Luca Marini fordert nach Bezzecchi-Crash Änderungen in Assens Auslaufzonen
Luca Marini fuhr bei der MotoGP in Assen als bester Honda-Pilot auf Rang 10. Nach dem Rennen sprach der Italiener aber vor allem über die Sicherheitsrisiken der Auslaufzonen.
Der Grand Prix der Niederlande verlief für Honda ernüchternd. Während Joan Mir sowohl im Sprint als auch im Hauptrennen bereits in der ersten Runde stürzte, erreichte Luca Marini nach einem schwierigen Wochenende immerhin den zehnten Platz. Der Italiener war lediglich von Startplatz 17 ins Rennen gegangen, profitierte jedoch auch von mehreren Ausfällen und überquerte die Ziellinie mit 20,7 Sekunden Rückstand als bester Honda-Pilot auf Platz 11, profitierte aber von einer
«Es war schwierig und hart», fasste Marini sein Rennen zusammen. «Ich hatte das Gefühl, etwas mehr Pace als die Fahrer vor mir zu haben, aber ich steckte fest.» Bereits in der Anfangsphase verlor Marini wertvolle Zeit. «In Kurve 5 haben wir uns berührt. Ich verstehe bis heute nicht genau, was passiert ist. Vier oder fünf Motorräder haben sich gegenseitig berührt. Ich weiß nicht, ob ich dabei einen kleinen Flügel oder ein anderes Teil verloren habe.»
Anschließend hing Marini längere Zeit hinter Jack Miller fest. «Als ich ihn schließlich überholt hatte, war ich zuversichtlich, bis zu Fabio (Quartararo) aufzuschließen. Doch als ich Alex Rins eingeholt hatte, war Überholen extrem schwierig.» Durch die vielen Angriffe überbeanspruchte er den weichen Hinterreifen. «Am Ende hatte ich einfach nicht mehr genügend Grip am Hinterrad, um noch einen Angriff zu starten. Vor allem hinter Alex hatte ich Probleme beim Einlenken, dadurch verlor ich jedes Mal beim Beschleunigen. Ich hoffte auf einen Fehler von ihm, aber er verteidigte sich sehr gut. Mehr war nicht möglich.»
Warum Honda den weichen Reifen verwenden musste
Dass der weiche Hinterreifen zum Rennende abbauen würde, war Honda bewusst. Eine echte Alternative gab es laut Marini aber nicht. «Für uns war der Medium-Reifen keine Option. Mit ihm haben wir praktisch keinen Grip und können uns nicht verteidigen. Das Motorrad rutscht überall zu stark. Deshalb blieb uns nur der Soft.»
Die kühleren Temperaturen und der starke Regen in der Nacht auf Sonntag veränderten die Streckenbedingungen aus seiner Sicht überhaupt nicht. «Null, null, null. Es war exakt gleich.»
Lenkerschlagen bei allen Herstellern
Ein weiteres Gesprächsthema war das starke Lenkerschlagen der aktuellen MotoGP-Maschinen auf dem schnellen TT Circuit. «Das ist eine der schnellsten Strecken im Kalender und mit dem heutigen Niveau der Motorräder sehr anspruchsvoll. Gleichzeitig macht es aber auch Spaß, weil man in jeder Kurve am Limit fährt. Das sorgt für einen besonderen Adrenalinkick.»
Das Problem betreffe allerdings alle Hersteller. «Das Schlagen ist enorm. Selbst Fahrer mit deutlich fahrstabileren Motorrädern beschweren sich darüber. Es liegt also nicht am Hersteller, sondern an der Strecke. Entscheidend ist nur, wie man damit umgeht.»
Mauern zu nah: Änderungen notwendig
Besonders nachdenklich wurde Marini beim schweren Sturz von Marco Bezzecchi in Kurve 15. Der Aprilia-Pilot rutschte gefährlich nahe an die Streckenbegrenzung heran und verfehlte die Mauer nur knapp. «Er hatte riesiges Glück, die Mauer nicht zu treffen. Ich hoffe, dass es ihm gut geht und dass er bis zum Sachsenring wieder fit ist.»
Für Marini steht fest, dass die Sicherheitskommission die Auslaufzonen in Assen noch einmal genau analysieren muss. «Wir können das verbessern. Die Kurvengeschwindigkeiten sind heute unglaublich hoch. Wenn man dort stürzt, gibt es vielleicht nicht genügend Platz.»
Vor allem das Kiesbett sieht er kritisch. «Man beginnt darin sofort zu rollen. Vielleicht wäre mehr Auslauf mit etwas Gras besser. Beim Sturz von Jorge Martin in Kurve 12 hat das sehr gut funktioniert. Er ist weder gesprungen noch hat er sich überschlagen wie Fermin Aldeguer im Kies. Wenn man hier stürzt, ist man ohnehin nie langsam unterwegs. Man kommt immer mit sehr hoher Geschwindigkeit ins Kiesbett.»
Auch die Position einiger Streckenbegrenzungen müsse überprüft werden. «Nicht nur in Kurve 15, sondern auch in Kurve 7 steht die Mauer nicht ideal. Darüber werden wir in der Safety Commission sprechen und versuchen, Verbesserungen zu erreichen.» Mit Blick auf die ab 2027 langsameren MotoGP-Motorräder ergänzte Marini abschließend: «Nächstes Jahr werden die Motorräder ohnehin deutlich langsamer sein.» Doch an einigen Stellen würde selbst ein Moto2-Bike bis in die Begrenzung fliegen können. «Deshalb müssen wir diese Stellen verbessern. Dafür sollte nicht zu viel Arbeit nötig sein.»
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