Red Bull Rookie Fynn Kratochwil in Assen erst abgestraft, dann abgeräumt
In seiner Zeit im Moto4 Northern Cup hatte der Nachwuchspilot auf der GP-Strecke von Assen schon vier Mal gewonnen. Beim Start im Red Bull Rookies Cup hatte er in den Niederlanden Pech.
«Das vierte Rennwochenende des Red Bull MotoGP Rookies Cups am TT Circuit Assen konnte endlich beginnen und ich habe mich riesig darauf gefreut», berichtete Fynn Kratochwil nach seiner Reise in die Niederlande. «Ich war sehr gut vorbereitet, kannte die Strecke bereits und wollte nach meinem starken Wochenende in Mugello direkt wieder ganz vorne angreifen. Leider musste ich das Wochenende ohne meinen Mechaniker Dirk antreten. Bei einem Motocross-Training unter der Woche hatten wir einen kleinen Unfall, bei dem sich Dirk verletzte und deshalb nicht mit nach Assen reisen konnte. Zum Glück ist mein Papa kurzfristig eingesprungen und hat als Mechaniker einen richtig guten Job gemacht. Natürlich war das nicht die Ausgangslage, die wir uns gewünscht hatten, aber wir haben uns davon nicht beeinflussen lassen. Es waren Dinge, die wir ohnehin nicht mehr ändern konnten, also lag der volle Fokus auf dem Rennwochenende.»
«Die Trainings verliefen vielversprechend», erzählte er weiter. «Im ersten freien Training war ich über weite Strecken in den Top 3 unterwegs. Erst in den letzten Minuten konnten sich viele Fahrer noch einmal verbessern. Trotzdem wusste ich, dass meine Pace stimmt und ich mich auf dem Motorrad richtig wohlfühle. Auch das zweite Training verlief stark. Mit Platz 2 konnte ich erneut zeigen, dass ich vorne mitfahren kann und war entsprechend motiviert für das Qualifying.»
«Im Qualifying wurde, wie so oft, viel gebummelt», so Kratochwil. «Ich habe versucht, mich davon möglichst nicht beeinflussen zu lassen und mein eigenes Ding zu machen. Am Ende ist mir zwar keine perfekte Runde gelungen, trotzdem stand Platz 7 auf dem Papier. Durch Strafen anderer Fahrer durfte ich Rennen 1 schließlich von Startplatz 5 und Rennen 2 von Startplatz 7 in Angriff nehmen. Natürlich wusste ich, dass mehr möglich gewesen wäre, aber gleichzeitig war klar: Die Pace war da und niemand konnte sich entscheidend absetzen.»
Nachträgliche Strafe in Rennen 1
«Im ersten Rennen hatte ich keinen optimalen Start, konnte mich aber schnell wieder nach vorne arbeiten», sagte der Nachwuchspilot. «Ich führte das Rennen sogar für eine Runde an und war die gesamte Zeit in der Spitzengruppe unterwegs. Leider unterlief mir dann ein kleiner Fehler, der mich weit zurückwarf. Ich gab aber nicht auf, kämpfte mich Runde für Runde wieder nach vorne und überquerte die Ziellinie als Fünfter. Mit diesem Ergebnis war ich grundsätzlich zufrieden, auch wenn ich wusste, dass ohne meinen Fehler deutlich mehr möglich gewesen wäre.»
«Nach dem Rennen folgte jedoch die große Enttäuschung», ging sein Bericht weiter. «Ich erhielt eine Strafe für ein Überholmanöver. Aus meiner Sicht war ich bereits vollständig am anderen Fahrer vorbei und konnte ihn nicht mehr sehen. Erst in der Linkskurve spürte ich an meinem rechten Fuß, wie sich sein Lenker verhakte, wodurch er stürzte. Nach dem Gespräch mit der Rennleitung wurde mir sogar bestätigt, dass ich den Sturz nicht absichtlich verursacht habe und den anderen Fahrer aufgrund meiner Position gar nicht mehr sehen konnte. Trotzdem wurde die Strafe ausgesprochen und ich wurde von Platz fünf auf Platz 17 zurückversetzt. Eine Entscheidung, die ich zwar nicht wirklich nachvollziehen konnte, die ich am Ende aber akzeptieren musste.»
In der Schlussphase abgeräumt
«Für Rennen 2 hieß es deshalb: Fokus nach vorne», lautete seine Kampfansage. «Gemeinsam mit Dirk hatten wir einen klaren Plan erarbeitet, den ich bis drei Runden vor Schluss perfekt umsetzen konnte. Ich lag auf Platz 5, war mitten in der Spitzengruppe und kämpfte weiterhin um den Sieg. Mein Ziel war es, mir alles für die Schlussphase und die letzte Runde zurechtzulegen. Leider kam es anders: Ein anderer Fahrer räumte mich ab und mein Rennen war beendet. Wieder eine Situation, für die ich nichts konnte. Einfach großes Pech. Solche Wochenenden gehören leider zum Rennsport dazu.»
«Auch wenn die Ergebnisse am Ende nicht das widerspiegeln, was möglich gewesen wäre, nehme ich viele positive Erkenntnisse mit», lautete sein Fazit. «Das Wichtigste ist für mich, dass ich an diesem Wochenende erneut gezeigt habe, dass ich die Geschwindigkeit habe, um ganz vorne mitzufahren, nicht nur im Windschatten der Gruppe, sondern auch alleine. Das bestätigt, dass die Leistung aus Mugello kein Zufall war und gibt mir viel Selbstvertrauen für die kommenden Rennen. Solche Wochenenden gehören leider zum Rennsport dazu.»
«Jetzt richtet sich der volle Fokus auf den Sachsenring», so sein Blick nach vorne. «Ich werde mich bestmöglich vorbereiten, um dort wieder alles zu geben und beim Heim-Grand-Prix meine Familie, Freunde, Sponsoren und alle deutschen Fans stolz zu machen. Vielen Dank an alle, die mich an diesem Wochenende und auf meinem gesamten Weg unterstützen. Wir arbeiten weiter hart, geben nicht auf und werden stärker zurückkommen. Wir bleiben am Ball.»
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