Motegi 2025: Marc Marquez fuhr zum WM-Titel, Bagnaia mit Wunder zum Sieg
2025 wurde der Besuch der MotoGP in Motegi zur XL-Ducati-Party. Marc Marquez feierte die WM, Bagnaia wundersame Siege. Honda wurde belohnt und Aprilia-Pilot Martin lieferte den Aufreger des Japan-GP.
Auch im Herbst 2025 läutete der Japan-GP den Beginn der zweiten großen Übersee-Tournee ein. Angereist war der MotoGP-Tross von der Adria-Küste in Misano – mit einem überragenden Rennsieger Marc Marquez und einem völlig frustrierten Pecco Bagnaia. Während «MM93» nun bereits zum Matchball für den insgesamt neunten Titel servierte, war Bagnaia am sportlichen Nullpunkt.
Im Land der aufgehenden Sonne ließ der Rennsportgott dann nie Zweifel an seiner Zuneigung für das Projekt aus Bologna aufkommen. Der Besuch im Mobility Resort entwickelte sich zur perfekten Ducati-Party – wenn auch mit Verzögerung. Denn im wichtigen Zeittraining hatte noch nichts auf die Supersause in Rot hingedeutet. Bezzecchi (Aprilia) vor Acosta (KTM), so die erste Ansage der Konkurrenz am Freitag. Marc Marquez wurde auf Rang 3 geführt, Pecco Bagnaia fand nach P7 Vertrauen fürs Qualifying.
Hier legte Ducati Lenovo dann den Grundstein für alles, was kommen sollte. Beide Werksrenner schafften es in Reihe, getrennt nur durch Honda-Pilot Joan Mir. Während Acosta Platz 4 schaffte, kam Aprilia-Hoffnung Bezzecchi nicht über Platz 9 hinaus. Noch schlechter hatte sich Kollege Martin geschlagen – und damit die Zündung für einen Kurzschluss am Sprint-Samstag gelegt.
Denn während die Ducati-Elite sauber in die Rennen startete, übertrieb es Martin vollkommen. Das Abschuss-Opfer in Kurve 1 hieß ausgerechnet Marco Bezzecchi. Während sich Martin mit gebrochenem Schlüsselbein vom Event abmeldete, bemühte sich der Aprilia-Physiotherapeut darum, «Bez» wieder in Form zu kneten. Mit Erfolg – die Nummer 72 nahm am Sonntag wieder Aufstellung.
Beste Laune herrschte hier bereits im Ducati-Lager. Pecco Bagnaia, der vor Motegi im Nullpunkteland verschwunden war, hatte sich im Sprint an der Spitze gehalten und vor Marc Marquez gewonnen. Der Abstand betrug keine zwei Sekunden, auch ein Indiz dafür, dass sich Marquez bereits voll auf die Fahrt zum Titel am Sonntag konzentrierte. Mit aufs Podest durfte KTM-Ass Acosta – Honda-Hoffnung Mir blieb über die kurze Distanz nur der undankbare vierte Platz.
Der Große Preis von Japan bot schließlich alles, wofür die MotoGP steht. So gelang es Ducati-Pilot Pecco Bagnaia in Motegi – aus bis heute unerfindliches Gründen – wieder mit Urvertrauen einzubiegen. Untermalt wurde die 45-minütige Therapieeinheit im Finale von einem Desmo-Technik-Krimi. Denn die GP25 kündigte mit unregelmäßigen, aber unübersehbaren Rauchwolken einen gravierenden Defekt an. Doch – die Nummer 63 hielt. Bagnaia gewann erneut.
Die Situation war damit doppelt spannend – denn der hinter Bagnaia fahrende Marc Marquez musste jederzeit mit einem kapitalen Ausfall inklusive Ölhavarie rechnen. Doch auch die Nummer 93 kam unbeschadet ins Ziel. Die Ducati-Mannschaft wusste nicht, wo sie zuerst jubeln sollte. Doppelsieg von Bagnaia – und WM-Titel mit Marc Marquez. Rot, rot und nochmals rot – die Bilder des Corse-Triumphs am letzten September-Wochenende 2025 in Japan sind bis heute präsent.
Was dazu führte, dass die anderen großartigen Leistungen weniger sichtbar wurden. Zu den weiteren Glanzpunkten zählten neben dem nun auf Rang 3 gestürmten Joan Mir der vierte Platz des angeschlagenen Marco Bezzecchi. Für den Racer aus Rimini waren das wichtige 14 Punkte, um sich im Endspurt des Jahres noch den WM-Rang zu sichern. Wenig glorreich endete der Japan-GP für KTM-Held Pedro Acosta. Zehn Runden wütete der Spanier hinter Bagnaia auf Platz 2, dann ging der RC16-Pilot in Sachen Grip ein. In Runde 18 rutschte die Nummer 37 von der Piste. Acosta gab nicht auf, fuhr weiter und humpelte auf Position 17 über die Linie.
Auch die Jubelarien der japanischen Fans fielen nur dezent aus. Beim Sprint hatte Ai Ogura immerhin den letzten WM-Punkt geholt, doch zur Enttäuschung der Anhänger zog Trackhouse den Japaner für den GP zurück. Grund: Zu große Schmerzen nach einer nicht komplett ausgeheilten Verletzung. Honda-Wildcard Taka Nakagami sah nur im Sprint das Ziel. Im GP stürzte der Honda-Testfahrer.
PS: Nach dem Wunder von Motegi stürzte Ducati-Pilot Pecco Bagnaia beim nächsten Event wieder ab: Letzter im Sprint, Sturz im GP, null Punkte. Und auch auf der anderen Seite der Lenovo-Box gab es betretene Gesichter, nachdem Marco Bezzecchi den neuen Champion im Sprint ins Verletzungsaus geschickt hatte. Selten lagen Sieg und Niederlage so eng beisammen.
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