KTM-Racing-Boss Beirer erfreut: «Moto3-Vertrag mit Ajo bis Ende 2028 fix»
Ende 2027 muss sich KTM als Hersteller aus der Moto3-WM zurückziehen. Kein Grund, das Engagement der Academy über Ajo Motorsport zu beenden. Pit Beirer verriet SPEEDWEEK.com: Die Zukunft ist geregelt.
Red Bull Rookies Cup – Moto3 – Moto2 – MotoGP: KTM als einziger deutschsprachiger Hersteller der Motorrad-Straßenweltmeisterschaft engagiert sich auf allen Stufen der MotoGP-Pyramide. Für den von Langzeit-Partner Red Bull durchgeführten Rookies-Cup kommt von Tag 1 (los ging es 2007, der erste Cup-Sieger hieß Johann Zarco) die Technik der Nachwuchsschmiede aus Mattighofen und Munderfing.
Um die größten Talente nicht zu verlieren, installierte KTM-Sportchef Pit Beirer lange vor dem MotoGP-Projekt zunächst reine Werksstrukturen, ab 2012 dann werksunterstützte Mannschaften in der kleinsten und mittleren Hubraumkategorie. Wichtigster Partner dabei: Aki Ajo. Der Finne empfahl sich mit seinem Profi-Familienunternehmen – gleich im Premierenjahr holte man bereits unter Red Bull-Flagge, siegfähiger Moto3-Technik aus Österreich und Sandro Cortese die WM-Krone.
Miller, Oliveira, Binder, Acosta: Die Kooperation förderte Siegfahrer am Fließband
Der Erfolg im Debütjahr schweißte zusammen. Mit Jack Miller, Miguel Oliveira und Brad Binder wurden die nächsten Siegfahrer aufgebaut und im Falle von Binder erstmals auch volley für das eigene MotoGP-Projekt genutzt. Nicht jedoch ohne die Zwischenstufe Moto2. An 2017 fand das Engagement mit der Mannschaft von Aki Ajo zweigleisig statt – in Sachen Chassis bis zum Wechsel auf Kalex in der Moto2 ausschließlich auf KTM-eigener Technologie.
Bis heute erbeutet die Kooperation nicht weniger als sieben Titel in der Fahrer-WM. Noch enger wurde die Verbindung durch den Wechsel von Mastermind Aki Ajo als Teammanager ins MotoGP-Team; Junior Niklas übernahm das Tagesgeschäft in Moto3 und Moto2.
Nicht zu vergessen der Musterschüler der Philosophie – Pedro Acosta. Das Megatalent aus Murcia arbeitete sich durch alle Stufen des Systems. Red Bull, KTM, Ajo und Acosta selbst lieferten der MotoGP ein Geschenk, dass 2027 an der Seite von Marc Marquez in Aktion treten wird.
Ende 2027 greift dazu die große Revolution in der kleinsten WM-Klasse. Es wird die letzte Saison sein, in der Hersteller im freien Wettbewerb gegeneinander antreten. Ein Jahr später wird die unterste Klasse der WM in eine Einheitsklasse mit Motorrädern von Yamaha umformatiert. Statt reinrassigen Prototypen dienen dann Hybride aus Serien- und Rennsporttechnik der Japaner als deutlich kostengünstigere und «erwachsenere» Plattform der GP-Ausbildung.
Trotz Wettbewerbsverbot in der Moto3 – KTM engaiert sich auch 2028
Neben Yamaha hatten sich auch die jetzigen Akteure Honda und KTM sowie Aprilia und CF Moto für den Moto3-Neuanfang beworben. Als die Entscheidung zugunsten des Yamaha-Vorschlags gefallen war, hätte KTM einen Ausstieg aus der kleinsten WM-Klasse leicht argumentieren können. Doch auch ohne die Chance, sich als Hersteller zu bewähren, halten die Österreicher an dem Academy-Konzept fest.
Rennsportchef Pit Beirer im exklusiven Gespräch mit SPEEDWEEK.com: «Wir haben uns die Frage nach einem weiteren Engagement unterhalb der MotoGP nie wirklich gestellt. Es ist ein wesentliches Element, das wir nicht rechtfertigen müssen – und das unabhängig vom Motorrad ein essenzieller Baustein des Rennsportengagements von KTM in diesem Fahrerlager ist. Es hängt alles zusammen. Sinnvoll ist der Red Bull Rookies Cup nur dann, wenn wir den besten Fahrern der Zukunft eine weitere Plattform bieten können.«
Pit Beirer bestätigte: «Ich freue mich außerordentlich, dass wir die weitere Zusammenarbeit mit Ajo Motorsport auch über 2027 hinaus geregelt haben. Entsprechende Verträge sind bereits unterschrieben. Wir sind fest davon überzeugt, dass eine Fortführung der Zusammenarbeit mit Aki, Niklas und dem Ajo-Team in den kleinen Klassen unverzichtbar ist vor dem Hintergrund unseres langfristigen MotoGP-Engagements. Abgesehen davon macht es einfach eine Riesenfreude, zu verfolgen, wie Aki das ganze KTM-Projekt mit seinem einmaligen Auge für Talente vorantreibt.»
Damit ist klar: Die von KTM unterstützte Moto3-Struktur wird bei Konkurrent Yamaha Chassis erwerben, beim Moto2-Promoter Yamaha-Motoren leasen, und auch 2028 wieder für Nachschub in den höheren GP-Klassen sorgen.
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