Dresscode: Ai Ogura mit MotoGP-Management zu Gast bei Japans Sportbehörde
Nur ein MotoGP-Event findet jährlich in Japan statt. Das hat jedoch höchsten Stellenwert, wie Aushängeschild Ai Ogura (Trackhouse) und MotoGP-Manager Carlos Ezpeleta in Tokio förmlich unterstrichen.
Der Große Preis von Japan der Motorrad-WM hat eine lange Tradition. Schon in den 1960er-Jahren wurden keine Kosten und Mühen gescheut, um auch in Japan internationale Rennen zu bestreiten. Seit 1963 ist man als Teil der Weltmeisterschaft regelmäßig zu Gast – Ausnahme bildete die Covid-19-Pandemie; zwei Jahre war die MotoGP nicht am Start.
Davor und danach traf und trifft sich die Motorrad-Elite seit 2004 ausschließlich in Motegi. Der Anlass war traurig. Der Tod von Weltmeister Daijiro Kato 2003 in Suzuka bedeutete auch das Ende für die legendäre Rennstrecke als Austragungsort der MotoGP. 2024 ging es auf dem Mobility Resort Motegi mit einem sportlichen Paukenschlag los. Honda-MotoGP-Pilot Makoto Tamada siegte in der Heimat, was bis heute keinem anderen Japaner gelang.
Unweigerlich ist der Japaner Motegi-Mitfavorit
Entsprechend groß sind die Erwartungen an Trackhouse-Pilot Ai Ogura. Rechtzeitig vor dem wichtigen Event in Motegi meldete sich Ogura als Vierter des Österreich-GP mehr als eindrucksvoll aus der Verletzungspause zurück. Genährt werden die Hoffnungen der Japaner auch von der Tatsache, dass Ogura bereits in Motegi gewinnen konnte – 2022 in der mittleren WM-Klasse.
Im Vorfeld des Japan-GP stand für den Mitfavoriten ein ungewöhnlich förmlicher Auftritt an. Gemeinsam mit MotoGP-Spitzenmanager Carlos Ezpeleta ging es in Japans Hauptstadt zur nationalen Sportbehörde. Ziel des Treffens: Beziehungspflege und der Austausch gegenseitiger Zukunftspläne.
Ezpeleta und Ogura trafen sich mit Naoko Hirayama, Beraterin der japanischen Sportagentur, auch, um über die Bedeutung des Grand Prix von Japan, den Beitrag der MotoGP zum internationalen Sport und Tourismus sowie die positiven Auswirkungen des Motorsports auf die lokalen Gemeinden zu sprechen.
Hirayama: «Die Geschichte der MotoGP und des Motorsports in Japan ist äußerst reichhaltig, und wir sind stolz darauf, den Großen Preis von Japan in Motegi auszurichten. Es war uns eine Ehre, Carlos Ezpeleta und Ai Ogura in Tokio willkommen zu heißen, um zu erörtern, wie wir auf den starken Fundamenten der MotoGP in Japan aufbauen und den Sport für zukünftige Generationen weiterentwickeln können. Ai ist einer der führenden Sportler Japans, und wir wünschen ihm viel Erfolg bei seinem Heimrennen an diesem Wochenende.»
Auch der stellvertretende Geschäftsführer der MotoGP meldete sich in Tokio zu Wort. Carlos Ezpeleta: Japan nimmt in der Geschichte und Zukunft der MotoGP einen besonderen Platz ein. Hier sind einige der legendärsten Hersteller des Sports beheimatet, es gibt eine leidenschaftliche Fangemeinde und eine bemerkenswerte Rennsporttradition, die unsere Meisterschaft weiterhin prägt. Wir sind stolz darauf, an diesem Wochenende nach Motegi zurückzukehren, und wir begrüßen die Unterstützung der japanischen Sportagentur und der gesamten japanischen Regierung, während wir gemeinsam den Sport weiter ausbauen und den Fans im ganzen Land Weltklasse-Veranstaltungen bieten.»
Vom Cup-Fahrer zum MotoGP-Held der Japaner
Der Spanier unterstrich: «Es ist außerdem besonders spannend, nach seinen historischen Erfolgen in dieser Saison hier mit Ai zu sein. Sie belegen seinen außergewöhnlichen – aber auch Erfolg von Förderprogrammen wie dem Idemitsu Moto4 Asia Cup.»
Anfang 2026 war Ogura der erste Absolvent des Moto4-Asia-Cups der MotoGP, der einen Podiumsplatz in der MotoGP errang – er wurde Dritter in Le Mans –, bevor er in Assen als erster japanischer Fahrer nach Tamada wieder ein MotoGP-Rennen gewann.
Der Athlet, der seine Heimat als Sechster der WM-Tabelle erreichte, schätzte die Einladung und äußerte sich ausführlicher als zu manchem Rennverlauf: «Ich freue mich sehr über dieses Interesse seitens unserer Regierung und weiß die Bemühungen von Carlos zu schätzen. Ich denke, im japanischen Motorsport müssen wir einen ersten Schritt machen, was wir heute getan haben. Ich glaube, für den japanischen Sport und die MotoGP war es wichtig, Ideen und Informationen auszutauschen. Ich hoffe, wir können diesen Weg fortsetzen und den Motorsport im ganzen Land bekannter machen. Ich glaube, wenn Menschen wie Hirayama-san in Zukunft das Rennwochenende besuchen würden, wäre das großartig. Ich freue mich darauf, selbst in Motegi anzukommen und dort all die Fans zu sehen.»
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