Joel Smets: Simon Längenfelder entscheidet selbst über den Klassenwechsel
Nachdem für Red-Bull-KTM-Werksfahrer Simon Längenfelder das Unternehmen Titelverteidigung in weite Ferne gerückt ist, scheint es wieder Überlegungen zu geben, dass Simon Längenfelder in der MX2 bleibt
Nach gutem Start in die Saison 2026 ist für Red-Bull-KTM-Werksfahrer Simon Längenfelder das
Loket-Grand-Prix war der entscheidende Rückschlag
Simon reiste als WM-Leader in den Talkessel und verlor genau dort das Red Plate des WM-Führenden, weil er mit einer Erkältung haderte und körperlich nicht fit war. Es folgte der heftige Crash in Kegums, wodurch sich sein Rückstand zur WM-Spitze auf 37 Punkte erhöhte. Der Abwärtstrend hielt bis Portugal an. Danach aber verkürzte er seinen Rückstand zur jeweiligen Spitze (zunächst Sacha Coenen) um durchschnittlich 10 Punkte pro Grand Prix. Bis zum Loket-Grand-Prix war er noch im Titelkampf. Der Ausfall im zweiten Lauf von Loket war der entscheidende Rückschlag auf 71 Punkte, den Simon zuletzt in Lommel zwar auf 70 Punkte verringern konnte, aber das ist mit Blick auf das große Bild natürlich viel zu wenig.
Joel Smets überlässt den Klassenwechsel dem Fahrer
Die Frage, ob Simon also 2027 tatsächlich in die MXGP aufsteigt, scheint aufgrund der veränderten Lage also wieder offen zu sein. Das bestätigte in Lommel auch Teamchef Joel Smets. Der Belgier erklärte, dass er diese Entscheidung allein seinem Fahrer überlassen will. Simon Längenfelder selbst äußerte sich in der Pressekonferenz, dass er selbst diese Entscheidung noch nicht getroffen hat.
Wer startet 2027 in der MX2 für KTM?
Der Einzige, der in diesem Jahr noch realistische Chancen hat, für KTM einen WM-Titel zu holen, ist Sacha Coenen in der MX2. Aber auch hier läuft die Zeit gegen ihn. Voraussichtlich wird er beim nächsten Grand Prix im schwedischen Uddevalla mit seinem verschraubten Schlüsselbein in besserer Verfassung sein als zuletzt in Loket und Lommel, aber auch er müsste in den letzten 5 Grands Prix 47 Punkte wettmachen, was schon unter normalen Umständen schwierig genug ist. Er hat es bis zum Saisonfinale gleich mit zwei starken Kontrahenten aus dem Triumph-Werksteam zu tun, die beide noch intakte Titelchancen haben.
KTM-Gruppe: 3 Teams mit jeweils 2 Fahrern
Falls die Coenen-Brüder ihren Plan verwirklichen und nach Saisonende und evtl. ohne WM-Titel in die USA wechseln, spräche aus der Perspektive von KTM alles dafür, dass Simon ein weiteres Jahr in der MX2-Klasse bliebe. Dann hätten sie Andrea Adamo in der MXGP und Simon Längenfelder in der MX2. Joel Smets rechnet vor: «Alles hängt vom Budget ab. Es ist nicht die Frage, ob man etwas will oder nicht. Wir haben die Zahl der Fahrer innerhalb der KTM-Gruppe zuletzt von 8 auf 6 reduziert. In diesem Jahr haben wir 3 Teams mit jeweils 2 Fahrern. Theoretisch könnten wir im kommenden Jahr wieder mit jeweils 2 Fahrern pro Team antreten, aber im Moment ist es noch zu früh, um darüber zu sprechen.»
Das Dilemma von KTM
Für KTM ist der Verlauf der zweiten Saisonhälfte ein wirkliches Dilemma, denn sie verloren in beiden WM-Klassen den fast schon sicher geglaubten WM-Titel. Ist das nur Zufall oder Schicksal? Ausschlaggebend war natürlich der US-Exkurs der Coenen-Brüder. Aber gerade diese außergewöhnliche und spektakuläre Geschichte hat dem Sport so viel Aufmerksamkeit verschafft, dass es sicher auch rückblickend nicht richtig wäre, den belgischen Zwillingen ihren US-Traum zu verweigern. Am Ende haben sie selbst den höchsten Preis für ihr US-Abenteuer gezahlt. Doch in Sachen Publicity und Unternehmenskommunikation war der US-Auftritt der beiden Belgier am Ende vielleicht sogar wertvoller als ein WM-Titel, denn man kann das Blatt drehen und wenden, wie man will: Die Coenens haben die US-Szene und die weltweite Motocross-Community in diesem Jahr gehörig aufgemischt.
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