BMW-Technikchef Gonschor: So entstand das Weltmeister-Paket
BMW krönte sich beim Bol d’Or erstmals zum EWC-Weltmeister. Technikchef Christian Gonschor erklärt, welche Rolle die Erfahrungen aus der Superbike-WM beim historischen Erfolg spielten.
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«Das Rennen verlief von der ersten bis zur letzten Runde perfekt», bilanzierte Gonschor. Dabei betonte der Deutsche, dass Erfolg in der Langstrecken-WM weit mehr erfordert als ein schnelles Motorrad.
«In der Langstrecken-WM ist es wichtig, sowohl bei 24-Stunden- als auch bei 8-Stunden-Rennen erfolgreich zu sein. Es kommt auf die Technik, die Fahrer, das Gesamtpaket und die Menschen dahinter an – in München, in Berlin und bei all unseren Zulieferern auf der ganzen Welt», erklärte der BMW-Technikchef.
Le-Mans-Rückschlag machte BMW stärker
Wie belastbar dieses Gesamtpaket ist, musste BMW bereits beim Saisonauftakt in Le Mans beweisen. Dort verhinderte eine Reihe von Rückschlägen ein Ergebnis, das dem vorhandenen Potenzial entsprach. Doch selbst beim schwierigen Auftakt sammelte BMW wichtige Punkte.
«Im Langstrecken-Sport muss man auch als Team zusammenhalten. Selbst nach Rückschlägen wie in Le Mans haben wir gemeinsam wichtige Punkte gesammelt», blickte Gonschor zurück.
Danach wendete sich das Blatt. In Spa feierte BMW den Sieg, bei den 8 Stunden von Suzuka folgte der Podestplatz. Spätestens in Japan zeigte sich, dass die M1000RR inzwischen auch auf einer Strecke konkurrenzfähig ist, auf der die japanischen Werksteams traditionell besonders stark auftreten.
«Mit dem Sieg in Spa und dem Podestplatz in Suzuka haben wir gezeigt, wozu das Team und das Motorrad in der Lage sind. Nach einem derart dominanten Rennwochenende beim Bol d’Or nun als Weltmeister nach Hause zu fahren, ist fantastisch», freute sich Gonschor.
Superbike-WM-Erfahrung half beim EWC-Erfolg
Einen wichtigen Baustein auf dem Weg zum WM-Titel sieht der Technikdirektor in den Erfahrungen, die BMW in den vergangenen Jahren in der Superbike-WM gesammelt hat. Die dort gewonnenen Erkenntnisse flossen auch in die Entwicklung des EWC-Pakets ein.
«Wir haben auch von unserer Superbike-Erfahrung profitiert und die Zutaten und Erfolgsrezepte der vergangenen Jahre hier umgesetzt», verriet Gonschor. Entscheidend sei dabei die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Bereichen gewesen: «Gemeinsam mit dem Team von Werner Daemen und BMW Motorrad Motorsport haben wir eine perfekte Synergie gefunden.»
Damit profitierte das Langstrecken-Projekt von jener Entwicklung, die die M1000RR in den vergangenen Jahren auch in der Superbike-WM an die Spitze gebracht hatte. Beim Bol d’Or verband BMW schließlich die Performance der Maschine mit der für ein 24-Stunden-Rennen notwendigen Zuverlässigkeit und Effizienz.
Gonschor lobt das Weltmeister-Trio
Neben der Technik hob Gonschor die Leistung der drei Fahrer hervor. Markus Reiterberger, Michael van der Mark und Steven Odendaal blieben beim Saisonfinale fehlerfrei und verwalteten den herausgefahrenen Vorsprung in der Schlussphase souverän. «Danke auch an unsere Fahrer Mickey, Markus und Steven – sie sind ein beeindruckendes Trio», lobte Gonschor.
Für BMW schloss sich damit beim Bol d’Or der Kreis: Nach dem schwierigen Saisonauftakt in Le Mans, dem Sieg in Spa und dem Podestplatz in Suzuka lieferte die Mannschaft ausgerechnet beim entscheidenden Saisonfinale ihr stärkstes Gesamtpaket ab – und krönte die Entwicklung der vergangenen Jahre mit dem ersten EWC-WM-Titel.
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