Umstrittenes MotoGP-Event in Katar: Das Ausmaß des Yamaha-Rückzugs
Es war ein unerwartet lauter Knall: Am 1. November verkündete Yamaha die Nicht-Teilnahme beim MotoGP-Event in Katar. Die Auswirkungen auf den japanischen Hersteller, die Teams und die Meisterschaft.
Der große Gewinner beim Großen Preis von Malaysia war Marc Marquez. Mit Platz 2 im Sprint und seinem Sieg im Grand Prix machte der Ducati-Pilot einen entscheidenden Schritt in Richtung seines zehnten WM-Titels. Jorge Martin (Aprilia) gab zunächst alles, um mit gebrochenem Handgelenk dagegenhalten zu können, doch am Samstag musste der «Martinator» das Handtuch werfen und die Heimreise antreten. Und: Die befürchteten Unwetter blieben aus über dem Sepang International Circuit.
Dafür kam an anderer Stelle ein Sturm in Bewegung. So wird der Große Preis von Katar nächste Woche wie geplant stattfinden – trotz der unverändert unsicheren Lage im Nahen Osten. Das Rennwochenende in der Wüste von Doha war deshalb auch in Malaysia ein zentrales Thema. Im MotoGP-Paddock will eigentlich niemand die Reise nach Katar antreten, dennoch wird der Grand Prix aufgrund der aktuellen Faktenlage – und unter Ausblendung der emotionalen Sichtweise – durchgezogen.
Am Sonntag folgte dann nach dem MotoGP-Rennen in Sepang der große Knall:
MotoGP: Yamaha-Werksteam und Pramac werden in Katar fehlen
Die Nicht-Teilnahme am Katar-GP 2026 betrifft beide Yamaha-Teams – das Werksteam und Pramac. Das italienische Satellitenteam erhält von Yamaha die volle Werksunterstützung mit aktuellem Material ausgestattet. Jack Miller und Toprak Razgatlioglu stehen direkt bei Yamaha unter Vertrag. Zudem arbeiten Ingenieure und Mechaniker von Yamaha übergreifend für die Pramac-Struktur.
Pramac wird in Doha dennoch präsent sein – mit dem Moto2-Team und den Fahrern Izan Guevara und Alberto Ferrandez. Eine Nicht-Teilnahme wäre für die Truppe sportlich fatal – Guevara befindet sich mitten im Kampf um den Moto2-WM-Titel 2026. Auf Leader Manuel Gonzalez (Intact GP) fehlen ihm in der Gesamtwertung derzeit nur 3,5 Punkte.
In der MotoGP hält sich der sportliche Schaden für Yamaha in Grenzen. In der Fahrerwertung liegen Quartararo, Miller und Rins auf den Rängen 14, 19 und 20. Toprak Razgatlioglu, der seine Saison verletzungsbedingt ohnehin vorzeitig beenden musste, liegt auf Position 21. In der Konstrukteurs-WM ist Yamaha abgeschlagen auf dem fünften und letzten Platz zu finden. Die von der MotoGP Sports Entertainment Group angedrohten Vertragsstrafen werden vom japanischen Hersteller in Kauf genommen.
Stand heute werden in Katar nur 18 MotoGP-Fahrer an der Startlinie stehen – vorausgesetzt Jorge Martin versucht es noch einmal mit seinem gebrochenen Handgelenk. Raul Fernandez (Trackhouse) will wieder dabei sein, Joan Mir geht es besser und für Alex Marquez (
Die Liste der Unsicherheiten ist mittlerweile lang geworden. Die MotoGP-Asse werden am nächsten Wochenende in der Wüste versuchen, das Visier hinunterzuklappen und den Sturm auszublenden.
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