Bezzecchi (Aprilia) schaut auf den Asphalt: «Auch ein Sprung ins Ungewisse»
Zuletzt gelang Marco Bezzecchi (Aprilia) die Aufarbeitung der Schlappe beim Heim-GP in Misano. In Japan setzt «Bez» auf bekannte Stärken. Prognosen gab es vom WM-Dritten der MotoGP verlässlich keine.
Werksfahrer Marco Bezzecchi – der Italiener wird auch in den kommenden Jahren im Aprilia-Outfit zu sehen sein – erlebt eine außergewöhnliche, um nicht zu sagen extreme Saison 2026. Nach einem lange anhaltenden Lauf zum Beginn der Kampagne wurde die Nummer 72 früh als klarer Favorit auf den Titel ausgerufen – auch weil Marc Marquez mit Verzögerung auf Drehzahl kam und Teamkollege Martin nun eher auf Konstanz setzte.
Bekanntlich ließ das MotoGP-Drehbuch keinen Bezzecchi-Durchmarsch zu. Nach Abflügen und Verletzung – und Comeback der Rivalen – wurde aus dem unangefochtenen WM-Spitzenreiter der WM-Dritte. Immerhin 42 Punkte fehlen dem Italiener vor den beiden Rennen in Motegi auf die alte Stammposition ganz vorne. Dazwischen rangiert noch der Weltmeister – immerhin 30 Zähler gilt es, auf Marc Marquez gutzumachen. Nicht zu vergessen, Pedro Acosta. Mit drei GP-Podien in Serie, gekrönt von Triumph in Spielberg, rückte der Spanier ebenfalls bis auf 30 Punkte heran.
Doch sich öffentlich Gedanken um die WM-Tabelle zu machen, das interessierte Marco Bezzecchi noch nie – und das bleibt auch so. «Bez» vor dem ersten Trainingstag in Motegi: «Für mich ist es ein Rennwochenende wie jedes andere – auch wenn ich die Strecke und Japan wirklich sehr liebe –, aber am Ende geht es nur um die Konzentration auf mich selbst.»
Marco Bezzecchi weiter: «Wie immer ist es sehr wichtig, gut reinzukommen, der Freitag hat einen hohen Stellenwert – und von da an müssen wir uns dann durch das Event arbeiten und immer besser werden. Ob neben uns dabei eine Aprilia oder eine KTM fährt, spielt gar keine Rolle.»
Blick auf die Straße
Auf alle Piloten wartet in Motegi eine frische Oberfläche der Rennstrecke: «Ich habe keine Vorstellung, was uns erwartet. Auch wegen des neuen Asphalts. Ich habe ihn mir angeschaut und er schaut fantastisch aus – aber dennoch ist es auch ein Sprung ins Ungewisse. Wir wissen nicht, wie der Belag mit den Reifen harmoniert – aber natürlich bin ich guter Dinge», so Bezzecchi nach der Inspektion vor Ort.
Zudem betonte der Italiener eine auch in Motegi bedeutende Stärke seines Arbeitsgeräts: «Das Motorrad fühlt sich für mich sehr gut an, was die Kontrolle des Vorderrads angeht. Das Gefühl bei der Verzögerung und vor den Kurven ist wirklich sehr gut.». Zur Erinnerung: Trotz einiger flüssiger Passagen zählt der Kurs von Motegi mit drei brutalen Bremsphasen nicht zu den harmonischen Pisten – die Meister der Verzögerung standen hier meist im Vordergrund.
Vor einem Jahr konnte Marco Bezzecchi die Qualitäten der RS-GP nur sehr bedingt umsetzen. Noch in Erinnerung ist der Abräumer durch den Teamkollegen in der ersten Kurve des Sprints. Trotz Schmerzen schaffte es Bezzecchi über die lange Distanz auf Platz 4 – doch nach dem Triumph des Ducati-Werksteams war der WM-Zug bereits abgefahren. Ein Szenario, das dem Bezzecchi nun in jedem Fall erspart bleiben wird.
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