Rookie-Duell Diogo Moreira gegen Toprak Razgatlioglu: 3:0 für Brasilien
Nach den ersten drei MotoGP-Events 2026 haben sich beide MotoGP-Newcomer großen Respekt verschafft. Vor allem Brasiliens GP-Hoffnung Diogo Moreira überzeugt bislang mit Speed, Kontrolle und Konstanz.
In der 77. Saison der Motorrad-Straßenweltmeisterschaft treten mit Diogo Moreira und Toprak Razgatlioglu zwei Newcomer in der Königsklasse an. Die Voraussetzungen der beiden MotoGP-Rookies könnten kaum unterschiedlicher sein. Moreira, 21 Jahre jung und mit einem mehrjährigen Vertrag bei Gigant Honda gebunden, wurde im GP-Fahrerlager ausgebildet. Höhepunkt der noch jungen Karriere war der Gewinn der Moto2-Krone 2025.
Die Rookies könnten kaum unterschiedlicher sein
Razgatlioglu hat mit 29 Jahren deutlich mehr Erfahrung. Zwar schnupperte der Türke als Red Bull Rookie ebenfalls ins GP-Fahrerlager, doch statt in den GP-Klassen zu lernen, ging es bis Ende 2025 in den seriennahen Rennsport. Mit drei WM-Titeln in der Königsdisziplin Superbike ist Razgatlioglu der erfolgreichste Quereinsteiger – zugleich aber auch ohne Erfahrung mit einem reinrassigen Prototypen-Rennmotorrad. Toprak Razgatlioglu unterschrieb für zwei Jahre bei Yamaha und damit bei dem seit 2025 schwächsten Hersteller der Königsklasse.
Das zeigte sich zum Start der laufenden Saison. Beim letzten GP-Rennen in Texas liefen die vier Yamaha-Fahrer auf den letzten vier Rängen ein. Zugleich war das Event in den USA ein Erfolg für den Rookie des M1-Quartetts. Nach einem Ausfall beim Sprint zeigte Razgatlioglu im GP-Lauf seine beste Leistung seit dem Einstieg ins MotoGP-Geschäft. Zum Lohn gab es für WM-Rang 15 den ersten WM-Punkt. Und – Toprak ließ Yamaha-Aushängeschild Fabio Quartararo hinter sich. Balsam auf die Seele waren auch die Rundenzeiten: Die Pramac-Yamaha mit der Nummer 07 war in den USA die schnellste M1.
Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Yamaha-Krise ist die Leistung Razgatlioglus bemerkenswert. In Zahlen ausgedrückt steht die Yamaha-Hoffnung aber klar im Schatten des Youngsters aus Brasilien. Der Einstieg von Diogo Moreira auf der als extrem sensibel geltenden Honda RC213V überzeugt auch harte Skeptiker.
Beim Brasilien-Sprint war Moreira bester Honda-Fahrer
Alle drei GP-Rennen brachte Moreira ins Ziel und landete jeweils auf Position 13. Den Respekt des Fahrerlagers verdiente sich der Pilot aus Sao Paulo gleich beim Auftakt in Buriram. In der Hitzeschlacht fuhr den Rookie auf der Kunden-Honda schneller als die hochdekorierten GP-Sieger Enea Bastianini und Maverick Vinales, beide auf KTM. In der Liste der schnellsten Rundenzeiten tauchte die LCR-Maschine direkt und nur von Hundertsteln getrennt hinter Luca Marini und Teamkollege Johann Zarco auf.
Stark auch die Leistung beim Heimrennen in Brasilien. Im Sprint verpasste Moreira den ersten Punkterang um eine Sekunde, kam als Zehnter aber vor Markenkollege Marini an, während Zarco und Mir beide abgeflogen waren. Damit war der Moto2-Weltmeister im dritten MotoGP-Rennen bester Honda-Fahrer. Die Leistung definiert sich bislang zudem nicht über blindes Draufgängertum, denn auch mit zwei Stürzen bislang hat Moreira die bessere Bilanz im Vergleich zum Yamaha-Rookie, der bislang dreimal von der M1 purzelte.
Ohne Frage, beide Neueinsteiger schlagen sich bislang sehr beachtlich. Doch der feiner ausgebildete Brasilianer hat bislang knapp die Verkleidungsnase vorne. Die Dokumente des Austin-GP fassten es perfekt zusammen. Moreira fuhr im Rennen in der schnellsten Runde 0,1 sec schneller als Razgatlioglu Ein Duell der beiden Topfahrer auf identischem Material wäre sehenswert, doch dazu wird es frühestens 2028 kommen.
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