Emotionaler Grand Prix: Morbidellis letzter MotoGP-Auftritt in Italien
Für Franco Morbidelli wird Misano zu einem besonderen Wochenende: Vor seinem Wechsel in die Superbike-WM bestreitet der VR46-Pilot sein letztes MotoGP-Heimrennen.
Für das VR46-Team steht am kommenden Wochenende einer der Höhepunkte der MotoGP-Saison 2026 auf dem Programm. Beim Grand Prix von San Marino und der Riviera di Rimini treten Franco Morbidelli und Fabio Di Giannantonio vor heimischem Publikum an. Für Morbidelli besitzt das Wochenende eine ganz besondere Bedeutung.
Damit wird Misano zum letzten MotoGP-Heimrennen für Morbidelli. Der Italiener mit brasilianischen Wurzeln verbindet mit dem Misano World Circuit Marco Simoncelli einige der schönsten Momente seiner Karriere.
Allen voran seinen ersten MotoGP-Sieg: Im September 2020 setzte sich Morbidelli in Misano durch und legte damit den Grundstein für seine erfolgreichste Saison in der Königsklasse. Mit insgesamt drei Siegen kämpfte er bis zum Saisonende um die Weltmeisterschaft und wurde hinter Joan Mir Vizeweltmeister. 2024 kehrte Morbidelli in Misano als Dritter im Sprint auf das Podium zurück.
Entsprechend groß ist die Vorfreude vor seinem letzten MotoGP-Auftritt vor italienischem Publikum. Nach einem schwierigen Wochenende in Aragon möchte der WM-16. mit aktuell 53 Punkten noch einmal zeigen, welches Potenzial in ihm und seiner Ducati steckt.
«Misano ist immer unglaublich. Die Atmosphäre ist magisch und das heimische Publikum immer etwas Besonderes», schwärmt Morbidelli. «Wir kommen hochmotiviert zu unserem Heimrennen, weil wir in Aragon gutes Potenzial hatten. Leider konnten wir daraus kein Ergebnis machen, aber an diesem Wochenende wollen wir zurückschlagen.»
Die Zielsetzung für Misano ist klar: «Wir wollen ein sauberes Wochenende hinlegen. Es wird wichtig sein, aus allem das Maximum herauszuholen und einen großartigen Job zu machen, denn zusammen mit Brasilien ist das für mich das wichtigste Rennen des Jahres.» Zusätzliche Erfahrung auf der Strecke sammelte Morbidelli im Laufe des Jahres durch Testfahrten mit dem Superbike und seine Teilnahme an der World Ducati Week.
Di Giannantonio will Aragon vergessen machen
Auch Teamkollege Fabio Di Giannantonio hat nach dem zurückliegenden Rennwochenende etwas gutzumachen. In Aragon blieb der Römer deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück. In Misano möchte er wieder an die Form anknüpfen, die ihn zuvor ins Spitzenfeld der MotoGP-Weltmeisterschaft gebracht hatte.
Mit 208 Punkten liegt Di Giannantonio 48 Zähler hinter dem WM-Führenden. Zu den Top-3 der Meisterschaft fehlen ihm aktuell lediglich 24 Punkte. Misano zählt zudem zu den Strecken, auf denen der 27-Jährige bereits mehrfach erfolgreich war. 2017 und 2018 stand er dort in der Moto3 jeweils als Dritter auf dem Podium. 2019 folgte Platz 2 in der Moto2. Im vergangenen Jahr gelang ihm als Dritter im MotoGP-Sprint erneut der Sprung aufs Podest.
«Wir sind richtig heiß auf Misano», betont Di Giannantonio. «Es ist unser Heimrennen und wir müssen so hart wie möglich pushen. Vor den eigenen Fans, der Familie und Freunden zu fahren, gibt einem immer zusätzliche Motivation, noch besser abzuschneiden.»
Hoffnung machen ihm dabei auch die Erfahrungswerte aus dem Vorjahr. «Wir kommen mit sehr guten Daten aus dem vergangenen Jahr nach Misano, als wir wirklich stark waren. Das wird unsere Arbeit sicherlich erleichtern. Aber auch die Erkenntnisse aus Aragon können hilfreich sein, obwohl es kein einfaches Wochenende war.»
Für VR46 besitzt das Wochenende ohnehin besondere Bedeutung. Die Basis des Teams liegt nur wenige Kilometer entfernt in Tavullia. 2023 feierte die Mannschaft in Misano sowohl im Sprint als auch im Grand Prix jeweils einen zweiten Platz, im vergangenen Jahr kam ein weiterer Sprint-Podestplatz hinzu. Passend zum Heimspiel tritt VR46 mit einem speziellen Teamshirt an, dessen Design die Flaggen der Romagna, San Marinos und Italiens miteinander verbindet.
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