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Jorge Lorenzo: «Das müsste Agostini verstehen»

Der Zwist zwischen Rekordweltmeister Giacomo Agostini und dem dreifachen MotoGP-Champion Jorge Lorenzo geht in die nächste Runde. Was der 33-jährige Mallorquiner zu sagen hat.

MotoGP

Im Artikel erwähnt



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Seit Giacomo Agostini in einem Interview mit der "Gazzetta dello Sport" Anfang Mai davon sprach, dass Jorge Lorenzo bei Ducati und Honda versagt habe, liefern sich die beiden Ex-Weltmeister einen nicht enden wollenden öffentlichen Schlagabtausch. Der 77-jährige Italiener ließ nämlich durchblicken, dass nicht ein neuer Tank oder eine veränderte Sitzbank, sondern der Kopf eines Rennfahrers zum Erfolg führen würden.

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Der 33-jährige Mallorquiner wandte sich nun in einem Instagram-Statement an seine Fans – und natürlich Giacomo Agostini. "Ich hoffe, dass ich eines Tages nicht mit der neuen Generation hadern muss, indem ich mich auf die Erinnerungen an meine Siege versteife, die Zukunft mit meiner Vergangenheit vergleiche und sage: ‚Zu meiner Zeit habe ich…‘ Ich glaube, dass Herr Giacomo Agostini verstehen müsste, dass jede Epoche des Motorradsports ihre eigene Geschichte und jeder Champion seine Bedeutung hat, in dem Kontext, den er erlebt hat – was sowohl seine Rivalen als auch die Technologie betrifft", machte der 2019 zurückgetretene Lorenzo gleich zu Beginn deutlich.

Seine Ansichten untermauerte der fünffache Weltmeister und 68-fache GP-Sieger anschließend ausführlich: "Ein Beispiel: Auch wenn man in den 1960er Jahren auf Strecken mit sehr niedrigen Sicherheitsstandards gefahren ist, betrug der Unterschied zwischen dem schnellsten und dem langsamsten Motorrad oft zehn Sekunden. Einige Fahrer hatten einen solchen Vorteil, dass sie sich den Luxus leisten konnten, im selben Jahr in mehreren Kategorien zu fahren (und zu gewinnen)."

"Auch wenn die Technologie bereits Fortschritte machte, war man noch Lichtjahre von der heutigen entfernt (wir sprechen von Motorrädern mit Speichenrädern und Trommelbremsen). In den vergangenen Jahrzehnten haben sich sowohl die Strecken als auch die Technologie enorm entwickelt. Mit der Einheitselektronik und den Einheitsreifen wurde eine große Ausgeglichenheit zwischen allen Motorrädern erreicht. Die Werke suchen nach dem kleinsten Vorteil, um ihre Gegner zu besiegen, und über viele Siege entscheiden nur Tausendstelsekunden", betonte der neue Yamaha-Testfahrer.

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"Wenn nach einem 45 Minuten langen Rennen eine Sekunde zwischen dem Fünftplatzierten und dem Sieger liegt, bedeutet das, dass jedes noch so kleine Detail notwendig ist, um einen Vorteil herauszuschlagen und zu gewinnen. In diesem Kontext werden Details wie eine Kleinigkeit an der Aerodynamik, eine Anpassung des Mappings oder ein Umriss des Tanks entscheidend", verteidigte der Spanier seine akribische Herangehensweise und sprach dann den 15-fachen Weltmeister und 122-fachen GP-Sieger direkt an: "Im Gegensatz dazu werden die kleinen Details unbedeutend, wenn man den Unterschied in zehn Sekunden, Minuten oder sogar Runden misst. Und ja, dann kann man sich auch mit einer nicht perfekten Ergonomie zufriedengeben. Und dies, lieber Giacomo, ist eine unwiderlegbare Wahrheit."

Lorenzos eindeutiges Fazit: "Darum kann ich nur überrascht sein, wenn jemand (der die Umstände und Fakten kennt) behauptet, dass ich bei Ducati die Ergebnisse nicht erbracht habe. Bei allem Respekt – um die Fähigkeiten eines Champions der modernen Ära zu beurteilen, scheint mir das Zurückgreifen auf das ‚zu meinen Zeiten‘ oder auf die reinen ‚Ergebnisse‘ eine unangebrachte Banalität für eine Legende wie Sie."

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