Hannes Soomer steht nach der IDM und EWC-Saison mit leeren Händen da
Für den Piloten aus Estland war 2026 ein Jahr mit vielen Abenteuern wie der Ausflug in die WorldSBK, aber auch mit Verletzungen und Rückschlägen. Jetzt muss sich Soomer neu orientieren.
Wenn man zum Beginn der Euro Moto Superbike-Saison 2026 einen Blick auf die Teilnehmerliste geworfen hat, hätte sicherlich der eine oder andere einen Euro oder mehr in Sachen Titel auf Hannes Soomer gewettet. Man konnte den Mann aus dem Team Masteroil-alpha-BMW-Van Zon-BMW sicherlich zum erweiterten Kreis der Titelkandidaten zählen. Doch der Este erwischte in allen Belangen ein zähes Jahr, mit dem ernüchternden Ergebnis, dass er jetzt ohne Job für das kommende Jahr dasteht.
Beim Auftakt auf dem Sachsenring ging die Saison mit den Plätze 4 und 3 noch halbwegs gut los. Obwohl sich schon vom ersten Rennen an der zeitliche Rückstand auf den späteren Meister Lukas Tulovic bemerkbar machte. Beim zweiten Euro Moto-Wochenende in Brünn fehlte Soomer. Er war dem Ruf von BMW gefolgt und für den verletzen Danilo Petrucci beim Superbike-WM-Lauf in Spanien eingesprungen. «Der WM-Einsatz ist einfach eine tolle Chance für mich. Sowas kommt nicht so oft. In der Euro Moto ist es aktuell schwer, zu gewinnen», begründete Soomer damals das WM-Wagnis.
WorldSBK-Abenteuer war eine einmalige Sache
Mit einem gewissen Abstand sieht Soomer den WM-Ausflug heute mit anderen Augen. «Wenn man die Chance auf einen WM-Einsatz hat, dann geht man da auch hin», erklärt Soomer jetzt, «so habe ich das zumindest damals gesehen. Mit dem Wissensstand von damals würde ich mich wieder so entscheiden. Doch mit der Erfahrung, die ich heute habe, würde ich eventuell zu dem Angebot nein sagen.» Im Superpole-Rennen wurde Soomer auf Platz 15 gewertet, in Rennen 1 und 2 musste er beide Mal zu Boden, konnte Rennen 2 aber immerhin noch zu Ende fahren. Damit war das WM-Abenteuer auch schon wieder vorbei.
Zurück ging es in die Euro Moto, wo er in Most mit zwei sechsten Plätzen eine überschaubare Punkte-Ernte einfahren konnte. Neben der Euro Moto hatte Soomer im Jahr 2026 auch einen Platz im Langstrecken-Team AutoRace Ube Racing ergattert. Kaum war er in Most über die Ziellinie gefahren, machte er sich auch schon auf den Weg ins japanische Suzuka, um beim Test vor dem Acht-Stunden-Rennen im Rahmen der Langstrecken-WM dabei zu sein. Doch der Plan ging gehörig nach hinten los.
Gebrochene Knochen als EWC-Souvenir
Soomer verletzte sich bei einem Trainingssturz massiv an der rechten Schulter und dem rechten Handgelenk, dass er, kaum in Japan angekommen, schon wieder im Flugzeug zurück nach Estland saß. Dort wurden zwei Frakturen im rechten Handgelenk diagnostiziert und umgehend operiert und ein Oberarmkopfbruch in der Schulter festgestellt. Damit war Soomers Saison gelaufen. Er verpasste neben dem Suzuka-Rennen auch die Euro Moto-Rennen in Oschersleben und in Assen.
Bei den beiden letzten Euro Moto-Veranstaltungen am Nürburgring und auf dem Hockenheimring biss Soomer die Zähne zusammen und war wieder am Start, aber außer ein paar Achtungserfolgen im Mittelfeld der Superbike-Klasse war nicht mehr viel drin und für Soomer endete das Jahr auf Tabellenplatz 12. Absagen musste er im Vorfeld auch die Teilnahme beim Finale der Langstrecken-Weltmeisterschaft in Le Castellet. Beide Verträge wurden nicht verlängert.
«Ich muss mich völlig neu orientieren», hatte Soomer beim letzten Rennen des Jahres erklärt. «Ich bin für alles offen, auch beim Thema Hersteller. Manchmal ist es ja auch eine gute Idee, einen neuen Weg einzuschlagen. An meinem Ziel hat sich nichts geändert. Ich will nach wie vor gewinnen.»
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