Hard-Enduro-WM, Forza Orza: Lettenbichler trotzt Aussetzer und gewinnt
Manuel Lettenbichler gewann auch die WM-Premiere des Forza Orza in Schweden und baute seine WM-Führung aus – obwohl der Red-Bull-KTM-Pilot mitten im Hauptrennen fast ausgefallen wäre.
Über zehn Runden und mehr als zwei Stunden war der Deutsche wie üblich das Maß der Dinge, doch einen Schreckmoment musste er trotzdem verdauen: In einer technischen Passage bergauf würgte Manuel Lettenbichler seine KTM ab und brachte sie zunächst nicht wieder zum Laufen. Erst die lautstarke Unterstützung der Zuschauer und die Anweisungen seines Mechanikers halfen – Letti konnte sie bergab wieder starten und fuhr weiter, als wäre nichts gewesen. Am Ende standen nach 2:20:41 h immer noch komfortable 3:36 Minuten Vorsprung auf den 23 Jahre jungen Briten Mitch Brightmore zu Buche.
Nutznießer des Schreckmoments hätte Mitch sein können, doch der GASGAS-Pilot vermochte die Lücke auch nach dem Patzer des Führenden nicht zu schließen. Dahinter komplettierte der drei Jahre jüngere Bruder Ashton Brightmore als Dritter das Podium und untermauerte die starke Woche sowie die starke Form des X-Grip-Duos. Für den lautesten Jubel sorgte allerdings Lokalmatador Eddie Karlsson: Der Schwede fuhr auf der elektrisch betriebenen Stark vor heimischem Publikum auf Rang 4.
Einen schlechten Tag erwischte dagegen Billy Bolt. Der Husqvarna-Werksfahrer, der am Freitag den Sprint noch für sich entschieden hatte, warf sein Motorrad ungewohnt ungeschickt zweimal weg und büßte wertvolle Zeit ein – am Ende reichte es für Platz 5, knapp vor Mario Román (Husqvarna). Auf den Plätzen nach dem Spanier Román hatte man am Ende mindestens eine Runde weniger auf der Uhr. Matthew Green und Thomas Scales lieferten sich einen packenden Zweikampf um die Positionen in den Top-10.
In der Gesamtwertung baute Lettenbichler seinen Vorsprung auf nun 15 Punkte gegenüber Mitch Brightmore aus (117:102). Spannung verspricht der Kampf um Rang 3: Ashton Brightmore rückte bis auf einen einzigen Zähler an Teodor Kabakchiev heran, der in Schweden ohne Top-Resultat blieb. Weiter geht die Hard-Enduro-WM vom 4. bis 6. September mit dem Abestone Hard Enduro im italienischen Abetone – danach warten mit Roof of Africa, Sea to Sky und dem Hixpania-Finale noch drei weitere Läufe.
Manuel Lettenbichler: «Das war ein hartes Rennen. Beim Überrunden hat es viel Verkehr gegeben, das war etwas nervig. Um da vorbeizukommen, musste ich eine Linie wählen, die abenteuerlich war. Da habe ich auch gleich mal das Heck der KTM verloren. Später sprang der Motor nicht mehr an und ich musste sie bergab starten. Das passierte dann später nochmals und ich hatte Sorge, dass Mitch mich einholen würde. Aber wir sind doch noch Erster geworden. Was für ein Rennen.»
Ergebnis Hauptrennen, Forza Orza (Top-10):
1. Manuel Lettenbichler (D, KTM), 2:20:41 h
2. Mitch Brightmore (GB, GASGAS), +3:36,1 min
3. Ashton Brightmore (GB, GASGAS), +7:16,4
4. Eddie Karlsson (S, Stark), +10:15,3
5. Billy Bolt (GB, Husqvarna), +11:59,4
6. Mario Román (E, Husqvarna), +14:21,9
7. James Moore (ZA, Beta), – 1 Runde
8. Lorenzo Gandola (I, Sherco), – 1 Runde
9. Matthew Green (ZA, KTM), – 2 Runden
10. Thomas Scales (ZA, Beta), – 2 Runden
WM-Gesamtwertung nach Event 4 (Top-10):
1. Manuel Lettenbichler (D, KTM), 117 Punkte
2. Mitch Brightmore (GB, GASGAS), 102
3. Teodor Kabakchiev (BG, Sherco), 74
4. Ashton Brightmore (GB, GASGAS), 73
5. Billy Bolt (GB, Husqvarna), 65
6. Mario Román (E, Husqvarna), 62
7. Eddie Karlsson (S, Stark), 49
8. James Moore (ZA, Beta), 46
9. Lorenzo Gandola (I, Sherco), 37
10. Matthew Green (ZA, KTM), 35
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