Acosta über Streckenzustand: «Rennleitung muss nicht um Erlaubnis fragen!»
Kurz vor Beginn des MotoGP-Grand Prix in Brasilien wurde die Gesamtlänge des Rennens verkürzt. KTM-Ass Pedro Acosta sprach danach über die Entscheidung und die Gründe seiner geänderten Renntaktik.
Wenige Minuten vor dem Start ins Sonntagsrennen in Goiania wurde der Schlachtplan der MotoGP-Piloten, den diese sich für die lange Distanz zurechtgelegt hatten, in Frage gestellt. Die Rennleitung hatte gerade festgelegt, dass das Rennen durch sich möglicherweise ablösende Asphaltoberfläche in den Kurven 11 und 12 von 31 auf 23 Umläufe verkürzt werde. Damit eröffneten sich für die Fahrer neue taktische Möglichkeiten. Einer, der diese Chance nutzte, war Pedro Acosta. Der zu diesem Zeitpunkt WM-Führende ging nur von Startplatz 9 ins Rennen, beim Fallen der Zielflagge war die KTM-Speerspitze auf Rang 7. Als einziger innerhalb der ersten 10 platzierten Fahrer hatte der Spanier im letzten Moment darauf gesetzt, die weiche Hinterreifen-Mischung zu verwenden. Fünf weitere Piloten trafen dieselbe Wahl. Alle kamen entweder am Ende des Feldes ins Ziel oder stürzten.
Die Wahl der Rennleitung, das Rennen aufgrund des Streckenzustands zu verkürzen, sei richtig gewesen: «Das war die richtige Entscheidung. Der Asphalt ist an einigen Stellen aufgebrochen wie ein bröseliger Keks!» Die Fahrer seien dazu nicht konsultiert worden, dies sei jedoch auch nicht zu erwarten gewesen. «Die Entscheidung war eine zugunsten der Sicherheit, und Sicherheit geht vor! Dafür muss die Rennleitung niemanden um Erlaubnis fragen.»
Das KTM-Werksteam nutzte die dadurch aufkommende Chance, taktisch einen anderen Weg zu gehen als die Konkurrenz, doch nur die Startnummer 37 wusste Nutzen aus den Gummis zu ziehen. Nach dem Start war Acosta auf Rang 5 vorgerückt und kurzzeitig konnte er sich an Jorge Martín, dem späteren Zweitplatzierten, auf Platz 4 vorschieben. Erst im weiteren Verlauf musste «El Tiburon» auch Alex Marquez und Ai Ogura passieren lassen, Am Ende blieb Platz 7. Das Risiko der geänderten Reifenwahl ging der da noch WM-Führende dabei bewusst ein, um eine aktuelle Baustelle seines Arbeitsgerätes auszugleichen und mehr Geschwindigkeit in die Kurven mitnehmen zu können. Denn anders als in den letzten Jahren zählt das KTM-Werksmotorrad derzeit auf den Geraden nicht zu den Schnellsten im Feld.
«Jorge Martín war der Einzige, der mich in einer Kurve oder beim Anbremsen überholt hat. Uns fehlt es an Endgeschwindigkeit. So können wir niemandem wehtun!» Bei dieser Aussage blickte der WM-Dritte mit einem Auge bereits auf das folgende Rennwochenende in den USA: «Austin wird mit seinen beiden langen Geraden ein schwieriges Pflaster für uns.»
Vor dem MotoGP-Event auf dem Circuit of the Americas liegt Pedro Acosta jetzt auf WM-Rang drei mit drei Punkten Rückstand auf Jorge Martín. Fabio Di Giannantonio folgt mit fünf Zählern Abstand.
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