Marvin Fritz (YART): Sprintrennen parallel zur EWC wären reizvoll, aber…
Viele EWC-Stars sammeln zusätzlich Rennkilometer in nationalen Meisterschaften. Marvin Fritz erklärt, warum er sich ganz auf die Langstrecken-WM und die Titelverteidigung mit YART konzentriert.
Während zahlreiche Fahrer der Langstrecken-Weltmeisterschaft (EWC) parallel auch in nationalen oder internationalen Sprintserien antreten, geht Marvin Fritz bewusst einen anderen Weg. Der Yamaha-Pilot konzentriert sich voll und ganz auf sein Engagement beim österreichischen YART-Team und verzichtet auf zusätzliche Einsätze in Meisterschaften wie der Euro Moto, der früheren IDM.
Dass zusätzliche Rennkilometer durchaus ihren Reiz haben, verhehlt der Deutsche nicht. Schließlich nutzen viele seiner direkten Konkurrenten nationale Meisterschaften, um zwischen den wenigen EWC-Veranstaltungen ihre Rennhärte und Spritzigkeit zu erhalten. Ein aktuelles Beispiel ist Markus Reiterberger, der seit dieser Saison wieder regelmässig in der Euro Moto startet und zuletzt in Brünn sogar ein Rennen gewann.
Sprintrennen sind reizvoll, doch es gibt einige Hürden
«Reizen würde es mich schon, nebenbei noch IDM zu fahren», sagte Fritz im exklusiven Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Doch für YART ist es schwierig, parallel noch in der IDM anzutreten. Das Projekt in der Langstrecken-WM erfordert viel Zeit, deshalb ist es schwierig.»
Ein wesentlicher Faktor sei dabei auch die fehlende Unterstützung durch ein offizielles Yamaha-Projekt in Deutschland. «Von Yamaha Deutschland gibt es leider kein offizielles Team. Wenn ich in der IDM mitfahren würde, dann nur mit einem guten Paket und dem Wissen, dass ich vorne um den Titel mitfahren kann.»
Der 33-Jährige hat zudem aus seinen Erfahrungen der Vergangenheit gelernt und sieht in einer stärkeren Fokussierung klare Vorteile. «Manchmal ist weniger mehr. Das habe ich in der Vergangenheit gelernt», betonte Fritz. «Wir konzentrieren uns auf die Langstrecke, das bringt mehr als ein verletzungsbedingter Ausfall.»
Neben dem zusätzlichen Zeitaufwand spielt auch die technische Herausforderung eine Rolle. Während in der EWC auf Bridgestone-Reifen gefahren wird, kommen in vielen nationalen Meisterschaften Pirelli-Pneus zum Einsatz. Für Fritz wäre das keine triviale Umstellung.
«Ein weiteres Problem ist die Umstellung von Bridgestone auf Pirelli, was auch nicht einfach ist», erklärte der Yamaha-Pilot. «Das muss man ehrlich sagen, denn der Fahrstil ist komplett anders. Die Reifen verhalten sich ganz anders.»
Warum YART keine Superbike-WM-Wildcards mehr plant
Auch über mögliche Einsätze in der Superbike-WM hat sich Fritz Gedanken gemacht. Einzelne Wildcard-Starts betrachtet er allerdings kritisch. «Die Superbike-WM wäre eine tolle Sache, aber wenn dann nur ganz und nicht mit Wildcards. Die Umstellung zu den Reifen erfordert Zeit.»
Diese Erfahrung machte der Deutsche bereits bei seinen früheren Wildcards. «Bei der ersten Wildcard in Most war unser Vorteil, dass wir schon einmal dort fahren konnten und die anderen nicht. Dass wir mit dem Langstrecken-Bike, das 7 kg mehr wiegt und 10 PS weniger hat, in die Top-10 fahren konnten, war schon cool.»
Doch die Rahmenbedingungen hätten sich inzwischen verändert. «Das geht mittlerweile aber nicht mehr», stellte Fritz klar. «Deshalb machen wir nur noch Langstrecke und konzentrieren uns auf die Titelverteidigung.»
Damit setzt der Yamaha-Werksfahrer bewusst auf Spezialisierung statt auf zusätzliche Renneinsätze. Während andere EWC-Piloten ihren Rennrhythmus in nationalen Meisterschaften schärfen, richtet Fritz seinen gesamten Fokus auf das große Ziel: die erfolgreiche Verteidigung des WM-Titels mit YART.
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