Danilo Petrucci: Besser als in ganzer MotoGP-Karriere
Was für ein Heimrennen für Danilo Petrucci und sein Team Barni Spark Ducati in Cremona: Als erst vierter Fahrer in der Geschichte der Superbike-WM hat der Italiener alle drei Rennen an einem Wochenende gewonnen.
Was Danilo Petrucci in Cremona geleistet hat, lässt uns alle den Hut vor ihm ziehen. Sicher, der bisherige Saison-Dominator Toprak Razgatlioglu (BMW) war bei den Rennen in Norditalien
Seinen ersten Sieg in der Superbike-WM konnte Danilo am Samstag nur halb genießen, weil der Lauf in der 17. Runde abgebrochen wurde. Der Italiener sah damit weder die karierte Flagge noch die jubelnde Crew an der Boxenmauer, die Auslaufrunde hatte auch nicht dasselbe Flair wie bei einem normal beendeten Rennen.
Ganz anders am Sonntag: Petrucci dominierte den Sprint und das zweite Hauptrennen vom Start weg und siegte jeweils unbedrängt. Die Atmosphäre im überlaufenen Fahrerlager von Cremona bei der Siegerehrung war unbeschreiblich, als die versammelte Menge die italienische Hymne mitsang und den Triumph ihres Helden zelebrierte.
Danilo ist erst der vierte Fahrer nach Jonathan Rea, Alvaro Bautista und Toprak Razgatlioglu, der alle drei Rennen an einem Wochenende gewinnen konnte. Cremona ist ein weiterer Meilenstein in der unvergleichlichen Karriere des Publikumslieblings, der als Einziger Rennen in der MotoGP- und Superbike-WM sowie eine Etappe bei der Rallye Dakar gewann. Hinzu kommen Siege im Superstock-1000-Cup und der US-Meisterschaft MotoAmerica.
"Ich habe an einem Tag mehr Superbike-Rennen gewonnen als in der MotoGP in meiner ganzen Karriere", lachte Petrucci in kleiner Medienrunde. "Mir fehlen die Worte, das habe ich nicht erwartet. Vor ein paar Jahren in Mugello, bei meinem ersten MotoGP-Sieg, wusste ich nicht, wie mir geschieht. Am liebsten würde ich diese Erfolge nächste Woche in Aragon wiederholen, damit ich sie besser verstehe."
Der Dreifachsieger tat sich schwer damit, seine Emotionen in Worte zu fassen: "Ich weiß nicht, wie viele Leute an diesem Wochenende hier waren. Ich habe nur die Tribünen voller Leute gesehen. Am Dienstag wollte ich für Freunde Tickets kaufen, aber alle waren aus. Die Superbike-WM verdient mehr Rennen wie dieses, so ein Publikum würde ich gerne bei allen Veranstaltungen sehen. Vor allem, weil sie alle mir zujubelten, das war sehr schön. Alles im Leben hat seinen Preis, hier wurde ich für meine Opfer und Schmerzen entlohnt."
"Nie zuvor bin ich mit dem Superbike in Cremona gefahren", erklärte der 33-Jährige. "Vor vier Wochen war ich mit einer Serienmaschine hier und war wegen der Strecke etwas besorgt. Sie ist eng, aber schon am Samstag sind mir an drei Stellen Überholmanöver gelungen. Es ist nur eine Frage des Gewöhnens. In der BSB oder MotoAmerica gibt es solche Strecken und dort wird sehr viel überholt. SBK muss Orte wie diesen finden, wo viele Zuschauer hinkommen. Okay, die Strecke ist kurz, aber sie ist gut für die Leute und die Show. Die Superbike-WM ist etwas sehr Besonderes mit einer guten Show, ich hoffe, Cremona bleibt für viele Jahre im Kalender. Die Werkstatt meines Teams ist nur eine Stunde entfernt in Bergamo. Barni ist defacto nur eine Werkstatt, wir sind klein. Aber hier waren wir die Schnellsten und lagen vor den beiden Werks-Ducati. Alle unseren Sponsoren waren hier, um die Rennen zu sehen – das war einer der besten Tage."
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