Fabio di Giannantonio rätselt nach Ducati-Schlappe: «Wirklich seltsam!»
Fabio Di Giannantonio blieb beim MotoGP-Wochenende in Österreich weitgehend blass und verlor einen Platz in der WM. Vor allem die fehlende Haftung am Hinterrad seiner Ducati stellte ihn vor Rätsel.
Für Fabio Di Giannantonio verlief der Österreich-GP in Spielberg nicht nach Wunsch. Der VR46-Ducati-Pilot konnte sich das gesamte Wochenende kaum in Szene setzen und musste sich im Grand Prix mit Platz 9 begnügen. In der Weltmeisterschaft verlor der Italiener zudem eine Position an Trackhouse-Aprilia-Pilot Ai Ogura und rutschte auf Rang 5 zurück.
Schon im Qualifying deutete sich an, dass Di Giannantonio auf dem Red Bull Ring nicht um die Spitzenpositionen kämpfen würde. Mit 0,695 sec Rückstand auf die Pole-Zeit von Aprilia-Werkspilot Jorge Martin stellte er seine Ducati lediglich auf Startplatz 8.
Im Sprint blieb der 27-Jährige als Zehnter sogar ohne Punkte. Nach 14 Runden fehlten ihm 9,2 sec auf die Spitze. Auch am Sonntag gelang keine entscheidende Steigerung: Di Giannantonio überquerte die Ziellinie als Neunter und hatte nach der Renndistanz 14,9 sec Rückstand. Immerhin war er damit drittbester Ducati-Pilot hinter Marc Marquez und Francesco Bagnaia.
Ungewohntes Problem für Di Giannantonio
Vor allem ein Problem zog sich für «Diggia» durch das gesamte Wochenende. «Es war ein seltsames Wochenende, an dem ich von Anfang bis Ende mit der Haftung des Hinterreifens zu kämpfen hatte», berichtete der VR46-Pilot.
Gerade das überraschte ihn, denn auf Low-Grip-Strecken ist er oft stark. «Es ist kurios, denn normalerweise habe ich immer Grip, auch wenn die anderen Ducati-Piloten klagen. In Barcelona hatte ich Grip, auch in Goiania, als wir mit der gleichen Reifen-Spezifikation fuhren, hatte ich guten Grip.»
In Spielberg fehlte ihm dagegen das notwendige Vertrauen beim Herausbeschleunigen. «Mir fehlte das Gefühl für das Gas und ich konnte nicht richtig spüren, wie ich am besten aus den Kurven beschleunigen kann. Das war wirklich seltsam. Mir fehlte hier etwas, die anderen haben besser gearbeitet.»
Für den Grand Prix reagierte seine Mannschaft mit Änderungen an der Abstimmung. «Insgesamt war es ein schwieriges Wochenende, aber am Morgen haben wir etwas verändert, um das Gefühl für den Grip am Hinterrad zu verbessern. Damit haben wir für das Rennen einen Schritt nach vorne gemacht», schilderte Di Giannantonio. Zumindest zu Beginn zeigte die Maßnahme Wirkung. «Das hat uns geholfen und in den ersten Runden war ich ziemlich konkurrenzfähig. Doch dann bekam ich wieder Probleme.»
Ducati erlebt Schlappe auf einstiger Paradestrecke
Di Giannantonios Schwierigkeiten müssen allerdings im Gesamtbild betrachtet werden. Denn ausgerechnet auf dem Red Bull Ring, der über Jahre zu den absoluten Paradestrecken der Desmosedici zählte, erlebte Ducati eine deutliche Niederlage.
KTM-Star Pedro Acosta gewann das Heimrennen seines Arbeitgebers, dahinter belegten die Aprilia-Piloten Jorge Martin, Marco Bezzecchi und Ai Ogura die Positionen 2 bis 4. Erst auf Rang 5 folgte mit Marc Marquez die beste Ducati. Damit schaffte es keine Desmosedici auf das Podium.
Di Giannantonio selbst sieht trotz seines enttäuschenden Wochenendes keinen Grund, grundsätzlich an seinem Potenzial zu zweifeln. «Wir haben momentan einige Schwierigkeiten, aber das Potenzial ist sehr hoch und wir sind schnell», betonte er. Die Marschrichtung ist für den Italiener deshalb klar: «Wir bleiben positiv, weil wir wissen, dass wir wieder an die Spitze zurückkehren können.»
Das sollte möglichst schnell gelingen. Denn neben dem enttäuschenden Abschneiden in Spielberg musste Di Giannantonio auch in der WM einen Rückschlag hinnehmen. Ai Ogura zog am VR46-Piloten vorbei, der damit nur noch WM-Fünfter ist.
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