Unser neues Rätsel Racing-Raritäten: Was ist denn jetzt bei Ferrari los?
Bei unserem Rätsel zeigt Ferrari eine eher ungewöhnliche Konfiguration. Am Lenkrad sitzt der Italiener Arturo Merzario, aber wo und wann und wieso ist diese Aufnahme entstanden? Machen auch Sie mit!
Meist aus dem Archiv unserer Foto-Partner XPB und Grand Prix Photo stellen wir jede Woche ab Dienstag ein kleines Stück Motorsport-Historie vor. Sagen Sie uns, wer zu erkennen ist (Beispiel: Jo Siffert, Monza, 1970) und rätseln Sie um die Ehre mit – zu gewinnen gibt es nichts. Schicken Sie Ihre Lösung an: mathias.brunner@speedweek.com. Einsendeschluss ist Sonntag der laufenden Woche, um 24.00 Uhr.
Die Teilnahme ist kostenlos. Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 18 Jahren. Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen sind ausgeschlossen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die im Rahmen des Rätsels übermittelten Daten werden ausschliesslich zur Durchführung verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Beim neuen Rätsel ist der Fahrer kein Problem (steht schliesslich auf dem Auto) und auch der Rennwagenhersteller dürfte unsere Ratefüchse vor keine Schwierigkeiten stellen. Wir wollen dieses Mal wissen: Wo und wann entstand dieses Bild, und wieso wurde in dieser Ausführung gefahren?
Unser Hinweis für die letzte Aufgabe lautete: Eine Schnapsidee scheitert, denn diese Anordnung der Kühler hat sich in der Formel 1 nicht durchsetzen können. Zu sehen ist der Ire Derek Daly mit seinem Ensign N179 im Training zum Grossen Preis von Südafrika in Kyalami, dem dritten WM-Lauf der Saison, nach Argentinien und Brasilien.
Der Ensign N179 von Teambesitzer Morris (Mo) Nunn tauchte nur einmal in dieser Konfiguration auf. Auf den ersten Blick gewannen Bobachter den Eindruck: Hatten Ensign-Technikchef John Baldwin und Chefdesigner Shahab Ahmed vielleicht vergessen, dass ein Rennwagen auch Kühler braucht? Die Anordnung auf der Fahrzeugnase wirkte wie eine Notlösung, und Pilot Derek Daly wurden im Cockpit al dente gekocht. Über Südafrika hinaus kam ein umgebautes Fahrzeug mit klassischer Kühleranordnung auf die Strecke.
Natürlich dauerte es nur kurze Zeit, bis dieses ästhetisch etwas gewöhnungsbedürfte Modell seinen Spitznamen weg hatte, cheese grater, als Käseraspel. Bei so viel Hässlichkeit gab’s sogar noch einen zweiten Kosenamen – Stufenleiter.
Derek Daly, in der Formel 1 immer unter Wert geschlagen und (nach eigenen Angaben) in seinem einzigen Top-Team Williams verschaukelt, erinnert sich in seiner hervorragenden Autobiographie «Serial Survivor» wie folgt an die Käseraspel.
«Das war ein Flop, und ich musste es ausbaden. Das Ding war auf der Geraden pfeilschnell, aber Stossdämpfer und seitliche Schürzen waren zu wenig effizient, um die Saugnapfwirkung konstant zu halten, wir fuhren ja damals mit Flügelautos, also war ich in den Kurven nur am Herumrudern.»
«Der Wagen wurde später zu einem der hässlichsten Formel-1-Autos gewählt, aber eine an sich clevere Idee ist in ihrem Potenzial nie erschlossen worden. Mo Nunn hatte einfach nicht das Budget, um diese Idee zum Erfolg zu führen und wurde von Panik befallen, als ich in Kyalami die Qualifikation verpasste.»
Die Idee hinter dem Konzept (keine Kühler in den Seitenkästen, daher mehr Raum, um Abtrieb zu erzeugen) war nicht schlecht, aber die Kühlleistung war zu wenig gut, das Cockpit wurde zu heiss, es lag zu viel Gewicht auf der Vorderachse, und eine gute Lösung zum Abführen warmer Luft gab es auch nicht.
Heute gäbe es zwei Wege: Entweder das Konzept würde im Ansatz nach entsprechenden Simulationen verworfen, oder man fände bessere Ansätze, um die Nachteile wettzumachen.
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