Honda holt die Suzuka-Pole, Regenchaos droht: Kippt das Kräfteverhältnis?
Honda startet von der Pole-Position in die 8 Stunden von Suzuka. Jonathan Rea schaut besorgt auf das Wetter und wünscht sich stabile Bedingungen. Teamkollege Takumi Takahashi warnt vor den Gegnern.
Honda HRC geht als Favorit in die 47. Auflage der 8 Stunden von Suzuka. Da das
Vor der Entscheidung hatten die Teams am Samstagvormittag noch ein 45-minütiges freies Training absolviert. Takumi Takahashi fuhr in 2:06,267 Minuten die schnellste Zeit des Teams und führte das Werksteam auf Platz 2 hinter BMW. Anschließend machte Regen den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung, sodass der Top-10-Trial abgesagt wurde.
Takahashis oberste Priorität: Fehler vermeiden
Rekordsieger Takahashi blickt dem Rennen dennoch gelassen entgegen. «Heute kam der Regen und auch für morgen ist die Wettervorhersage weiterhin unsicher. Wenn ich wählen könnte, hätte ich lieber 35 Grad», sagte der Japaner mit einem Lächeln.
Entscheidend sei ohnehin nicht das Wetter, sondern eine fehlerfreie Vorstellung über acht Stunden. «Ich vertraue meinem Team und meinen Teamkollegen vollkommen. Beide sind unglaubliche Fahrer. Wir müssen einfach unser Bestes geben, selbst die kleinsten Fehler vermeiden und nach acht Stunden die Zielflagge sehen. Das ist der entscheidende Faktor.»
Der siebenfache Sieger der 8 Stunden von Suzuka erwartet einen der engsten Kämpfe der vergangenen Jahre. «Viele Teams sind schnell – und nicht nur die Werksteams.» Gleichzeitig setzt Takahashi auf seinen Erfahrungsschatz. «Ich glaube nicht, dass jemand häufiger in Suzuka gefahren ist als ich. Deshalb vertraue ich auf meine Erfahrung und hoffe, dass ich sie an das Team weitergeben konnte.»
Absage des Zeitfahrens laut Jonathan Rea die richtige Entscheidung
Auch Jonathan Rea hätte sich gerne noch einmal im Top-10-Trial mit der Konkurrenz gemessen. Der Nordire war im Qualifying mit einer Runde in 2:04,422 Minuten schnellster Fahrer des gesamten Wochenendes.
«Ich war mit meiner Runde gestern wirklich sehr zufrieden. Wegen des Verkehrs war es nicht einfach, diese Zeit zu fahren», erklärte der sechsfache Superbike-Weltmeister. «Natürlich ist es schade, dass der Top-10-Trial nicht stattfinden konnte, denn ich mag dieses Format mit einer fliegenden Runde sehr.» Die Entscheidung der Rennleitung hält Rea dennoch für richtig. «Unter diesen Bedingungen war es die richtige Entscheidung, weil es für alle fair sein musste. Ehrlich gesagt war ich ohnehin etwas nervös, unter diesen Bedingungen hinauszufahren.»
Für das Rennen erwartet Rea einen offenen Schlagabtausch. «Unsere Konkurrenten sind sehr stark und wir haben großen Respekt vor ihnen, weil sie im Langstreckensport so viel Erfahrung mit unterschiedlichsten Situationen haben.» Vor allem bei wechselhaften Bedingungen haben die permanenten EWC-Teams deutlich mehr Erfahrungen als die japanischen Werksteams, die ausschließlich in Suzuka antreten. Zuletzt mussten die EWC-Teams in Spa sehr herausfordernde Bedingungen meistern.
Das diesjährige Honda-Werksteam fuhr noch nie in dieser Konstellation. Mit einem Augenzwinkern beschrieb Rea die Rollenverteilung innerhalb des Honda-Werksteams. «Wenn wir Figuren aus den 'Mr. Men’-Büchern wären, dann ist Takumi 'Mr. Talent’, Somkiat 'Mr. Calm’ und ich 'Mr. Old’. Wenn wir all diese Eigenschaften zusammenbringen, haben wir ein wirklich starkes Gesamtpaket.»
Wie schon Takahashi hofft auch Rea auf möglichst konstante Bedingungen. «Ich würde mir entweder ein komplett trockenes oder ein komplett nasses Rennen wünschen. Diese ständig wechselnden Bedingungen machen alles zu einer Lotterie. Aber egal, was passiert – ich denke, wir sind gut vorbereitet.»
Warum Chantra unbesorgt in den Sonntag geht
Somkiat Chantra komplettiert das Werksteam als kurzfristiger Ersatz für den verletzten Johann Zarco. Der Thailänder zeigte sich nach seiner stetigen Leistungssteigerung während der Woche ebenfalls optimistisch.
«Das Qualifying hat gezeigt, wie eng das Feld zusammenliegt. Gleichzeitig hat es mir auch gezeigt, wie stark unser Team ist», sagte Chantra. «Morgen zählt es. Es ist ein langes Rennen, aber wir haben ein sehr gutes Gesamtpaket. Die Reifen funktionieren, das Motorrad ist schnell und das Team ist stark. Deshalb mache ich mir keine Sorgen. Jetzt müssen wir einfach konzentriert bleiben und unser Bestes geben.»
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