Formel 1
Kolumne
Neues Rätsel Racing-Raritäten: Blaues Wunder bei der Premiere
Das Rätsel Racing-Raritäten zeigt einen Fahrer bei einer ganz besonderen Premiere, Pilot, Team und Motorenpartner erlebten ihr blaues Wunder. Wer fährt hier? Wann und wo ist das Foto entstanden?
Meist aus dem Archiv unserer Foto-Partner XPB und Grand Prix Photo stellen wir jede Woche ab Dienstag ein kleines Stück Motorsport-Historie vor. Sagen Sie uns, wer zu erkennen ist (Beispiel: Jo Siffert, Monza, 1970) und gewinnen Sie mit etwas Glück einen kleinen Preis. Bitte Namen, Adresse, Geburtsjahr und Telefonnummer nicht vergessen. Schicken Sie Ihre Lösung an: mathias.brunner@speedweek.com. Einsendeschluss ist jeweils Sonntag der laufenden Woche, um 24.00 Uhr.
Für das neue Rätsel gilt: Wir sind bei einer ganz besonderen Premiere. Leider erlebten dieser Fahrer, der Rennstall und der Motorenhersteller in jenem Jahr ihr blaues Wunder.
Unser Hinweis für die letzte Aufgabe lautete: Das Auto ist für die meisten Formel-1-Fans ein Klassiker, aber aus dem Cockpit ragt der Helm eines Piloten, der damals für diesen Rennstall nur in zwei WM-Läufen unterwegs war. Eine ungewohnte Kombination.
Beim Rennwagen handelt es sich natürlich um den legendären Lotus 72, in Farben der Glimmstengelmarke John Player Special. Der Fahrer hier ist der Engländer Brian Henton, das Bild entstand gemäss unseres Fotopartners Grand Prix Photo in Watkins Glen (USA) 1975.
"Superhen", wie er von der britischen Presse getauft worden war, hatte seine Rennkarriere erst mit 23 begonnen, beim dritten Schritt in die Formel 1 war er schon 35 Jahre alt. Dritter Schritt, denn Henton war in mehreren Etappen in der Formel 1 unterwegs.
Von Lotus gefeuert
Colin Chapman holte ihn 1975 ins Werksteam, nachdem Henton die britischen Formel-3-Meisterschaft 1974 gewonnen hatte, aber zu diesem Zeitpunkt war das Modell 72 längst über sein Ablaufdatum hinaus, und der Nachfolger Lotus 76 war ein Fehlschlag.
Henton konnte nur einen 16. Platz in England vorweisen, war beim Sprung von der Formel 3 in die Königsklasse überfordert und wurde gnadenlos entlassen.
Henton fuhr anschliessend mit Hilfe von Mäzen Tom Wheatcroft in der Formel 2, die beiden stammten aus dem gleichen Castle Donington.
1977 tingelte Henton beim March-Team Rothmans, beim British Formula One Racing Team und bei HB durch die Formel 1, Long Beach war mit Platz 10 das Highlight.
Rettungsanker Toleman
Ein Ausflug für Surtees 1978 verlief nicht besser, worauf Henton sein Glück erneut in der Formel 2 suchte – und fand. Im Team von Ted Toleman hatte er endlich ein siegfähiges Auto.
Doch Henton verpasste ausgerechnet in Donington Park, nur einen Steinwurf von seinem Geburtsort entfernt, 1979 einen ersten grossen Erfolg: Formel-2-Champion wurde der Basler BMW-Werksfahrer Marc Surer, nicht Toleman-Pilot Henton. Brian holte den Titel 1980 nach und stieg dann mit der Toleman Group in die Formel 1 auf.
Leider brauchte Toleman ab 1981 ziemlich viel Anlaufzeit, um in der Formel 1 auf einen grünen Zweig zu kommen. Der Wagen war zu schwer und zu unzuverlässig. Henton heuerte 1982 bei Arrows an, bis er zu Tyrrell wechselte, dort konnte er eher zeigen, was er konnte.
Knapp an den Punkten vorbei
Sein Pech, dass damals nur die besten sechs Fahrer WM-Punkte erhielten und nicht zehn wie heute. Denn Henton wurde in Monaco Achter, in Detroit Neunter, in England Achter, in Frankreich Zehnter, in Deutschland Siebter und in Las Vegas Achter. WM-Zähler gab es für diese Vorstellungen leider keine.
Henton zog sich aus dem Rennsport zurück und kümmerte sich um Auto- und Immobilienhandel. Ab und an ist der heute 79-Jährige bei Veranstaltungen mit historischen Rennwagen anzutreffen.
Aus Toleman wurde in der Formel 1 der Benetton-Rennstall, daraus ein Werks-Team von Renault, das heute als Alpine in der Königsklasse vertreten ist.
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