Marcel Schrötter nach Bol-d’Or-Aus: «Das hat sehr, sehr wehgetan!»
ERC Endurance kämpfte sich beim Bol d’Or trotz zahlreicher Probleme bis auf Platz 6 zurück – dann kam das Aus. Marcel Schrötter spricht über eine mental zermürbende Erfahrung.
Für Marcel Schrötter und ERC Endurance endete das
Dabei waren Schrötter, Loris Baz und Jan-Ole Jähnig mit großen Erwartungen in das 24-Stunden-Rennen gestartet. Nach einer vielversprechenden Vorbereitung deutete einiges auf ein starkes Saisonfinale hin. Doch bereits in der ersten Rennstunde wurde ERC durch ein technisches Problem weit zurückgeworfen.
«Die vergangene Woche war für mich wieder einmal eine zermürbende Erfahrung. 24-Stunden-Rennen sind die härtesten Veranstaltungen, an denen ich bisher teilgenommen habe», bilanzierte Schrötter. «Le Castellet war für mich dennoch ein einzigartiges Erlebnis.»
Früher Rückschlag wird zur mentalen Belastung
Besonders schwierig war für Schrötter, dass die Hoffnungen auf ein Spitzenergebnis bereits früh einen herben Dämpfer erhielten. «Leider hatten wir bereits in der ersten Stunde ein technisches Problem und fielen auf Platz 46 zurück. Nach der guten Vorbereitung hatten wir wirklich gute Chancen auf ein starkes Ergebnis», berichtete der 33-Jährige.
Ein derart früher Rückschlag macht die verbleibende Distanz eines 24-Stunden-Rennens auch mental zu einer Herausforderung. «Nach diesem Zwischenfall kommt einem ein solches Rennen extrem lang vor, vor allem mental. Plötzlich wurde es zu einer echten Herausforderung, durchzuhalten und weiterzumachen.»
Schrötter betonte dabei, dass er seine Aussage keinesfalls als Beschwerde verstanden wissen möchte. «Schließlich dürfen wir Rennfahrer etwas unglaublich Cooles erleben. Aber wir machen das auch, um erfolgreich zu sein. Dennoch war dieses 24-Stunden-Rennen zermürbend.»
Fünf zusätzliche Boxenstopps – trotzdem bis auf Platz 6
Aufgeben war für ERC Endurance dennoch keine Option. Schrötter, Baz und Jähnig arbeiteten sich über viele Stunden wieder durch das Feld. Doch das erste Problem sollte nicht das einzige bleiben. «Wir haben hart gekämpft und alles gegeben, während wir uns bis auf den sechsten Platz wieder nach vorne kämpften», berichtete Schrötter. «Nach dem ersten Problem gab es weitere technische Schwierigkeiten, weshalb wir insgesamt nicht weniger als fünf außerplanmäßige Boxenstopps einlegen mussten.»
Umso bemerkenswerter war, dass sich die Nummer 6 trotz dieser Verzögerungen wieder bis auf Platz 6 vorarbeiten konnte. Doch die Aufholjagd blieb unbelohnt. Rund zwei Stunden vor der Zielflagge zwang ein nicht behebbares technisches Problem ERC zur endgültigen Aufgabe. «Trotzdem haben alle großartige Arbeit geleistet. Jeder im Team, einschließlich meiner Teamkollegen, hat bis zum Schluss wirklich alles gegeben», würdigte Schrötter die Mannschaft. «Der Ausfall hat sehr, sehr wehgetan»
Die Enttäuschung über das späte Aus war entsprechend groß. «Es war wirklich schade, dass wir das Rennen nicht beenden konnten. Der Ausfall zwei Stunden vor der Zielflagge hat sehr, sehr wehgetan. Aber so ist das eben im Langstrecken-Rennsport.» Für ERC ging es zu diesem Zeitpunkt auch noch um Platz 5 in der Weltmeisterschaft. Am Ende fehlten lediglich zwei Punkte auf AutoRace Ube. ERC beendete die Saison mit 62 Punkten auf WM-Rang 6.
Schrötter zog dabei einen Vergleich zum Drama des BMW-Werksteams beim Bol d’Or im Vorjahr: «Für uns ging es sozusagen ausschließlich um den fünften Platz in der Meisterschaft. Wenn man bedenkt, dass das BMW-Werksteam vor einem Jahr nur eine halbe Stunde vor dem scheinbar sicheren Weltmeistertitel ausfiel, kann man sich vorstellen, wie groß die Enttäuschung ist.»
Trotz des bitteren Endes überwiegt bei Schrötter auch Stolz. «Ich bin stolz auf unsere Leistung beim Bol d’Or und auch auf das, was wir über die gesamte Saison hinweg erreicht haben. Ein riesiges Dankeschön an das gesamte ERC-Endurance-Team für alles, was es in diesem Jahr geleistet hat. Ich habe in dieser Meisterschaft unglaublich viele wundervolle Erlebnisse gehabt.»
Zum Abschluss gratulierte Schrötter auch seinen BMW-Markenkollegen Reiterberger, Odendaal und van der Mark zum Gewinn der Weltmeisterschaft: «Ich freue mich wirklich sehr für meine Markenkollegen.» Viel Zeit zur Erholung bleibt Schrötter nicht. Bereits am kommenden Wochenende steht für ihn auf dem Hockenheimring das Saisonfinale der Euro Moto auf dem Programm.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach