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Stefan Bradl & Sandro Cortese: Sorge um den Nachwuchs
Die beiden deutschen Weltmeister Stefan Bradl und Sandro Cortese kritisieren die fehlende Unterstützung für den Motorradsport-Nachwuchs in ihrem Land. «Von den Verbänden passiert gar nichts», beschwert sich Bradl.
Stefan Bradl wurde 2011 im Kiefer-Team Moto2-Weltmeister, Sandro Cortese gewann ein Jahr später auf KTM die Moto3-WM und wurde 2018 auf Yamaha Supersport-Champion. Die beiden Süddeutschen kennen sich seit 2003 und kommen bestens miteinander aus.
Das sahen wir auch in Eddie Mielkes IDM Paddock Talk, der regelmäßig live auf der Facebook-Seite des TV- und Radio-Kommentators übertragen wird. In 30 Minuten Interview redeten die drei über allerhand, auch die Sorgen und Nöte im deutschen Rennsport kamen zur Sprache.
Im gesamten MotoGP-Paddock sehen wir dieses Jahr mit Marcel Schrötter (Moto2) und Dirk Geiger (Moto3) nur zwei Deutsche – ein Armutszeugnis.
In der Nachwuchs-WM Supersport 300 sind mit Chris Stange, Jan-Ole Jähnig, Max Kappler und Alan Kroh immerhin vier Deutsche dabei, in der Supersport-WM mit Philipp Öttl und Patrick Hobelsberger zwei und mit Sandro Cortese einer in der Superbike-WM.
Deutschland hat 83 Millionen Einwohner und ist die stärkste Wirtschaftskraft in Europa, doch für den Motorradrennsport wird es jedes Jahr schlimmer. Rennstrecken brechen weg, es sind nur schwer Sponsoren zu finden, starke Nachwuchsfahrer sind längst Unikate.
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"Es wird wenig dafür getan, es kümmert sich kein Verband darum, dass das verbessert wird oder sich etwas ändert", kritisiert Bradl. "Die Talente, die den Weg in die WM geschafft haben, das ist alles aus Eigeninitiative entstanden. Das ist der Weg, den man gehen muss und der kostet natürlich viel Geld. Von den Verbänden passiert gar nichts in Sachen Förderung und Straßenrennsport auf zwei Rädern in Deutschland."
Es ist davon auszugehen, dass die von der Coronavirus-Pandemie verursachte monatelange Sportpause die Situation weiter verschlechtern wird. "Das wird so kommen", befürchtet Cortese. "Irgendwann muss ein Umbruch geschehen, weil es viele Jahre dauert, bis es dann ein Talent wieder in den Grand-Prix-Sport schafft. Selbst wenn man in die Moto3-WM einsteigt, ist es schon viel zu spät. Zu meiner oder Stefans Zeit gab es noch einen Red Bull Rookies Cup, die IDM oder die Dark Dog Challenge. Als ich Pocketbike-Rennen fuhr, waren die Klassen von Junior A bis Junior C voll, da gab es 30 Teilnehmer pro Klasse. Da kommen dann ein, zwei oder fünf Talente hervor. Damals fuhren Schrötter, Folger und Öttl, Stefan kam aus dem Rookies-Cup."
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