Langwieriger Prozess: Dieses Problem wird McLaren noch lange beschäftigen
Das McLaren-Team durfte auf dem Hungaroring mit Lando Norris den ersten Saisonsieg feiern. Teamchef Andrea Stella verrät, wie die Wende gelang – und was sein Team noch lange auf Trab halten wird.
Nachdem das McLaren-Team im vergangenen Jahr beide WM-Titel erobern konnte, waren die Erwartungen für 2026 gross. Die Mannschaft aus Woking wusste zwar, dass die Karten dank der umfassenden Regeländerungen neu gemischt wurden. Dennoch war man enttäuscht, als sich der Saisonstart schwieriger als erwartet gestaltete.
Beim Start in Melbourne gab es die erste bittere Pille: Für Lokalmatador Oscar Piastri war das Rennen schon vor dem Start gelaufen, weil er auf dem Weg zur Startaufstellung abflog. Immerhin holte Champion Lando Norris als Fünfter die ersten zehn WM-Zähler für das Team. Allerdings sorgte der Start bereits für einen beachtlichen Rückstand auf die Hauptgegner: Mercedes holte mit den Plätzen 1 und 2 stolze 43 Zähler, Ferrari kam mit den Rängen 3 und 4 auf 27 Punkte.
Ein GP ohne Weltmeister-Team
Noch schlimmer gestaltete sich das nächste Kräftemessen. Zwei unterschiedliche Probleme mit der Batterie sorgten dafür, dass keiner der beiden Papaya-Renner im GP mitmischen konnte. Erst in Japan schafften es Piastri und Norris mit den Plätzen 2 und 5 erstmals in dieser Saison auf einen Schlag mehr als 20 WM-Zähler zu sammeln.
Danach verabschiedete sich die Formel 1 in eine einmonatige Zwangspause, denn die Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien konnten nicht wie geplant im April stattfinden. Die rennfreie Zeit nutzten die Teams nicht nur, um das Reglement anzupassen. Sie legten auch bei den eigenen GP-Rennern nach. Und das war entscheidend, wie Andrea Stella betont.
«Es gab nicht ein bestimmtes Ereignis, das den Kurswechsel mit sich brachte», sagt der Italiener im Team-Gespräch. «Vielmehr war es ein wachsendes Verständnis für das Ausmass der Herausforderung, vor der wir stehen, und für die Anpassungen, die wir vornehmen mussten.»
Produktive Zwangspause
«Paradoxerweise hat uns die erzwungene Pause im April wahrscheinlich ermöglicht, uns voll und ganz auf die Analyse der Leistung des MCL40 zu konzentrieren und vollständig zu verstehen, dass wir seine Entwicklung in bestimmten Bereichen des Autos neu ausrichten oder verstärken mussten», offenbart Stella daraufhin.
Und der Richtungswechsel bei der Entwicklung zahlte sich schon beim nächsten Kräftemessen aus: In Miami standen erstmals beide McLaren-Piloten auf dem Treppchen. Der Sieg ging zwar an Mercedes-Überflieger Kimi Antonelli, der die WM anführt, Platz 2 belegte Norris vor seinem Teamkollegen Piastri.
Komplexe Herausforderung bis zum Saisonende
Gearbeitet wurde nicht nur am Auto, wie Stella betont: «Darüber hinaus hatten wir in den vergangenen Monaten die Gelegenheit, unser Verständnis für die neue, von Mercedes HPP gelieferte Antriebseinheit zu vertiefen und gemeinsam mit unseren technischen Partnern herauszufinden, wie wir diese am besten einsetzen können. Es war ein langwieriger Prozess mit Höhen und Tiefen, der nun jedoch erste Früchte trägt. Dennoch gehe ich davon aus, dass die Optimierung des Motors während der gesamten Saison 2026 eine komplexe Herausforderung bleiben wird.»
Alle Bemühungen zahlten sich schliesslich beim jüngsten Kräftemessen in Ungarn aus, Norris bescherte dem Papaya-Team den ersten GP-Sieg der Saison. Stella erklärt stolz:«Was die Leistung des Autos angeht, so ist klar, dass das Wochenende in Budapest, mit dem die erste Saisonhälfte zu Ende ging, der Höhepunkt war – nicht nur wegen des Ergebnisses, sondern vor allem, weil das Aerodynamik-Paket, das wir auf dem Hungaroring auf die Strecke haben, das Ergebnis dieser Neuausrichtung in der Entwicklung ist und es uns ermöglicht hat, deutlich konkurrenzfähiger zu sein.»
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