Sam Lowes vor Michelin-Debüt: Kleinerer Umbruch als erwartet?
Beim Jerez-Test fährt Sam Lowes erstmals die neuen Michelin-Reifen. Vorab erklärte der Ducati-Pilot, warum seine anfängliche Nervosität vor dem Wechsel einer vorsichtigen Zuversicht wich.
Für Sam Lowes beginnt beim Nachsaison-Test in Jerez die praktische Vorbereitung auf den Reifenwechsel in der Superbike-WM. Am heutigen Donnerstag und am Freitag wird auch das Marc-VDS-Team wichtige Erfahrungen für die Saison 2027 sammeln. Der Brite probiert die neuen Michelin-Reifen erstmals aus und kann anschließend seine bisherigen Erwartungen mit eigenen Erfahrungen abgleichen.
Bereits vorab hatte Lowes im Gespräch mit SPEEDWEEK.com erläutert, warum er dem Ende der Pirelli-Ära zunehmend positiv entgegenblickt. Seine Einschätzung beruhte damals auf Gesprächen mit Michelin und Fahrern, die bereits mit den neuen Reifen unterwegs gewesen waren.
«Ich denke, dass es gut wird und der Unterschied nicht ganz so groß ausfällt, wie viele zunächst gedacht haben. Wenn man die MotoGP-Reifen betrachtet, ist der Unterschied zu Pirelli riesig. Aber nach meinen Gesprächen mit Michelin, vor allem auch mit meinem Bruder, der sie schon gefahren ist, und mit Iker (Lecuona), der in Cremona einen Tag getestet hat, scheint es ein gutmütigerer, seriennäherer Reifen zu sein. Das ist für Superbikes richtig», erklärte Lowes in Cremona.
Lowes erwartet deutlichen Unterschied zum MotoGP-Reifen
Damit unterscheidet der Ducati-Privatfahrer ausdrücklich zwischen den bekannten Michelin-Prototypen aus der MotoGP und den Reifen, die 2027 in der Superbike-WM eingesetzt werden. Aus seinen Gesprächen nahm er zudem den Eindruck mit, dass Michelin auch die Bedürfnisse von Hobbyfahrern im Blick hat.
«Ich glaube, dass Michelin mehr Teilnehmer bei Trackdays dazu bringen möchte, diese Reifen zu verwenden. Deshalb sehe ich den Wechsel positiv. Es wird eine große Veränderung, aber vielleicht keine so große, wie die Leute anfangs erwartet haben. Alle waren möglicherweise etwas nervös. Bisher sieht es aber ziemlich positiv aus. Das ist schön – manchmal ist eine Veränderung auch einfach gut», hielt der Brite fest.
Eine zentrale Unbekannte blieb für ihn das Gefühl am Vorderrad – die klare Stärke der Pirelli-Reifen. Ohne eigene Runden wollte Lowes die bisherigen Rückmeldungen deshalb noch nicht als abschließendes Urteil verstanden wissen. «Auch ich war etwas nervös, was den Vorderreifen betrifft. Ich bin ihn noch nicht gefahren, deshalb weiß ich es nicht. Aber ich höre, dass es ein gutmütigerer, seriennäherer und fahrerfreundlicherer Reifen ist. Wir werden sehen», betonte der Marc-VDS-Pilot.
Auf die Frage, ob die Entwicklung damit eher in Richtung eines Bridgestone-Reifens für Trackdays gehe, bestätigte Lowes zumindest die grundsätzliche Ausrichtung, die er aus den Gesprächen herausgehört hatte. «Ja, in diese Richtung. Sie versuchen, einen Reifen zu entwickeln, den auch Trackday-Fahrer nutzen können. Das ist letztlich der Sinn dahinter. Deshalb halte ich es für den richtigen Weg», erklärte er.
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