Fred Vasseur: Ferrari setzt alles aufs Q3 und kämpft um Leclercs Motor
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur sprach nach dem Trainingstag über die Performance von Ferrari und darüber, worauf es für ein erfolgreiches Wochenende ankommt. Und wie der Stand beim Leclerc-Motor ist.
Im ersten freien Training von Madrid lief es für Ferrari nicht spitzenmäßig, aber insgesamt ziemlich überzeugend. Im FP1 belegten die Ferrari die Ränge 3 (Charles Leclerc) und 4 (Lewis Hamilton), mussten sich nur Mercedes geschlagen geben, die ihre schnelleren Zeiten auf weichen Reifen setzten. Im FP2 wurde Leclerc Zweiter, Hamilton Dritter. Ist die Scuderia also auf dem richtigen Weg, um auf dem Madring um den Sieg mitzufahren?
Was zählt, ist das Q3
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur erklärte am Freitagabend im Fahrerlager von Madrid die Herangehensweise des italienischen Traditionsrennstalls: «Ich denke, die richtige Abstimmung ist die, mit der wir im Qualifying fahren werden, nicht im freien Training.» Klar, da zählt’s! Vasseur: «Wir wissen, dass sich die Strecke stark verändern wird, sogar während der Session. Das Wichtigste ist, den Grip in Q3 vorauszusehen und für Q3 bereit zu sein – es macht keinen Sinn, im freien Training der Beste zu sein, aber nicht im Qualifying.» Die Trainingszeiten sollte man also nicht überbewerten – was zählt, ist das Finale um die Pole.
Zu den ersten Runden auf der neuen Rennstrecke in Madrid sagt Vasseur: «Es ist eine Herausforderung, dass hier so ziemlich alle Kurventypen der Saison vertreten sind, und es ist eine gute Übung für die Ingenieure, aber letztendlich ist es auch schwierig einzuschätzen, wie sich der Grip zwischen dem dritten freien Training und dem Qualifying entwickeln wird – und sogar während des Qualifyings. Das bedeutet, dass die Energieverteilung im Hochgeschwindigkeitsabschnitt kompliziert ist, und ich denke, entscheidend wird es sein, das Tempo in Q3 richtig einzuschätzen.»
Wie geht's Leclercs Motor?
Am vorigen Wochenende in Monza verunfallte Charles Leclerc heftig. Er schlug seitlich mit ziemlicher Wucht in die Reifenstapel ein. Leclerc selbst hatte kurzzeitig Sichtprobleme und einen steifen Nacken, ist aber sonst unversehrt. Die Frage fürs Rennen ist aber: Hat seine Antriebseinheit etwas abbekommen und kann möglicherweise nicht mehr eingesetzt werden? Der Motor ist aktuell zu Untersuchungen im Ferrari-Werk. Wäre der Motor dahin, wäre es ein wertvolles Element im Pool, das verloren wäre. Außerdem soll der (per ADUO-Regel) überarbeitete Motor ihm einen Leistungsvorteil bringen. Wäre er reparabel, wäre das eine gute Neuigkeit für Baku in zwei Wochen.
Kann sein Teamchef Vasseur am Freitagabend klarstellen, ob Leclerc durch den Unfall in Monza die Antriebseinheit verloren hat? Der Franzose: «Das werde ich nicht klarstellen. Wir versuchen es.» Klingt also, als würde Ferrari weiter daran arbeiten, den Motor wieder in Gang zu bekommen – und als sei die Antriebseinheit eben noch nicht abgeschrieben. Leclerc landete aber übrigens mit älterer Motorenspezifikation vor Hamilton, der die neue hat.
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