Krise bei Aston Martin-Honda: Der Motor ist nicht der Alleinschuldige
Aston Martin ist mit Partner Honda derzeit WM-Letzter, der erste Saisonteil ist eine einzige Blamage. Schuld daran tragen aber nicht nur die Japaner, wie BBC-Korrespondent Andrew Benson weiss.
Die Beziehung zwischen Aston Martin und Honda ist schwer belastet. Den Grünen wurde – vor dem Hintergrund des neuen F1-Reglements – zugetraut, dass sie zur Überraschung der GP-Saison 2026 werden könnten, immerhin wurde das Auto vom genialen Adrian Newey entworfen. Nun sind sie WM-Letzter.
Die Probleme sind vielschichtig: Honda hat bei der neuen Antriebseinheit einen leistungsschwachen Verbrennungsmotor gebaut, der im Auto zudem so stark vibriert, dass der elektrische Teil in Mitleidenschaft gezogen wird.
Und wegen dieser Motorprobleme sind Fernando Alonso und Lance Stroll im ersten WM-Teil viel zu wenig gefahren. Daher hielt sich der Lerneffekt in Grenzen.
Technikguru und Teamchef Adrian Newey zeigte sich erstaunt davon, dass Honda die Ingenieurs-Mannschaft umgestellt hat. Honda konterte, das gehöre zum normalen Konzern-Vorgehen.
Ikuo Takeishi, Geschäftsleiter der Honda Racing Corporation (HRC) musste zugeben: «Während der Tests haben wir ungewöhnliche Vibrationen festgestellt. Ich glaube, dass die Hauptursache für das Problem darin lag, dass diese Vibrationen zu Schäden am Batteriesystem führen.»
«Auf Antriebsstrangseite wird die Ursache untersucht und an Gegenmassnahmen gearbeitet, während wir gleichzeitig auf einem Prüfstand in Sakura das ganze Auto in der Simulation haben, um die Schwingungen zu analysieren und dagegen vorzugehen.»
Bei den meisten Fans herrscht die Meinung: Der schwache Honda-Verbrennungsmotor und die üblen Vibrationen seien bei den Grünen die Wurzeln allen Übels. Aber das ist nur die halbe Wahrheit, wie unser Kollege Andrew Benson von der BBC weiss.
GPS-Daten enthüllen: Es mangelt auch am Chassis
Der Engländer weist darauf hin: «Der Rennbericht aus Suzuka erwähnte, dass mehr als die Hälfte des Rückstands von Aston Martin auf die Spitze vom Chassis kommt. Diese Information stammte von einer sehr hochrangigen und kenntnisreichen Person während des GP-Wochenendes in Japan. Sie deckt sich auch mit dem, was andere Teams in den GPS-Daten erkennen, auf die alle Zugriff haben, was die Geschwindigkeit der Autos in den verschiedenen Streckenabschnitten betrifft.»
«Die genaue Aufteilung der Verluste durch Chassis und Motor ist nicht bekannt und wahrscheinlich auch genau feststellbar, da natürlich auch das Verhalten des Motors Einfluss auf die Kurvenleistung des Wagens haben kann.»
«Ich finde es zudem erwähnenswert: Ein Grossteil der öffentlichen Aufmerksamkeit liegt auf dem Honda-Motor liegt, insbesondere auf den starken Vibrationen, die Zuverlässigkeitsprobleme verursacht haben, doch Teamchef Adrian Newey hat deutlich gemacht, dass auch das Auto Schwächen aufweist.»
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