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BMW M1300 GS nimmt Form an für 2027: Offroad-Boxer als künftige Speerspitze

Es galt als offenes Geheimnis, doch eine Bestätigung fehlte. Nun zeigen unsere Fotos: BMW entwickelt eine M1300 GS als Boxer-Flaggschiff fürs Gelände – und der Bestseller R1300 GS wird aufgefrischt.

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Der Buchstabe «M» steht bei BMW seit den 1980er-Jahren für «Motorsport». Zunächst den PKWs der Bayern vorbehalten, wurde das Kürzel in den letzten Jahren auch in der Motorradsparte etabliert: Die drei Vierzylindermodelle M1000RR, R und XR bilden derzeit die Spitze der Münchner Palette. Dass es dabei nicht bleiben würde, war abzusehen, denn schon im Jahr 2019 sicherte sich BMW die Namensrechte an der Bezeichnung «M1300 GS». Eine offizielle Bestätigung des Modells blieb bis zuletzt aus, doch die ist nun nicht mehr nötig: Erste Sichtungen im Dunstkreis der Entwicklungsabteilung der Münchner deuten darauf hin, dass die Entwicklung der M1300 GS auf die Zielgerade einbiegt: Zwar sind unserem Fotografen keine Fotos fahrender Prototypen gelungen, doch der Testträger, der zwecks Geheimhaltung unter einer Abdeckplane transportiert wurde, bestätigt, dass das Modell weit fortgeschritten ist.

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Bis zur Präsentation dürfte sich BMW also nicht mehr allzu lange Zeit lassen. Und noch davor, möglicherweise schon im Frühherbst, steht eine sanfte Überarbeitung des Bestsellers R1300 GS an, der ebenfalls auf unseren Fotos zu sehen ist und als Vergleich herangezogen werden kann. Die M1300 GS selbst schickt sich an, als Imageträger der GS-Baureihe, und anders als bei den 1000ern, klar offroadtauglich positioniert zu werden. Ihre Wurzeln reichen zurück bis zur Ur-GS R80 G/S und deren Erfolgen bei der Rallye Paris-Dakar. In einem früheren Gespräch mit unserem Chefredakteur Ivo Schützbach deutete BMW-Motorrad-CEO Markus Flasch deren Bedeutung für ein offroadtaugliches Boxer-Flaggschiff an: «Heute hat doch jeder, der aus der Zeit Motorräder kennt, das Marlboro-Bike im Kopf und die Erfolge, die wir damals schon mit den M-Farben auf dem Bike eingefahren haben!»

Wichtige Fahrwerksteile sind erkennbar

Zwar ist das Design nicht erkennbar, sehr wohl jedoch wichtige Fahrwerksteile: Denn im Gegensatz zur HP-Version der Vorgängerin R1250 GS, die im Wesentlichen eine optisch angepasste Ausstattungsvariante darstellte, wird es sich beim kommenden Topmodell der GS um eine tiefgreifende Überarbeitung handeln. Am auffälligsten: Es kommen, ähnlich wie bei der luftgekühlten Ur-Ahnin R80 G/S, offroadtypische Raddimensionen zum Einsatz. Das bedeutet ein 21-Zoll-Vorder- sowie ein 18-Zoll-Hinterrad – der gezeigte Prototyp hat Metzeler-Karoo-Reifen aufgezogen. Unter dem Abdecktuch verstecken sich zudem längere Federwege, eine stabilere und überarbeitete Abstützung der Kardanschwinge. Die leistungsstärkeren M-Bremsen mit der charakteristischen blauen Färbung lassen sich bereits gut ausmachen. Anders als bei der R1300 GS Adventure dürfte bei der M GS der Standardtank der regulären R1300 GS zum Einsatz kommen – um Gewicht zu sparen und die vorhandene Masse besser zu verteilen.

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Kaum verändert wird offenbar der 1300 ccm messende Boxermotor mit Wasserkühlung. Die M-Insignien auf dem Deckel des Zylinderkopfs sind die auffälligste Neuerung. Die für sich schon souveränen 149 Nm Drehmoment der aktuellen Ausbaustufe des Motors dürften auch am Topmodell ausreichend zerren. Ein paar PS mehr als die 145 PS der R1300 GS werden die Münchner Ingenieure vermutlich dennoch mobilisieren, nötig sein werden sie jedoch nicht. Besonders, weil der Antrieb weniger Masse in Bewegung wird setzen müssen. Denn: Um auch in hartem Gelände glänzen zu können, sollte BMW bei der M1300 GS an der Gewichtsschraube drehen. Teils durch konstruktive Maßnahmen, teils durch hochwertige Materialien wie Titan, das beispielsweise bei der Auspuffanlage zum Einsatz kommen wird.

Wie weit wagt sich BMW mit der Optik?

Zum jetzigen Zeitpunkt ist weiterhin spekulativ, wie tief die optischen Modifikationen der M GS gehen. Eine überarbeitete Sitzeinheit gilt als sicher, ein ebenfalls überarbeiteter Heckrahmen als stark wahrscheinlich. Der Wegfall der Radareinheiten an Front und Heck wäre ebenfalls nicht überraschend, auch dieser Schritt ginge mit geringerem Gewicht einher. Schließlich soll die M1300 GS vor allem als sportliche Speerspitze fungieren, um zu zeigen, was mit einer GS heutzutage möglich ist. Weg von der Reiseenduro, hin zu einem Sportgerät, das auf den Rest der GS-Palette abstrahlt – durch die Fähigkeit, jedes Terrain bewältigen zu können.

Auch preislich dürfte die M GS die Rolle als Boxer-Flaggschiff einnehmen: Entsprechend darf man geringere Stückzahlen, für BMW jedoch eine höhere Marge erwarten. M1000 XR und M1000 R sind, ohne Extras, in Europa im Schnitt 6000 bis 8000 Euro teurer als ihre nächstgünstigeren Versionen. Dies gibt einen Eindruck, wie weit sich die M1300 GS preislich von ihrer Basis entfernen könnte. Wann die M1300 GS beim Händler steht, bleibt abzuwarten – ein Start noch vor der Saison 2027 ist wahrscheinlich.

Ebenfalls noch vor dem nächsten Saisonstart, womöglich sogar noch vor der Leitmesse EICMA im November in Mailand, dürfte BMW zudem seinen Bestseller R1300 GS auffrischen. Mehr als neue Farben und eine dezente optische Anpassung steht jedoch nicht an.

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