was als Ergebnis am Comer See präsentiert wurde, war spektakulär: Schnörkellos, klassisch und liebevoll gestaltet, reduziert und bullig zugleich – als hätte man die ursprüngliche R NineT mit dem großen Boxer-Motor ausgestattet. Nur kurze Zeit später war abzusehen, dass der Concept R20 eine Serienversion folgen würde und auch CEO Flasch betonte mehrfach öffentlich seine Unterstützung für das Projekt.

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Inzwischen nimmt der Heritage-Roadster die letzten Hürden zum Serienanlauf, um eine Präsentation noch in diesem Jahr möglich zu machen. In Bayern und Südfrankreich sind Prototypen auf Erprobungsfahrten unterwegs, an denen vor allem eines auffällig ist: Wie wenig sich an der Serien-R20 gegenüber der Konzeptstudie verändern wird. Auch die Frontlampe orientiert sich am Concept, jedoch wurde die Tagfahrlichtgrafik angepasst. Die Silhouette des Ausstellungsstücks lassen die bayrischen Designer nahezu unangetastet. Die Gestaltung des Tanks, des Einzelsitzes und des Lenkers werden fast 1:1 von der Studie übernommen und damit auch deren Ergonomie. Zwar wurden frühe Entwicklungsmotorräder mit einer Doppelsitzbank gesichtet. Wahrscheinlich ist jedoch, dass diese, wenn überhaupt, nur optional erhältlich sein wird. Der Heckrahmen der R20 ließe sich mit der auf Fotos erkennbaren Schraubkonstruktion leicht austauschen, so wie dies auch bei der R NineT der Fall war.

Das Herz des Motorrads sitzt darunter: Der um rund 100 Kubikzentimeter je Zylinder erweiterte «Big Boxer», der in der Cruiser-Familie schon keinen Mangel an Hubraum aufweist und in der R20 nun auf die namensgebenden Zwei Liter kommt. Typgetreu, jedoch modifiziert gegenüber der Studie, ist die Unterflur-Auspuffanlage. Sie muss, um zulassungsfähig zu sein, die üblichen Abgas- und Lärm-Emissionstests bestehen, ist unauffällig unter dem Motor installiert und mündet in je eine Auspufföffnung pro Seite. Technische Daten, die über den Hubraum hinausgehen, liegen noch nicht vor. Die Nennleistung dürfte sich jedoch im knapp dreistelligen Bereich bewegen, schließlich kommt das Basis-Triebwerk in der R18 bereits auf 91 PS. Die wahre Stärke des Zweizylinders war bislang jedoch bereits das Drehmoment. 163 Nm bringt der Boxer in der R18 auf die Kardanwelle, der Antrieb der R20 dürfte da nochmals eine Schippe drauflegen. Er sitzt im nur wenig angepassten Doppelschleifen-Rohrrahmen aus Stahl, wie er auch in den Cruiser-Modellen eingesetzt wird. Der BMW-Paralever wurde in einer neuen Zweiarm-Variante ausgeführt, wobei die leicht angepasste Schwinge aus Chrom-Molybdän-Stahl und die Paraleverstrebe aus Aluminium besteht. Die Kardanwelle wird auch in der Serie auf der rechten Seite offen zur Schau gestellt – auch bei der technischen Basis R18 ist dies bereits der Fall. An der Schwinge angebracht ist die Halterung für den Kennzeichenträger, die darin integrierten Rücklichter ersetzen das zweiteilige Rücklicht des Schaustücks. Auch die Bereifung hat sich weiterentwickelt: An den Prototypen kommen Michelin Road 6 zum Einsatz.

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Die Entwicklung der R20 ist offenbar fast abgeschlossen, so viel lässt sich anhand der vorliegenden Fotos bereits feststellen. Einzig die mattschwarze Lackierung lässt noch erahnen, dass es sich noch um einen Prototyp handelt. Ob BMW in der Serie auf die Farbe «Hot Pink» des Concepts zurückgreift, werden wir wohl erst bei der offiziellen Premiere sehen. Detailarbeit der Entwickler am Motorrad ist jedoch noch nötig, auch dies ist sichtbar. Wann die Serienversion ihre Publikumspremiere feiern wird, ist offiziell noch nicht kommuniziert, wahrscheinlicher Anlass ist jedoch die EICMA in Mailand im November.

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