Marquez im Catalunya-Sprint knapp vor Acosta, Martin mit viertem Crash!
Nach 12 intensiven Sprint-Runden in Barcelona wurde Alex Márquez einen Wimpernschlag vor Pedro Acosta als Sieger abgewunken. Während Di Giannantonio das Podest holte, erlebte Aprilia Niederlagen.
20 Grad, blauer Himmel über dem GP-Kurs von Barcelona – so die Rahmenbedingungen für den sechsten MotoGP-Sprint, der erstmals 2026 ohne Weltmeister Marc Marquez über die Bühne ging. Der Dominator der 2025er-Saison erholt sich nach seinem Crash in Le Mans von den nachfolgenden Eingriffen. Dennoch waren in Catalunya 22 Piloten – Yamaha schickt Augusto Fernandez mit einer Wildcard in die Rennen zur Weiterentwicklung der M1.
Die Startaufstellung: Bei KTM und Pedro Acosta passt bislang alles zusammen. Nach Platz 1 im Zeittraining steuerte Acosta sein Bike auch im Qualifying an die Spitze – es war die erste Pole für Acosta. Überraschend steht neben der KTM VR46-Pilot Franco Morbidelli. Der Römer war im Q2 schneller als Alex Márquez, die erste Aprilia mit Raul Fernandez, Honda-Ass Johann Zarco und die bisherige Ducati-Speerspitze Fabio Di Giannantonio.
Interessant auch die dritte Startreihe mit Yamaha-Vertreter Fabio Quartararo, KTM-Urgestein Brad Binder und dem in Catalunya bis zum Sprint bereits dreimal gestürzten WM-Zweiten Jorge Martin. Noch weiter hinten, zwei weitere große Namen. Tabellenführer Marco Bezzecchi war im Q2 gestürzt. Als Quittung ging es von Position 12 in das Rennen über 12 Runden. Direkt hinter «Bezz'» Kumpel und Trainingsgefährte Pecco Bagnaia (Ducati). Ebenfalls in der Startaufstellung, wenn auch nur als Unterstützer seiner Mannschaft, VR46-Teambesitzer und fünfmaliger Catalunya-Sieger Valentino Rossi.
Um 15 Uhr schoss das Feld in den Sprint mit dem besten Antritt von Polesetter Pedro Acosta. Während der KTM-Held perfekt vor Alex Márquez durch die erste Passage kam, krachte es zwischen Joan Mir und Brad Binder. Beide Routiniers flogen aus dem Rennen. Stark zu Beginn – Johann Zarco, der Franzose, schnappte sich noch in Runde 1 Alex Márquez und wollte auch Acosta angreifen, musste jedoch zurückstecken.
Eingangs der dritten Runde wollte Alex Márquez auf der Zielgeraden an Acosta vorbeiziehen, doch auf der Bremse fing Acosta seinen Landsmann wieder ein. Auf Platz 4: Raul Fernandez vor Di Giannantonio. Dann bereits Jorge Martin auf, doch der Spanier patzte erneut. Im letzten Sektor flog Martin zum vierten Mal während des Catalunya-GP von der Strecke!
Während Marco Bezzecchi Rang 6 erbte, saugte sich Alex Márquez am KTM-Ass vorbei. Dahinter hatte Raúl Fernandez Platz 3 erobert. Die Top 3 begannen, sich etwas abzusetzen. In der Eingangsrunde 5 ging es für Pedro Acosta auf Platz 3 zurück, Trackhouse-Pilot Fernandez hatte das bessere Tempo und auch Fabio Di Giannantonio näherte sich Acosta zur Halbzeit an.
Es formierte sich ein Quartett mit Alex Marquez an der Spitze, Zarco auf Platz 5 musste abreißen lassen. Hinter dem LCR-Pilot fuhr weiter Bezzecchi auf Rang 6.
Mit dem Beginn der zweiten Rennhälfte führte Marquez mit 0,3 sec vor Fernandez. Dann war das Rennen für Maverick Vinales vorbei – der Rückkehrer musste sein Bike in der Box abstellen. Hinter Bezzecchi: Bagnaia, Morbidelli und Enea Bastianini.
Die Spitze schenkte sich nicht viel, doch Alex Marquez fuhr jeweils Hundertstel schneller und schuf so ein kleines Polster. Vier Runden vor der Flagge wurde Acosta wieder aggressiver. Der KTM-RC16-Pilot schickte sich an, Platz 2 zurückzuholen. Vor Kurve 9 war es so weit Acostas Rückstand auf Alex Marquez betrug aber bereits 0,6 sec.
Eine Runde später hing auch Di Giannantonio am Hinterrad von Fernandez, doch der Aprilia-Pilot kämpfte hart um den letzten Podestplatz. In der vorletzten Runde musste sich der Spanier «Diggia» beugen.
Zeitgleich hatte Acosta den Rückstand auf Marquez mit viel Biss halbiert. In der letzten Runde hatte Marquez nur noch 0,171 sec Luft. Es kam zum Showdown in den letzten Kurven. Acosta probierte alles – doch der Vizeweltmeister schlug alle Türen zu. Alex Marquez ging 0,041 sec vor Pedro Acosta über die Linie Eine halbe Sekunde später folgte Fabio Di Giannantonio.
Die Ränge 4, 5 und 6 gingen an Raul Fernandez, den starken Johann Zarco und Pecco Bagnaia. Bezzecchi musste sich im Finale noch Ai Ogura und Franco Morbidelli geschlagen geben, holte aber einen Punkt und vergrößerte damit die WM-Führung auf den Teamkollegen.
Wieder einmal katastrophal verlief der Sprint aus Yamaha-Sicht. Die fünf Bikes , angeführt von Quartararo, der von Platz 7 losgefahren war, liefen auf den Plätzen 13, 15, 16, 17 und 18 ein. Toprak Razagtlioglu ließ Augusto Fernandez hinter sich, verlor auf den Sieger aber 20 Sekunden.
Interessant die Auswirkungen auf die WM-Tabelle. Vor dem GP von Catalunya zog Acosta wieder Di Giannantonio vorbei auf Rang 3. Alex Marquez verbesserte sich auf Platz 7 hinter die beiden Trackhouse-Piloten. Bei den Hersteller führt Aprilia weiter deutlich vor Ducati und KTM.
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