MotoGP-Rückkehr auf den Hungaroring: Investitionen bis zu 70 Mio. € nötig
Die MotoGP-Hersteller sind sich einig: Ein Event in der Metropole Budapest würde der Weltmeisterschaft viel mehr nutzen als Rennen in der Region Plattensee. Die Ungarn-Planungen für 2027 laufen.
Seit 2025 ist der Balaton Park Circuit in Ungarn im MotoGP-Kalender. Die Anlage selbst ist modern, die Stop-and-go-Strecke mit ihren teilweise sehr engen Kurven für die schnellen MotoGP-Maschinen aber zu klein und kaum geeignet. Hinzu kommt, dass die Ferienregion am Plattensee über keinerlei Motorradkultur verfügt und deshalb für die Hersteller wenig reizvoll ist.
Im ersten Jahr 2025 zeichnete sich die «Hungarian Motorsport and Green Mobility Development Agency» als Promoter für die MotoGP- und SBK-Veranstaltung verantwortlich. Die HUMDA wurde vom ungarischen Ministerium für Innovation und Technologie gegründet und ist für die Entwicklung des Motorsports und der Verkehrssicherheit zuständig.
Doch nach 2025 kam es zum Bruch zwischen der HUMDA und der MotoGP Sports Entertainment Group, früher Dorna. Daraufhin übernahm das Personal des Hungarorings die Promotion und Ausrichtung der beiden WM-Events auf ungarischem Boden und half damit einer konkurrierenden Rennstrecke. Jeder kann sich an fünf Fingern abzählen, dass die Verantwortlichen des Hungarorings die MotoGP – und möglicherweise auch die Superbike-WM – lieber selbst austragen würden.
1992 letztmals ein GP auf dem Hungaroring
Zum letzten Mal fand 1992 ein Ungarn-Grand-Prix der Zweiradfraktion auf der Anlage wenige Kilometer außerhalb Budapests statt. Für die Superbike-WM sind die aktuellen Sicherheitsstandards ausreichend, dort wird nur eine Stufe-B-Homologation verlangt. Für die MotoGP muss der Hungaroring trotz F1-Tauglichkeit modernisiert werden, die dafür notwendigen Umbaumaßnahmen verschlingen 60 bis 70 Millionen Euro, für die der Staat Ungarn als Eigentümer aufkommen muss. Das Ziel: Homologation Stufe A bis Dezember 2026.
Der Balaton Park Circuit ist in privater Hand, die MotoGP- und SBK-Veranstaltungen wurden aber ungewöhnlicherweise mit Steuergeldern subventioniert. Ob die seit Mai 2026 neue ungarische Regierung dazu auch ihren Segen geben würde, ist unklar.
Eine Anekdote am Rande: Weil es für die MotoGP in Ungarn dieses Jahr keinen Titelsponsor gab, wollte der Eigentümer der Rennstrecke mit «Balaton Park Circuit» werben. Promoter Hungaroring war nicht amüsiert und stellte die MotoGP Sports Entertainment Group vor die Wahl: Entweder Verzicht auf dieses Sponsorship oder sie richten das Rennen nicht aus.
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