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Formel 1
Kolumne

Unser neues Rätsel Racing-Raritäten: Ein Knicks vor der Vergangenheit

Das Foto unseres neuen Bildrätsels zeigt eine Verbeugung vor der Vergangenheit. Was ist das für ein Auto? Wer sitzt am Steuer? Wo und wann wurde diese Aufnahme geschossen? Machen auch Sie mit!

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Wer ist das? Wo und wann ist das Foto entstanden?
Wer ist das? Wo und wann ist das Foto entstanden?
Foto: Grand Prix Photo
Wer ist das? Wo und wann ist das Foto entstanden?
© Grand Prix Photo

Meist aus dem Archiv unserer Foto-Partner XPB und Grand Prix Photo stellen wir jede Woche ab Dienstag ein kleines Stück Motorsport-Historie vor. Sagen Sie uns, wer zu erkennen ist (Beispiel: Jo Siffert, Monza, 1970) und rätseln Sie um die Ehre mit – zu gewinnen gibt es nichts. Schicken Sie Ihre Lösung an: mathias.brunner@speedweek.com. Einsendeschluss ist Sonntag der laufenden Woche, um 24.00 Uhr.

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Die Teilnahme ist kostenlos. Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 18 Jahren. Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen sind ausgeschlossen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die im Rahmen des Rätsels übermittelten Daten werden ausschliesslich zur Durchführung verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Unser Tipp fürs neue Rätsel: Ein Fahrer von gestern in einem Auto von vorgestern, beklatscht vor wenigen Jahren.

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Die Aufgabe von vergangener Woche war für einmal ein wenig anders, denn wir suchten den WM-Lauf, bei welchem dieser Pokal vergeben wurde und wollten von den Ratefüchsen gerne wissen, welcher Künstler hinter dieser Arbeit stand.

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Die richtige Lösung vom letzten Mal: Diese Trophäe mit Biss wurde vom Künstler Angelo Lembo entworfen, erhalten hat sie Max Verstappen nach dem spektakulären Regen-GP von Deutschland in Hockenheim 2019.

Der Künstler sagte damals: «Ich bin seit sehr langer Zeit leidenschaftlich am Motorsport interessiert, insbesondere an der Formel 1. Als man mir zum ersten Mal anbot, Trophäen für die F1 zu machen, war ich gleichzeitig sehr aufgeregt, sehr besorgt, aber auch sehr stolz, ausgewählt worden zu sein. Ich sah das als grosses Zeichen des Vertrauens.»

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«Ich hatte mir mehrere Ziele gesetzt: überraschen, eine Botschaft übermitteln, aber auch mit dem Konformismus und der Banalität traditioneller Trophäen zu brechen. Platz für totale Freiheit! Die Trophäen stellen einen kleinen Teil dar, sind aber dennoch das Ziel des schönen Spektakels, das die Formel 1 bietet.»

«Das Lastenheft bei den Formel-1-Trophäen ist ziemlich streng in Bezug auf Gewicht und Grösse, aber frei in Bezug auf Stil oder Kreation. Das finde ich überraschend, insbesondere weil die Formel 1 doch immer ein Bild der Perfektion vermittelt, das keinen Raum für Improvisation lässt, und doch gibt es wirklich keine Anweisung oder Einschränkung, sondern totale Freiheit.»

Die Formel 1 und ihre Pokale, das ist so eine Sache. Unvergessen, wie Max Verstappen bei der Rückkehr des Niederlande-GP zum Pokal sagte: «Ich finde ihn ein wenig hässlich.»

Die in Zusammenarbeit mit Formel-1-Sponsor Heineken erzeugte Trophäe war ein Werk des niederländischen Designers Piet Boon und sollte den Willen der Königsklasse zur Nachhaltigkeit unterstreichen – denn sie bestand ausschliesslich aus wiederverwerteten Materialien.

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Gleichzeitig schlug sie eine Brücke zur Vergangenheit, weil ihre Form an jene Trophäe erinnerte, die 1939 nach dem ersten Rennen in Zandvoort verliehen worden ist. Dritter Schwerpunkt: das Grün von Sponsor Heineken .Das Glas des oberen Teils bestand aus wiederverwerteten Heineken-Flaschen, eingeschmolzen und dann mundgeblasen in Leerdam, der Stadt des Glases.

Der Sockel war aus Kunststoff: um genau zu sein, aus dem Plastik von alten Bierkisten. Und die Holzbox bestand aus Abfall-Sperrholz. Der Name des Siegers wurde mit Sand eingraviert, als Knicks vor der Lage der Rennstrecke in den Dünen von Zandvoort. Heineken liess sich nicht lumpen und produzierte über die Herstellung des Pokals sogar einen Kurzfilm darüber, mit der schottischen Rennlegende Sir Jackie Stewart.

Wir sehen: Alles in allem floss hier viel Hirnschmalz in den Pokal, aber Red Bull Racing-Star Max Verstappen war trotzdem wenig beeindruckt. Auf die Zandvoort-Trophäe angesprochen, bezeichnet er sie als «ein wenig hässlich. Aber ich bin schliesslich für den Sieg hier, nicht für den Pokal.»

Das erinnerte mich an vergleichbare Worte früher von Lewis Hamilton und Sebastian Vettel.

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Unvergessen ist Lewis Hamilton in Silverstone 2014: «Wann immer ich früher den britischen Grand Prix im Fernsehen sah oder mir alte Videos anguckte, dann sah ich den Sieger mit dieser fabelhaften Goldpokal. Auf die freute ich mich besonders, nachdem ich die Ziellinie gekreuzt hatte.»

Nur: Statt des ehrwürdigen Pokals erhielt Lewis vor sieben Jahren zunächst ein Gebilde, das aussah, als sei es von einem Zehnjährigen zusammengebastelt worden. Mit Zutaten aus dem nächsten Baumarkt.

Hamilton spottete: «Die Auszeichnung sah aus wie Plastik, als erstes fiel der Boden heraus, sie wirkte, als hätte sie einen Wert von ungefähr zehn Pfund.»

Bei diesen Worten muss es Lord Burns den Magen zusammengekrampft haben: Er war Vorstandschef der Bank Santander in Grossbritannien, seine Firma war Hauptsponsor des Silverstone-GP und damit verantwortlich für seltsame Trophäe. Auch die britischen Zeitungen schütten Hohn und Spott über das Gebilde, das wohl nur vom eigenen Designer richtig hübsch gefunden wurde.

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Und was hat es nun mit dem Goldpokal des britischen Grand Prix auf sich?

Seit dem ersten Grand Prix in Silverstone 1948 wird dem Sieger jeweils der so genannte Gold-Cup verliehen – eine Auszeichnung des Königlich Britischen Automobilklubs, «und ein Siegerpokal, wie er sein sollte», wie Lewis Hamilton betont.

Zwei Wachmänner begleiten den Pokal das ganze Wochenende über, von seiner Reise im edlen Klubhaus Pall Mall in London bis nach Silverstone, während der Siegeszeremonie – und dann wieder zurück nach Pall Mall, denn der Gold-Cup ist eine Trophäe, die ein Formel-1-Sieger nicht behalten darf.

Sebastian Vettel schlug in Sachen Siegerpokale ähnliche Töne an.

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«Wenn ich mir die alten Fotos anschaue, dann sieht man in verschiedenen Ländern ganz bestimmte, typische Trophäen. Es ist doch das Langweiligste, wenn wir einen Pokal von einem Titelsponsor bekommen. Das sieht öde aus. Ich verstehe das nicht: Man sieht sowieso überall die Bandenwerbung, warum muss man darauf also noch einmal aufmerksam machen?»

«Als ich begonnen habe, die Formel 1 im Fernsehen zu verfolgen, da hatten ein paar Rennen absolute Kult-Trophäen, was das Design oder Material betrifft. Das ist für mich Teil der Tradition.»

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