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Raul Fernandez über harte MotoGP-Jahre: «Man hinterfragt alles»

Schwierige Jahre ließen Raul Fernandez an seinem Weg zweifeln. In der MotoGP 2026 ist der Trackhouse-Aprilia-Pilot plötzlich WM-Anwärter – und erklärt, warum sich die Opfer wieder lohnen.

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Raul Fernandez galt bereits vor seinem Aufstieg in die MotoGP als eines der größten Talente seiner Generation. Doch der Wechsel in die Königsklasse verlief für den Spanier alles andere als nach Plan. Erfolgserlebnisse blieben lange Zeit aus, Zweifel kamen auf. In der Saison 2026 hat sich die Situation grundlegend verändert.

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Spätestens mit seinem Triumph in Silverstone hat sich Fernandez im Kreis der WM-Anwärter etabliert. Der Trackhouse-Aprilia-Pilot liegt als WM-Sechster nur 56 Punkte hinter Spitzenreiter Jorge Martin. Nach den schwierigen ersten Jahren in der MotoGP bekommt die Karriere des Spaniers damit eine völlig neue Dynamik.

An seinen Ambitionen hat Fernandez trotz aller Rückschläge nie etwas geändert. «Was mein Ziel ist? Mein Ziel ist es, Weltmeister zu werden. Das werde ich bis zu dem Tag versuchen, an dem ich mit dem Rennsport aufhöre», stellte der 25-Jährige bei MotoGP.com klar. Für Fernandez rechtfertigt erst ein derart großes Ziel den Aufwand, den ein MotoGP-Pilot betreiben muss. «Man muss viele Opfer bringen. Deshalb denke ich, dass es das alles nicht wert ist, sofern man sich nicht so ein Ziel steckt.»

Nach Rückschlägen: Zweifel kamen auf

Diese Einstellung wurde in den vergangenen Jahren allerdings auf eine harte Probe gestellt. Fernandez kam 2022 als Moto2-Vizeweltmeister in die MotoGP, doch der erhoffte Durchbruch ließ lange auf sich warten. «Vor einigen Jahren befand ich mich in einer ziemlich schwierigen Situation», blickte Fernandez zurück. «Ich machte wirklich schwierige Zeiten durch, als nichts richtig nach Plan lief. Wenn alles schiefläuft und nichts funktioniert, fängt man an, alles zu hinterfragen.»

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Die ausbleibenden Ergebnisse wirkten sich dabei nicht nur auf seine Stimmung an den Rennwochenenden aus. Auch im täglichen Training wurde es für Fernandez zunehmend schwieriger, die notwendige Motivation aufzubringen. «Vor zwei oder drei Jahren, als ich keine Ergebnisse einfuhr, fielen die letzten Wiederholungen beim Krafttraining und die letzten zehn Kilometer auf dem Rad sehr schwer», erinnerte sich der Aprilia-Pilot.

Warum das Training jetzt viel leichter fällt

Heute betrachtet Fernandez genau diese Momente aus einer völlig anderen Perspektive. Denn inzwischen weiß er wieder, wofür er die zusätzlichen Strapazen auf sich nimmt. «Wenn ich jetzt diese letzten zehn Kilometer auf dem Rad fahre oder die finalen drei Wiederholungen mache, dann denke ich mir: 'Diese Wiederholungen werden mir dabei helfen, eine weitere halbe Runde bei 100 Prozent zu fahren. Also los!’»

Was zunächst nach einem kaum messbaren Vorteil klingt, kann auf MotoGP-Niveau entscheidend sein. «Die zusätzliche halbe Runde kann in einem Rennen einen riesigen Unterschied ausmachen», unterstrich Fernandez.

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Umso größer ist die Genugtuung, wenn sich die jahrelange Arbeit schließlich auszahlt. Der Sieg in Silverstone war für Fernandez nicht nur aufgrund der 25 WM-Punkte von Bedeutung. Er bestätigte dem Spanier auch, dass sich der steinige Weg der vergangenen Jahre gelohnt hat.

In solchen Augenblicken kommen entsprechend viele Erinnerungen zurück. «Man denkt an all die Opfer, die guten Momente, aber besonders an die schwierigen», beschrieb Fernandez.

Ausgerechnet die Zeiten, in denen er seine Karriere und den betriebenen Aufwand hinterfragte, dienen ihm heute als zusätzliche Motivation. Und mit nur 56 Punkten Rückstand auf die WM-Spitze ist sein großes Ziel plötzlich nicht mehr nur eine langfristige Vision: Fernandez befindet sich mitten im Kampf um die MotoGP-Krone.

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