Alex Marquez zu Katar: «Niemand hat so eine Situation unter Kontrolle»
Vor dem MotoGP-Wochenende auf Phillip Island spricht Alex Marquez über Wetterrisiken und seine Schulter. Bei der offenen Katar-Frage mahnt der Ducati-Pilot eine realistische Bewertung der Lage an.
Das MotoGP-Wochenende auf Phillip Island bringt für Alex Marquez gleich mehrere Unbekannte mit sich. Neben den wechselhaften Wetteraussichten beschäftigt den Gresini-Ducati-Piloten weiterhin seine Schulter. Auch zur möglichen Austragung des Rennens in Katar äußerte sich der Spanier am Donnerstag – und fand deutlich kritischere Worte als einige seiner Kollegen.
Zunächst richtet sich sein Blick jedoch auf die Bedingungen in Australien. Während der Trainings-Freitag gute Voraussetzungen verspricht, könnte das Wetter den weiteren Verlauf des Wochenendes erheblich beeinflussen. Marquez will sich deshalb nicht zu früh auf eine Prognose festlegen.
«Hier auf der Insel kann sich von einem Tag auf den anderen alles ändern. Es sieht so aus, als ob wir morgen trockene Bedingungen und gute Temperaturen zum Fahren auf Phillip Island vorfinden werden. Deshalb konzentrieren wir uns zunächst auf Freitag. Danach schauen wir, was am Samstag und besonders am Sonntag passiert, wo es schwierig werden könnte», erklärte der Spanier.
Entscheidend sei, auf die jeweilige Situation zu reagieren. «Wir gehen es Tag für Tag und Training für Training an. Dann sehen wir, wie die Lage ist und welche Bedingungen wir zum Fahren haben. Hier kommt es bekanntlich immer darauf an, wie gut man sich an das Wetter anpasst», betonte Marquez.
Marquez gibt Update zur Schulterverletzung
Die Pause seit Mandalika half ihm zumindest körperlich. In Indonesien hatte er noch über Schmerzen in der Schulter berichtet und erklärt, dass die Erholung nach einem Rennen Zeit benötige. Für Australien fällt seine Einschätzung günstiger aus.
«Wenn wir zwischen den Rennen eine Pause haben, kann ich mich ziemlich gut erholen. Ich bin hier recht gut erholt angekommen. Aber die drei aufeinanderfolgenden Rennwochenenden werden für mich ziemlich schwierig. Dabei werde ich körperlich ziemlich ans Limit kommen», schilderte der Ducati-Pilot.
Die Ursache der Beschwerden ist nach seiner Darstellung bekannt. Eine schnelle Lösung während des laufenden Rennbetriebs gibt es allerdings nicht. «Wir wissen, wo das Problem liegt, und versuchen, die Situation gemeinsam mit den Ärzten zu verstehen. Die Platte, die Schleimbeutelentzündung – für alles, was mich beeinträchtigt, gibt es eine Lösung. Aber die Genesung braucht etwas Zeit», erläuterte Marquez.
Katar: Dynamische Lage sorgt für Ungewissheit
Mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt er die Entwicklung in Katar. Ob das Rennen angesichts der Unruhen in der Region stattfinden kann, ist weiterhin offen. Die Versicherungen der Meisterschaftsverantwortlichen reichen für ihn nicht aus, um die Unsicherheit auszuräumen.
«Die Situation verändert sich jeden Tag und sieht jeden Tag schlechter aus. Die Verantwortlichen der Meisterschaft sagen uns, dass alles unter Kontrolle sei. Aber ich glaube, dass niemand eine so komplexe Situation unter Kontrolle hat. Von einem Tag auf den anderen kann sich sehr viel ändern», gab Marquez zu bedenken.
Eine sofortige Entscheidung fordert er dennoch nicht. Stattdessen erwartet er, dass die weitere Entwicklung nüchtern bewertet wird – auch wenn wirtschaftlich viel an der Veranstaltung hängt.
«Ich denke nicht, dass sie diese Entscheidung jetzt treffen müssen. Aber in den nächsten Tagen müssen sie realistisch sein. Natürlich geht es bei dieser Vereinbarung um sehr viel Geld. Ich würde es so ausdrücken: Die Dorna möchte alles möglich machen. Das ist so, und damit bin ich einverstanden», erklärte der Spanier.
Die Sicherheit dürfe dabei jedoch nicht auf die Fahrer reduziert werden. «Sie müssen auch auf die Gesundheit aller achten, denn sehr viele Menschen werden dorthin reisen. Darum müssen sie sich kümmern», mahnte Marquez.
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