Jerez 2025: Spaniens GP-Party lief anders als geplant, Aprilia ging unter
Beim Spanien-GP 2025 gingen die frenetischen MotoGP-Fans in Jerez über alle Höhen und durch manche Tiefe. Am Ende der Festspiele standen zwei Marquez als Sieger fest. Aprilia fuhr unter ferner liefen.
Als die MotoGP vor genau einem Jahr in Jerez und damit in einer der großen MotoGP-Hochburgen eintraf, da tat sie das mit einer gänzlich anderen Vorgeschichte. Denn zum fünften GP der Saison schlug ein Marc Márquez in Bestform auf. Seinen Crash beim US-GP 2025 hatte der noch frische Ducati-Werkspilot mit einem souveränen Doppelsieg in Doha ausgebügelt. «MM93» erreichte seine Heimat mit 17 Zählern Vorsprung auf Bruder Alex Marquez. Bemerkenswert auch: Vor einem Jahr waren die WM-Ränge 1–5 mit den Marquez-Brüdern, Pecco Bagnaia und dem VR46-Duo (Morbidelli/Di Giannantonio) ausschließlich mit Ducati-Fahrern belegt.
Jerez-Sprint 2025: Ducati auf den Rängen 1-6
Grundlegend anders ist das Bild zwölf Monate später. Marc Marquez kämpft mit seinem Körper und leidet unter den wenigen Prozentpunkten optimaler Verfassung, die fehlen – und die in der MotoGP unverzeihlich sind. Marquez liegt auf WM-Rang 5, hinter Fabio Di Giannantonio; die MotoGP 2026 ist an der Spitze unter Kontrolle von Aprilia.
Beim Spanien-GP vor einem Jahr wurde die Rekordkulisse – am gesamten Wochenende sahen über 224.000 Fans die Rennen auf der Traditionsstrecke vor den Toren von Jerez – einem lupenreinen GP-Thriller ausgesetzt. Der startete bereits am Samstagmorgen mit dem Qualifying. Denn Fabio Quartararo erwischte auf der Yamaha nicht zum ersten Mal eine Traumrunde. Damit ging Startplatz 1 weder an einen der neun anwesenden Spanier noch an einen Ducati-Racer. Der Franzose war drei Hundertstel schneller als der angehende Champion Marc Márquez. Die erste Reihe komplettiert hatte vor einem Jahr Pecco Bagnaia.
Im Jerez-Sprint war es dann aber wieder der WM-Leader, der sein Form mit einem engen aber in Wahrheit ungefährdeten Sieg unterstrich. Nachdem Quartararo gleich zu Beginn ins Aus gerutscht war, war das vertraute Bild wieder hergestellt. Alle sechs Bikes aus Borgo Panigale lagen über die kurze Distanz an der Spitze.
Hinter dem Sextett – Maverick Vinales. Vor einem Jahr sahen die Fans den Spanier nach seinem Wechsel auf Orange in blendender Verfassung. Noch im Hoch von Doha, als Vinales den GP auf der RC16 sogar angeführt hatte und als Zweiter ins Ziel kam, dann aber mit einer Zeitstrafe zurückgeworfen wurde, war Vinales auch in Spanien stärkster KTM-Pilot.
Die Marquez-Festspiele fanden mit Alex statt
Am Sonntag schien alles angerichtet für die ultimative Marquez-Party. Doch gefeiert wurde am Ende nur in der Gresini-Box. Der WM-Tabellenführer und Favorit hatte in der frühen Phase des Rennens zu hart attackiert und seinen Werksrenner in Kurve 7 ins Kiesbett gelegt. Marc Marquez gab nicht auf, fuhr dem Feld hinterher, rempelte sich wieder an etlichen Kontrahenten vorbei – doch mehr als Rang 12 war nach dem Fehler nicht mehr drin.
Perfekt dagegen die Fahrt von Alex Márquez. Von Platz 4 losgefahren, behielt «AM73» die Nerven. Vorbei an Bagnaia und in Runde 11 an dem diesmal fehlerfreien Quartararo gab der Gresini-Pilot die Führung nicht mehr ab. Der Triumph des jüngeren Marquez ging in die Geschichtsbücher von Jerez ein – auch weil Alex Marc damit wieder die Tabellenführung abgenommen hatte.
Hinter dem jubelnden Fabio Quartararo und einem zufriedenen Pecco Bagnaia lief mit nur 3,5 sec Rückstand auf den Sieger Maverick Vinales ein. Mit Acosta auf 7 und Bastianini auf 9 war der Spanien-GP ein großer Erfolg für das Projekt aus Österreich. 2026 liegen alle Hoffnungen auf Pedro Acosta, denn Vinales muss Jerez verletzungsbedingt auslassen.
2025 in Jerez unsichtbar: Aprilia
Bitter war das Event für den jetzigen Spitzenreiter. Marco Bezzecchi erreichte Platz 8 im Sprint und ging im Großen Preis mit Rang 14 unter. Schlimmer noch für die Fans aus Spanien: Jorge Martin, aktuell Zweiter im Klassement, war nach seinem verheerenden Crash in Katar vor einem Jahr gar nicht am Start. Mit Martin und Acosta hat Spanien 2026 wieder zwei Trümpfe in guter Ausgangsposition. Die Fans in Jerez werden sich dennoch nichts mehr wünschen als einen Marc Marquez in Bestform.
Nicht zu vergessen – die kleineren WM-Klassen. Denn mit dem späteren Moto3-Champion Jose Antonio Rueda und einem souveränen Manuel Gonzalez (Intact GP) gingen vor einem Jahr alle Pokale nach Spanien.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach